Komisch, dass sich in der an den Ehinger 74:71-Erfolg über Leverkusen anschließenden Pressekonferenz so viel um den Gasttrainer Hansi Gnad drehte. Sicherlich ist der ehemalige Nationalspieler ein Sympathieträger mit verehrungswürdiger Vita. Doch auch Gnad war das Geplänkel um seine Person ein wenig zu viel. Er richtete die Worte lieber in Richtung der Mannschaft, die gerade sein Aufsteiger-Ensemble geschlagen hatte. „Ehingen hat verdient gewonnen. Sie haben uns in vielen Bereichen die Butter vom Brot genommen. Uns haben drei Spieler gefehlt und es haben sich zu viele Fehler eingeschlichen“, sagte der Giants-Coach. Die kleine Siegesserie der Leverkusener war gerissen – Ehingen war der erste Saisonsieg in der ProA nach drei Niederlagen gelungen.

Domenik Reinboth zeigte sich sichtlich erleichtert darüber, dass das dritte Heimspiel einen guten Ausgang für sein Team gefunden hatte. Auch die Art und Weise gefiel ihm: „Die Zonenpresse hat heute super funktioniert. Am Ende hat die Mannschaft über den puren Willen und Kampf das Spiel für sich entschieden.“

In der Tat, die Schlussphase war nichts für schwache Nerven. Erst in den letzten eineinhalb Minuten verschafften sich die Hausherren basierend auf dem beherzten Einsatz von Nachwuchs-Center Kevin Strangmeyer einen kleinen Vorteil und brachten den Minivorsprung über die Zeit.

Den Fans in der für Samstag wieder gut gefüllten Halle bereitete vor allem der Beginn viel Vergnügen. Innerhalb von drei Minuten hatte Ehingen einen Traumstart hingelegt und eine 10:0-Führung heraus gespielt, was Gnad zur ersten Notbesprechung veranlasste. Leverkusen war wie vor den Kopf gestoßen. „Es war richtig gut, dass uns ein energievoller Start gelungen ist“, sagte Tim Hasbargen. Der Ehinger Kapitän verbuchte trotz Erkältungsbeschwerden die meisten Minuten auf dem Feld und war bei 13 Punkten effektivster Mann; überzeugte an diesem Abend zudem am Korb mit sieben (!) Defensivrebounds.

Jonah gewinnt Center-Duell

Aber auch Ehingens Center Akim-Jamal Jonah machte seine Sache erneut gut, dunkte und punktete fleißig und schaltete Giants-Big-Man Dennis Heinzmann aus, der zur Halbzeit gerade einmal auf zwei Zähler kam. Leverkusen, von der Auszeit wachgerüttelt, kam über einen 7:0-Lauf durch Nick Hornsby und Eddy Edigin auf 10:7 heran. Die Steeples gaben aber weiter den Rhythmus vor und Greg Malinowski gelang kurz vor der ersten Viertelpause einer der sehr seltenen Dreier in dieser Partie. Doch der knappe 21:18-Vorsprung schmolz im zweiten Durchgang erschreckend schnell dahin. Die Rheinländer machten nun angeführt von ihrem Spielmacher Nino Celebic einiges besser. Über 26:23 und 30:25 gingen sie voran und Reinboth ärgerte sich lautstark über die Nachlässigkeiten seines Teams. Ehingen leistete sich einige Ballverluste und verbuchte im zweiten Viertel nur neun Punkte.

Nach der Pause folgte eine Phase auf Augenhöhe, ehe die Giants wieder in Front gingen. Vor allem Tim Schönborn bewies ein feines Dreierhändchen. Jubelschreie für einen Ehinger Dreier gab es nur selten: Erik Scheive war der zweite Distanzwurf gelungen (24.), Daniel Monteroso der dritte (35.). Hasbargen: „Hier müssen wir definitiv besser werden.“ Für spektakuläre Dunking-Szenen sorgte schließlich Ehingens Monteroso bei der Aufholjagd im Schlussviertel, wo es einen Neun-Punkte-Rückstand gutzumachen galt. In der Crunchtime schließlich konnte Ehingen das Spiel drehen, nachdem es ohne die Foul belasteten Akteure Erik Scheive und Ferenc Gille auskommen musste.

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