Neutral von außen betrachtet haben die Basketballer vom Team Ehingen Urspring zwei Mal mächtig Glück gehabt. Das erste Mal war es im Sommer 2018, als die RheinStars Köln auf ihr ProA-Startrecht verzichtet hatten und damit Platz machten für die eigentlich abgestiegene Ehinger Mannschaft, die sich noch Steeples nannte.  Dieses Jahr ist das „Team in green“ erneut das schlechteste von 17 Teams, muss aber trotzdem nicht in die 2. Liga ProB runter.

Aufgrund seltener und besonderer Bedingungen wohlgemerkt, die Corona-Krise, auf die Menschheit und die Sportwelt verzichten kann. Um die Pandemie einzudämmen, wurden die deutschen Basketball-Bundesliga-Tabellen nach 29 Spieltagen eingefroren. Wie es in der offiziellen Mitteilung lautet, werden die „sportlichen Aufstiegsrechte auf Basis des aktuellen Tabellenstandes vergeben“. Für die ProA bedeutet das, wie bereits berichtet, dass die Niners Chemnitz und die Eisbären Bremerhaven in die BBL hoch dürfen, die beiden Letztplatzierten aber nicht runter müssen. Der FC Schalke 04 Basketball und das Team Ehingen Urspring bleiben demnach in der ProA.

Der Manager sagt: „Wir hätten das gerne sportlich geschafft“

„Das fühlt sich komisch an“, sagt Ehingens Manager Nico Drmota über dieses vor drei Wochen noch völlig undenkbare Klassenerhalts-Szenario, „das hätten wir gerne sportlich geregelt.“ Und damit wären wir beim internen Blick angekommen, der mit Glücksgefühlen wenig zu tun hat. So richtig freuen können man sich über den „geschenkten“ Ligaverbleib nicht. Aber natürlich gebe so eine Entscheidung „eine Richtung vor“. Die ProA ist und bleibt die Wunschliga der Ehinger Verantwortlichen. Nun müsse man noch den Sommer abwarten, in dem sich bekannterweise immer einiges tun kann. Drmota reicht den Lizenzantrag in Form einer Absichtserklärung ein. Mehr gäbe die Situation momentan nicht her. Für einen Lizenzantrag müsste er „irgendwelche Zahlen erfinden“. Mit den noch anwesenden Spielern würden derzeit Gespräche geführt. US-Boy Erik Scheive hat einen Flug Ende der Woche bekommen. Es bleibt das Gefühl, „dass die Arbeit noch nicht erledigt ist“, meint Drmota. Es gab keinen Abschied von den Fans und Sponsoren, noch nicht einmal ein kleines Abschiedstreffen der Spieler und Trainer. „Das ist ein luftleerer Raum. Ich hoffe einfach, dass wir alle gesund bleiben.“