Basketball 2. Bundesliga ProA Dritter Saisonsieg für Ehingen

Tanner Leissner (am Ball) drehte vor allem im Schlussviertel auf. Hier muss sich Nürnbergs Robert Oehle strecken.
Tanner Leissner (am Ball) drehte vor allem im Schlussviertel auf. Hier muss sich Nürnbergs Robert Oehle strecken. © Foto: Emmenlauer
Ehingen / Helen Weible 02.11.2018

Die Rückkehr von Trainer Ralph Junge an seine alte Wirkungsstätte gestaltete sich wenig berauschend. Es war ihm anzusehen, dass er mit seiner Mannschaft nicht zufrieden war. Beim Blick auf die Statistik nach dem 90:77-Erfolg seines Ex-Klubs in der Ehinger JVG-Halle schüttelte er nur den Kopf. „Mein Team hat nach drei Siegen in Folge vergessen, dass es keine Spitzenmannschaft ist, sondern um den Klassenerhalt spielt“, resignierte der frühere Urspring-Coach, Ehingen habe den Sieg „mehr gewollt“ und einen „senationellen Auftritt“ hingelegt.

Dem konnte Steeples-Coach Domenik Reinboth nur schwer widersprechen. „Das war unsere beste Saisonleistung bislang. Die Jungs haben sich über die Niederlage auf Schalke geärgert und defensiv deutlich nochmal eine Schippe drauf gelegt – eine tolle Teamleistung“, lobte er.

Tatsächlich trug jeder Ehinger Akteur seinen Teil zum Erfolg bei. Bester Punktesammler war einmal mehr Kevin Yebo (25 Zähler), der mit unglaublicher Athletik zu Korblegern ansetzte und Fouls auf sich zog. Auch Tanner Leissner stellte als großer Spieler die Nürnberger mit einer Energieleistung vor Probleme. Vor allem im Schlussviertel drehte er auf, markierte zwölf seiner 19 Punkte, boxte sich stets in der Zone durch und vollstreckte astreine Zuspiele von Yebo oder Seger Bonifant (13). Ein Double-Double legte US-Aufbauspieler Ray-Shawn Simmons auf (11 Punkte/10 Assists).

Obwohl es auf dem Papier bis zum Schlussviertel nach einem ausgeglichenen Kopf-an-Kopf-Rennen aussah, konnte man eine Tendenz an der Trainer-Mimik ablesen. Junge wirkte schnell verärgert, und warf irgendwann wütende sein Klemmbrett auf den Boden: Seine Falken funktionierten heute nicht.

Vor 900 Basketball-Fans war Seger Bonifant für die ersten sieben Punkte allein verantwortlich. Eine tolle Ball-Staffette schloss schließlich Tim Hasbargen per Dreier ab: 11:7 nach drei Minuten. Auch wenn dann nichts mehr aus der Distanz fallen sollte, behielt Ehingen stets die Führung im Anfangsviertel. Nach seinem Airball versöhnte Simmons das Publikum noch mit zwei Punkten zum 24:20 nach zehn Minuten.

Steeples stellen zu

Der zweite Abschnitt gehörte als einziger den Gästen. Über 27:27, 32:32 und 34:34 übernahm Nürnberg nach gut einer Viertstunde erstmals die Führung (36:35). Doch Daniel Monteroso sorgte dafür, dass diese nicht lange hielt. Beim 43:41 nahm Junge die erste Auszeit (18.). Bis auf Jackson Kent und Moritz Sanders (beide 12 Punkte) überzeugte von den Falcons keiner so recht. Und das war vor allem auf eine souveräne Verteidigungsleistung der Steeples zurückzuführen.

Die machten in der zweiten Halbzeit gerade so weiter. Einen 11:3-Lauf vollendete Hasbargen mit schönen Fastbreak-Punkten zum 60:55 und Junge rief erneut zur Auszeit (24.). Durch die Gäste ging aber kein Ruck. Für spektakuläre Blocks sorgte zumindest US-Flügel Ishmail Wainwright. Im Duell der ehemaligen Footballer fegte er Daniel Monterosos Wurf einfach so weg. Doch dafür punktete Yebo – und so stand es nach dem dritten Durchgang 68:65 für die Gastgeber.

Im Schlussviertel war dann nichts mehr eng. Die Ehinger holten sich die Bälle hinten ab und netzten am anderen Ende des Feldes ein. Nach 33 Minuten lagen sie acht Punkte vorne (77:69) und ließen die Nürnberger auch in der Folge konsequent alt aussehen. Selbst der bullige Robert Oehle konnte sich nicht unterm Korb durchsetzen, stand stattdessen an der Freiwurflinie. Nur zwölf zugelassene Punkte waren der Schlüssel zum Ehinger Sieg.

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