Gibt es in der Fußball-Kreisliga A1 in der neuen Saison 2019/20 mehr Spannung im Meisterschaftskampf oder marschiert wieder eine Mannschaft durch? Diese Frage stellen sich Vereinsvertreter, Spieler, Trainer und Fans vor der Runde, die am Sonntag startet, gleichermaßen. Riedlingen (Meister 2018) und Öpfingen (2019) hatten in den Spielzeiten zuvor jeweils klar dominiert und frühzeitig den Titelgewinn klar gemacht.

Die Tatsache, dass aus der Bezirksliga kein Absteiger kommt, könnte den Meisterkampf noch interessanter und ausgeglichener machen. Laiz und Sigmaringen sind beide in die A2-Staffel eingeteilt worden. Doch wer hat nach Meinung der Vereinsvertreter die größten Chancen auf den Wimpel? Griesingen steht ganz vorne bei den Meistertipps mit zehn Nennungen. Ringingen (2), Betzenweiler (2), und Schelklingen-Hausen (1) werden ebenfalls der Titelgewinn zugetraut. Was zum Start dieser Saison auffällt, dass es über den Sommer viele Trainerwechsel gab. Bei Ringingen, Griesingen, Schelklingen-Hausen, Betzenweiler, SW Donau II, Donaurieden und Rißtissen haben neue Übungsleiter an der Seitenlinie das Sagen.

SG Griesingen mit vielversprechender Vorbereitung

Die SG Griesingen deutete nach einem Stolperstart im Herbst 2018 an, dass sie zu den Top-Drei der Liga gehört. In der Rückrunde wurden von 14 Partien nur noch zwei verloren. Die Vorbereitung verlief für Neu-Trainer Marco Liebmann und sein Team vielversprechend, alle fünf Testspiele gegen Stafflangen (4:1), Mettenberg (4:2), Uttenweiler II (5:0), Sulmetingen (2:1) und Niederhofen (2:1) wurden gewonnen. Im Bezirkspokal gab es in der 1. Runde einen 3:1-Sieg gegen Altheim II. Einzig die 1:2-Niederlage in der 2. Runde gegen Ersingen trübt die gute Bilanz in der Vorbereitung. Neuzugänge gibt es nur intern, sieben A-Jugendliche verstärken den Kader, der in der Vorsaison bereits mit den Jahrgängen 1998/99 verjüngt wurde.

Vizemeister SV Ringingen hat sein „Bezirksliga-Potenzial“ in der Relegation angedeutet. Mit gutem Offensiv- und Ballbesitzfußball sowie mächtig Fan-Unterstützung hätte der SVR beinahe den Sprung nach oben geschafft. In der neuen Saison ist mit den Hochsträß-Kickern wieder zu rechnen. Auch hier gab es einen Wechsel auf der Trainerbank, Hartmut Pohl kommt von Ligakonkurrent Munderkingen und löste Thorsten Seeger ab. Vier A-Jugendliche rücken auf. „Die Vorbereitung war durchwachsen. Ich hatte in den Testspielen nur sechs Stammspieler zur Verfügung“, sagt Pohl, der Griesingen am Ende vorne sieht. Fünf Spieler würden noch an den Verletzungen aus der Relegation laborieren und erst nach und nach wieder einsteigen.

Der Vierte der abgelaufenen Saison, die SGM Ertingen/Binzwangen hat das Zeug zur Überraschungsmannschaft und kann mit ihrer Spielweise jeden Gegner schlagen. Große Kaderveränderungen gab es mit einem Zu- und Abgang nicht.

