Ehingen / Helen Weible

Die sonntäglichen Gäste haben den Ehingern etwas voraus. Die Hamburg Towers haben den Einzug in die Playoffs schon geschafft. Das Team Ehingen Urspring braucht noch einen Sieg, um Sicherheit zu haben. „Wir wollen mit einem Sieg die Playoffs fix machen und schielen auch auf einen der ersten vier Plätze“, sagt Domenik Reinboth. Für den Trainer ist klar: „Wir wollen uns auch den Heimvorteil holen.“

Den Tabellenfünften trennen vor dem Heimduell am Sonntag nur zwei Siege vom Chemnitzer Verfolger-Trio Heidelberg, Hamburg und Rostock. Gegen Rostock geht’s in einer Woche, wo sich die Steeples noch den direkten Vergleich holen können. Jetzt aber erst Konzentration aufs Topteam aus dem Norden, wo die ehemaligen Ehinger Akteure Cha Cha Zazai, Malik Müller und Justin Raffington spielen.

„Ich hoffe, dass Justin dieses Mal etwas gnädiger mit uns umgeht“, sagt Reinboth mit Blick aufs erste Aufeinandertreffen mit Hamburg Anfang der Saison. Hier drehte der athletische Zwei-Meter-Mann ordentlich auf, sammelte 26 Punkte und verhalf seinem Team maßgeblich zum 105:81-Erfolg in der Hansestadt. „Das Problem ist, dass die ehemaligen Spieler immer hochmotiviert sind“, erklärt der Ehinger Coach, der deshalb weniger einen Vorteil darin erkennt, gut über die Individualisten Bescheid zu wissen. „Ich weiß um die Stärken und Schwächen der meisten Akteure.“Hamburg besitzt einen der höchsten Etats der ProA, ist gespickt mit BBL und generell sehr erfahrenen Akteuren wie Hrvoje Kovacevic und den beiden Januar-Neuzugängen Max Montana und Carlton Guyton und ist überhaupt sehr variabel. „Sie verteidigen sehr aggressiv“, so Reinboth, Hamburg kassierte nicht umsonst bislang die drittwenigsten Punkte der Liga. Trotzdem gibt es eine offensichtliche Schwäche bei den „Türmen“ und zwar haben sie wie die Ehinger eine ziemlich mäßige Auswärtsbilanz. „Das ist der Knackpunkt, wir setzen auf unsere Heimstärke“, sagt Reinboth; diesmal haben die Steeples das Publikum auf ihrer Seite.

Hamburg erlebte von den Ergebnissen her einen ähnlichen Doppelspieltag wie Ehingen: Ein Spiel wurde gewonnen, eins verloren. Auf Schalke zogen die Hamburger mit 90:99 den Kürzeren und  schlugen dann die Artland Dragons mit 89:76. Die Steeples feierten erst einen 88:71-Sieg und unterlagen bekannterweise in Chemnitz vor den Augen der Bundeskanzlerin mit 73:84.

Hier hatten die Ehinger Basketballer eine der schlechtesten Leistungen der vergangenen Wochen hingelegt und können daraus nur ihre Lehren für das Hamburg-Spiel ziehen. „Wir dürfen uns keine zu großen Schwächephasen leisten und müssen mit dem Selbstvertrauen nach einer guten Trainingswoche in dieses Spiel gehen“, fordert der 36-Jährige von den Seinen.

Personell dürfte Reinboth aus dem Vollen schöpfen können, wenn auch Kevin Yebo und RayShawn Simmons beide grippegeschwächt die Woche nicht recht trainieren konnten. Hinter dem Einsatz des Duos steht aber kein Fragezeichen.

Info Die Aufstiegsrunde in der ProA, die im Best-of-Five-Modus ausgespielt wird, beginnt am Samstag, 6. April. Die vier erstplatzierten Teams genießen in Spiel eins Heimrecht.