Auffällig viele Trainerwechsel gab es zur neuen Bezirksliga-Saison. Lediglich sechs von 16 Mannschaften blieben ihren Vereinen treu. Darum liegt nahe, dass die beinahe einheitliche Meinung der Teams lautet, dass sie die Liga nur sehr schwer einzuschätzen ist. Dennoch gelten vor allem der letztjährige Relegationsteilnehmer TSG Ehingen sowie der Fünfte der Vorsaison, TSV Riedlingen, als die großen Aufstiegsfavoriten. Zudem rückten mit der SG Öpfingen und dem SV Langenenslingen zwei Aufsteiger ins Feld, die in der Kreisliga A dominiert haben wie selten zuvor.

Oliveiras Mission ist klar

Schillerndster Titelanwärter ist definitiv die TSG Ehingen, die einen erneuten Anlauf in Richtung Aufstieg unternimmt. Diesmal mit Joachim Oliveira (von der SG Altheim) an der Seitenlinie. Die Favoritenrolle schreibt der neue Coach aber eher den Riedlingern zu, gegen die es auch gleich am ersten Spieltag geht. „Wir wollen einen guten Start hinlegen und direkt vorne dabei sein.“ Und damit erklärte er auch, was das Ziel der Ehinger ist. „Das ist ganz klar Platz eins oder zwei. Alles andere wäre in unserer Situation nicht richtig.“

Die Ehinger Kicker nahmen das System von Trainerfuchs Oliveira gut an. Vor allem im eigenen Stadion wollen die TSG-Fußballer sehr selbstbewusst auftreten und zu Hause keine Punkte liegen lassen. „Wir stehen vor einer großen Aufgabe. An einer solchen kann man nur wachsen“, sagte der TSG-Trainer. Dass es nach Rang zwei und dem Scheitern in der Relegation diesmal besser laufen soll, dafür sorgten die Verantwortlichen um den neuen Sportlichen Leiter Marco Wasner. Der holte nicht nur seinen Bruder Sascha Wasner aus Allmendingen, sondern auch Top-Akteure und -Talente aus der Region. Mit diesem breiten und in der Tiefe verstärkten Kader kann die TSG locker einen neuen Angriff auf die Spitze wagen.

Die Riedlinger um den erfahrenen Coach Hans Hermanutz haben sich mit den erfahrenen Binder-Brüdern aus Neufra und dem jungen Talent Hannes Schmid (Junioren FV Ravensburg) verstärkt und an Qualität hinzu gewonnen.

Kontinuität bei Altheim

Die SG Altheim wird nun von Martin Blankenhorn (zuletzt SV Haisterkirch) trainiert, der erstmals im Bezirk Donau arbeitet und deshalb sagt: „Ich muss gestehen, dass ich die Liga wirklich kaum einschätzen kann.“ Die Mannschaft aus dem kleinsten Ort in dieser Liga will nach zwei siebten Plätzen  erneut nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Der 48-Jährige feilte bei einem Trainingslager in Österreich am neuen Spielsystem.

„Meine Mannschaft hat gut gearbeitet. Man merkt langsam, dass nun alle Rädchen mehr ineinander greifen“. Mit dem beinahe unveränderten Kader – lediglich drei Neuzugänge stießen dazu – soll vor allem die Heimstärke beibehalten werden. Wer dann vorerst im Tor stehen wird, ließ Blankenhorn noch offen. Zwei konkurrieren um den Platz zwischen den Pfosten: Zum einen der Landesliga erfahrene Marco Joos vom FV Schelklingen-Hausen, zum anderen erst 19-jährige Kenneth Leitko, der zur Rückrunde starke Leistungen zeigte. „Es wäre sehr wichtig, gut in die Liga zu starten“, sagte der SGA-Trainer, der gegen Bad Buchau am Sonntag alle Spieler an Bord hat.

Erstmals seit sechs Jahren wieder mit dabei ist die SG Öpfingen. Trainer Felix Gralla und sein Team lieferten eine bärenstarke Saison in der Kreisliga A1 ab. Dennoch gibt sich Gralla zurückhaltend: „Wir sind bisher noch nicht auf dem Niveau, wie wir es letztes Jahr waren“. Deshalb werde sein Team noch zwei bis drei Wochen brauchen, um in Bestform zu kommen.

Gleich ein Dutzend neuer Spieler hatte er einzubinden. Dadurch hat sich die Breite und die Qualität der Mannschaft verbessert. Gralla wird die Grundidee seines Spiels beibehalten und jedes Spiel gleich angehen. Mit Kapitän und Top-Torjäger Robin Stoß hat er in der Offensive eine Waffe, die zuletzt nur schwer zu stoppen war. Im zurückliegenden Pokalspiel gegen Bad Buchau sah der SGÖ-Coach erstmals, mit welchen Anforderungen seine Mannschaft in dieser Liga konfrontiert ist. „Situationen werden eher spielerisch gelöst, es werden auch kaum lange Bälle geschlagen. Wir werden aber dennoch die Gegner spielen lassen“. Mit der nötigen Euphorie und dem für Öpfingen typischen, schnellen Konterspiel wird die Gralla-Elf sicher für Überraschungen sorgen. „Wir streben Platz zehn bis 14 an, denn für uns zählt nur der Klassenerhalt“, gibt sich Gralla demütig.

Großer Kader, große Einheit

Und dann ist da noch die  Spielgemeinschaft Rottenacker/Munderkingen, kurz Schwarz Weiß Donau. Obwohl man von einem üppigen Kader ausgehen kann, dämpft  Trainer Timm Walter die Erwartungen: „Für uns zählt nur der Klassenerhalt, was in dieser Liga schwer genug ist. Wir wollen aber dennoch am Ende im gesicherten Mittelfeld stehen“. Wenn man auf die beiden Spiele im WFV-Pokal blickt, klingt das sehr vorsichtig. Der Bezirksligist zog fulminant in Runde drei ein.

Das Teamgefüge passt. „Die Spieler der beiden Vereine haben gut zusammen gefunden und für mich ist es nun leichter, da wir einen sehr großen Kader haben“, sagte Walter, der selbst nicht mehr in die Kickstiefel schlüpfen will. Es habe sich schon ein Grundkern gebildet, der Stammpersonal bezeichnet werden darf. Dennoch sei für jeden die Türe offen, betonte der Trainer. „Die Mannschaft muss lernen, jeden Sonntag ihre Leistung zu bringen, nur dann können wir einiges erreichen“, so der 33-Jährige, den zum Auftakt am Sonntag gegen Langenenslingen jedoch personelle Probleme aufgrund von Urlaubern und Verletzungen plagen.

Das könnte dich auch interessieren:

Ehingen