Punktgleich (39) und mit der gleichen Bilanz von elf Siegen, sechs Remis und elf Niederlagen haben die Ortsnachbarn Schelklingen/Alb (5.) und Schelklingen-Hausen (6.) die Saison 18/19 beendet. Bei Alb klemmte es manchmal offensiv,  Hausen kämpfte mit Personalproblemen. Beide visieren wieder einen einstelligen Tabellenplatz an. Alb-Trainer Wilfried Staiger hat mit Niklas Münch (Abwehr) und Julian Bartsch (Torwart) zwei Neuzugänge erhalten. Bei Hausen hat Trainer Jens Kannemann das Amt an Fabian Flinspach vom TSV Blaubeuren übergeben. Er hat auch gleich Spieler Mario Sopic mitgebracht, früher unter anderem für Munderkingen und die TSG Ehingen am Ball. Betzenweiler blieb mit Platz sieben etwas unter den Möglichkeiten. Mit dem neuen Übungsleiter Daniel Weber (hat Alexander Failer abgelöst) erhofft sich der SVB einen Aufschwung.   Daugendorf/Zwiefalten (8.) will mit der bewährten Mannschaft schnellstmöglich den Klassenerhalt klar machen.

SW Donau II als „Wundertüte der Saison“

Oberdischingens Trainer Markus Schmid hatte in der vergangenen Saison zunächst Mühe, den Umbruch einzuleiten. Doch der SVO (9.) kam immer besser in Fahrt, legte dann in der Rückrunde eine phänomenale Chancenverwertung an den Tag und konnte letztlich verdient den Klassenerhalt eintüten. Mit Robin Knittel gibt es einen Neuzugang. Florentin Häberle und Tim Günther gehen zu Nachbarvereinen. Die neu gegründete Spielgemeinschaft SW Donau II bestehend aus Munderkingen (10.) und Rottenacker dürfte so etwas wie die Wundertüte der Saison werden. Nicht nur, dass mit Philipp Brunner und Timm Walter neue Trainer dabei sind. Sie haben auch einen neuen und größeren Kader zur Verfügung. Ab und zu dürften auch Bezirksliga-Spieler eingesetzt werden. Pressewart Michael Striebel gibt den Klassenerhalt als Ziel an.

Den SF Kirchen (11.) mangelte es an Beständigkeit. Und wie Florian Huber, der sein Amt als Abteilungsleiter an Alexander Glocker weitergab, es formulierte, es fehle ein echter Knipser, der vorne beständig die Tore macht. Trainer Christian Zittrell verzeichnet mit Manuel Saile einen Neuzugang und mit Christian Neumann einen Abgang. Das Ziel sollte sein, Offensiv wieder etwas zwingender zu agieren. Dürmentingen (12.) peilt mit vier Neuzugängen aus der eigenen A-Jugend wieder den Klassenerhalt an, idealer Weise ein einstelliger Tabellenplatz, sagt Pressewart Christian Schlegel. Die SF Donaurieden (13.) mussten in der Vorsaison länger um den Verbleib zittern, als ihnen lieb war. Mit Goran Grgic als neuen Trainer soll der Verbleib dieses Mal frühzeitig klar gemacht werden. Beim TSV Rißtissen (14.) sah man in der vergangenen Saison gute Ansätze und solide Spiele, dann gab es aber auch wieder durchwachsene Auftritte. Das neue Trainergespann mit Gerold Häger und Kai Engelhardt, der als Sechser mit Bezirksliga-Erfahrung den Spielaufbau leiten soll, will bei den Fischerwert-Kickern neue Impulse setzen.Als ambitionierter Aufsteiger kommt die SG Ersingen hinzu. Der Kreisliga-B1-Meister kegelte in der zweiten Runde des Bezirkspokals die SG Griesingen raus und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen. Marco di Martino hat einen 32-Mann-Kader zur Verfügung und weiß, wie es in der Liga zugeht, denn er war schon bei Türkgücü Ehingen als Spielertrainer am Ball.Wieder zurück in der Kreisliga A1 sind die SF Bussen (Meister B2), die es nach einjähriger Abstinenz dieses Mal besser machen wollen, und den Klassenerhalt erreichen wollen. Coach Manuel Steinborn verzeichnet mit Christian Neumann einen Neuzugang. Er wechselte von den SF Kirchen zurück an den Bussen. Kevin Schelkle kickt nun beim SV Uttenweiler.

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