Die Basketballer vom Team Ehingen Urspring hatte sich für den 22. Spieltag der ProA bei den White Wings Hanau einen ausgefuchsten Plan zurechtgelegt: „Lasst sie nicht in einen Lauf kommen, nehmt ihnen die Dreier weg, stoppt deren Offensivpower.“ Nach ausgeglichenem Beginn in der kompakten Main-Kinzig-Halle entwaffneten die neun Spieler der Steeples nach und nach ihren Gegner, bis im dritten Viertel ein Zehn-Punkte-Vorsprung für den fünften Auswärtssieg locker ausreichte.

Dass der ehemalige Urspringer Kalidou Diouf 16 Punkte erzielen durfte und die Ballverluste bei Ehingen mit 16 etwas zu hoch ausfielen – geschenkt! „Es war ein tolles Spiel. Wir haben es genau so gemacht, wie geplant und sie nicht offensiv aufdrehen lassen“, sagte Ehingens Trainer Domenik Reinboth zufrieden. Trier war in eigener Halle zuletzt gescheitert; die Gladiators hatten mit 55:95 gegen Hanau deftig auf die Nase bekommen.

Choice nur drei Punkte

Zunächst strahlten die Gastgeber tatsächlich Gefahr aus und zwar über ein extrem schnelles Umschaltspiel und anschließendem Bombardement auf Ehingens Korb. Zu Beginn klappte das bei den Hanauern noch ganz gut: Luquon Choice versenkte einen Ball aus der Distanz und einen aus dem Zweierbereich zu einer 9:4-Führung der Hausherren. Dann wirbelte Ehingens Spielmacher RayShawn Simmons die White Wings-Verteidigung auf und ließ seine Farben von der Freiwurflinie wieder herankommen (11:10). Ein Dreier von Kevin Yebo brachte den 13:13-Ausgleich. Die Gästeführung hielt dann nur kurz. Dorian Pinson egalisierte zum 17:17. Unterm Strich ging es mit einem 22:21 völlig offen in die erste Viertelpause, welche Paartänzer unterhaltsam gestalteten.

Mit Smooth Criminal von Michael Jackson im Ohr eröffnete Tim Hasbargen Durchgang zwei mit einem schönen Drei-Punkte-Wurf. Hasbargen war mit 17 Punkten nicht nur einer der besten Werfer beim Team Ehingen Urspring; er verdiente sich auch die Auszeichnung als wertvollster Verteidiger gegen einen der besten Scorer der Liga, Luquon Choice, der bei 32 Minuten auf dem Feld nur mickrige drei Punkte hinbekam.

Coach Cote stinksauer

Die Steeples konnten sich zwar im Laufe des zweiten Viertels nicht so recht absetzen – aber die Schwäne auch nicht. Die letzten zwei Minuten vor der Halbzeit dominierte dann Reinboths Mannschaft im Angriff: Mit 42:34 hatten sich die Gäste einen komfortablen Vorteil erwirtschaftet. In Abschnitt drei führten die Ehinger zwar stetig mit mindestens sechs Punkten, ließen aber die Gäste ebenfalls 20 Zähler sammeln. Immer wieder durfte Simmons an die Freiwurflinie spazieren und leistete sich auch kaum Fehlversuche: 10 von 14 gingen rein. Mit einem Vorsprung von neun Punkten (55:64) startete das „Team in green“ weiter engagiert und konzentriert. Das konnte Hanaus Trainer Simon Cote von seinen Mannen nicht behaupten. In der Auszeit in der 31. Minute schnauzte er sein Team an: „Spielt endlich zusammen, Mann!“ So gut sein abstiegsbedrohtes Ensemble noch in Trier ausgesehen hatte, so unbefriedigend präsentierten sie sich jetzt gegen den Tabellenfünften. Cotes Ansprache zeigte wenig Wirkung: Die Steeples ließen ihre Führung weiter anwachsen, beim 58:70 betrug sie gar zwölf Punkte. Auch eine weitere Teambesprechung half nichts mehr. In der Manier eines Siegers spielte das Team Ehingen Urspring diese Begegnung zu Ende und belohnte sich erneut in dieser Saison für Arbeitsfleiß und Cleverness.