Ein ganz großes Erlebnis, aber dennoch am Ende eine deutliche Niederlage war es für die TSG Ehingen. Mit 1:13 ging die Test-Partie gegen den 1. FC Heidenheim verloren. Bis zur Halbzeitpause stand es nur 1:3. Dann aber ließen bei den TSG-Spielern die Kräfte nach. Die Heidenheimer hingegen wechselten in der Pause komplett durch und brachten elf frische Kräfte aufsFeld.

Eigentlich hatte FCH-Trainer Frank Schmidt vor, seine zwei wichtigsten Spieler, Sebastian Griesbeck und Kapitän Marc Schnatterer, nicht einzusetzen. Am Ende waren es lediglich Stammtorwart Kevin Müller und Griesbeck, die nicht eingesetzt wurden. Mit Jonas Brändle vom FC Inzigkofen kam schon in der 7. Minute ein Spieler der aus dem Bezirk Donau stammt beim FCH ins Spiel. Zuvor verletzte sich Maximilian Thiel ohne gegnerische Einwirkung. „Man wünscht sich ja, dass alle bei so einem Spiel verletzungsfrei bleiben. Wir hoffen, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte Frank Schmidt. Wenig später ging ein Raunen durchs Stadion, ein langer Pass erreichte Valentin Gombold kurz vor dem Strafraum, Gombold schoss aus der Drehung an den Pfosten, den abprallenden Ball versenkte er dann an Torhüter Vitus Eicher vorbei zum 1:0 (12. Minute). Der Jubel des Ehinger „Sturmtanks“ nahm beinahe kein Ende mehr.

Nach vielen Jubelsprüngen, startete er einen Lauf auf die Tribüne zum Feiern. Danach war er jedoch so ausgepumpt, dass er sich erst einmal eine kurze Pause gönnte. „Wenn er noch etwas mehr laufen würde und fitter wäre, dann wäre er vielleicht sogar einer für uns“, lobte Heidenheims humorvoller Trainer Schmidt. Die Freude währte nur kurz. Gombold war gerade wieder zurück auf dem Platz, da glich der Zweitligist durch Patrick Schmidt (16. Minute) zum 1:1 aus.

Torfest in der zweiten Halbzeit

Lange Zeit blieb es bei diesem Spielstand, weil die TSG-Abwehr gut stand und Torhüter Matthias Grab einen super Tag erwischte. Dafür gab es nach seiner Einwechslung auch Lob von Torhüterkollege Eicher. Das 2:1 für den FCH markierte erneut Schmidt mit einem Abstauber  (32.). Kurz vor dem Pausenpfiff legte der Angreifer mit seinem dritten Treffer und einem satten Schuss aus 16 Metern zum 3:1 nach.

In der zweiten Halbzeit gab es für alle Beteiligten Zeit, bei den hohen Temperaturen durchzuschnaufen. Schon direkt nach Wiederanpfiff legte der Zweitligist aber druckvoll los. Robert Glatzel, dem noch sechs weitere Treffer danach gelangen, erhöhte auf 4:1 (47.). Er meinte nach der Partie: „Der Gegner war einfach platt und dann kommen wir und wollen uns natürlich zeigen, da wird es dann leider deutlich. Trotzdem ein Kompliment an die TSG“. Für den Zweitligisten, der sich keinesfalls schonte, trafen der Ex-Ehinger Andrew Owusu, Kevin Sessa, Gökalp Kilic und die Leihgabe der TSG Hoffenheim, David Otto.

Trotz des deutlichen Ergebnisses war es für alle TSG-Spieler eine Partie, die sie so schnell nicht vergessen werden. Mit den Lehren und dem Selbstvertrauen daraus wollen sie einen neuen Angriff Richtung Landesliga starten. Am Rande des Spiels wurde noch bekannt, dass der Wechsel von Heidenheims österreichischem Spielmacher Nikola Dovedan zum 1. FC Nürnberg beinahe vollzogen ist.

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So spielten sie


TSG Ehingen - 1. FC Heidenheim

1:13

Tore: 1:0 Gombold (11.), 1:1, 1:2, 1:3 Schmidt (18., 32., 45.), 1:4 Glatzel (47.), 1:5 Sessa (51.), 1:6 Glatzel (53.), 1:7 Glatzel (59.) 1:8 Owusu (60.), 1:9 Otto (63.), 1:10 Glatzel (81.), 1:11 Glatzel (83.), 1:12 Otto (89.), 1:13 Kilic (90.).

TSG Ehingen: Grab (56. Banks), Hadamitzky (46. Miller), Degen (46. Köberle), Cini (56. Soukup), Wasner, Müller (56. Schirmer), Mrochen, Guther (65. Soumpalas), Steudle (56. Majewski), Topolovac (56. Johnson), Gombold (56. Barta).

1. FC Heidenheim. 1. Halbzeit: Eicher, Thomalla, Multhaup, Thiel (6. Brändle), Feick, Strauß, Theuerkauf, Schmidt, Beermann, Reithmeir, Dorsch. 2. Halbzeit: Ibrahim, Busch, Hüsing, Mainka, Glatzel, Leipertz (72. Schnatterer), Sessa, Föhrenbach, Otto, Owusu, Kilic.

Schiedsrichter: Philip Schlegel (Unterstadion).

Zuschauer: 1000

Splitter vom Spiel


Ohne Helfer geht es nicht: „Von uns sind etwa 70 freiwillige Helfer im Einsatz“, lobt Roland Schenzle vom TSG-Förderverein das Engagement. Besonders erfreulich: die Handballabteilung half mit 14 Akteuren der „Ersten“ mit. Sie machten sich als Parkplatz-Einweiser nützlich.

Ein Höhepunkt für alle: Das Spiel gegen Heidenheim ist ein Höhepunkt für uns alle“, sagt Schenzle. Die Spieler könnten hautnah erleben, wie es gegen Profis zugehe. Für die TSG sei es eine Riesenhilfe, da Heidenheim kostenlos antrete. Mit den Einnahmen sollen unter anderem die sanitären Anlagen beim Kunstrasenfeld in Angriff genommen werden.

Super Rahmenbedingungen: „Alles super hier“, sagt Heidenheims Pressesprecher Markus Gamm. Man habe eine lange und aktive Kontaktpflege zur TSG. Weitere Kriterien für den Auftritt in Ehingen seien die gute Infrastruktur und das Ehinger Stadion gewesen.

TSG-Duo verabschiedet: Vor dem Testspiel hat TSG-Abteilungsleiter Michael Schleicher zwei verdiente Akteure verabschiedet. Es handelt sich um Trainer Roland Schlecker und Mittelfeldmann Ismael Cini. Sie bekamen zum Dank für ihre Arbeit je ein TSG-Trikot im Bilderrahmen und Genießer Schlecker zudem noch ein gutes Tröpfchen.

FCH-Fanshop im Stadion: Auf der Laufbahn im Stadion versorgte ein fahrbarer Fan-Shop des FHC die Anhänger des Zweitligisten. Gefragt waren in erster Linie Trikots und Schals.

Schneller Einsatz fürs DRK: Es waren gerade mal sechs Minuten gespielt, da musste schon das DRK eingreifen. Angeführt von der Ehingerin Sybille Gabora kümmerte sich das Trio des DRK Heidenheim-Ulm um den verletzten FCH-Spieler Maxi Thiel.

Griesbecks Erinnerung: Ob FCH-Mittelfeldmotor Sebastian Griesbeck, aufgewachsen im Ulmer Stadtteil Wiblingen, schon einmal im Ehinger Stadion gespielt hat, war ihm nicht bekannt. Gestern wurde er geschont. rf