Basketball Abhängig von Ulms Gnade

Der Doppellizenzspieler Joschka Ferner (oranges Trikot) spielt für ratiopharm Ulm in der BBL und für die Weißenhorn Youngstars in der ProB. Ob er am Sonntag im Derby gegen Ehingen spielt ist fraglich. Auf dem Bild ist er im Duell mit dem Ex-Ehinger Konrad Wysocki, der diese Saison in Crailsheim spielt.
Der Doppellizenzspieler Joschka Ferner (oranges Trikot) spielt für ratiopharm Ulm in der BBL und für die Weißenhorn Youngstars in der ProB. Ob er am Sonntag im Derby gegen Ehingen spielt ist fraglich. Auf dem Bild ist er im Duell mit dem Ex-Ehinger Konrad Wysocki, der diese Saison in Crailsheim spielt. © Foto: Baumann/Eibner-Pressefoto
Ehingen / FLORIAN ANKNER 30.10.2015
Für das Team Ehingen Urspring steht das Derby gegen die Weißenhorn Youngstars bevor. Gegen das Farmteam von ratiopharm Ulm hat Trainer Domenik Reinboth alle Spieler an Bord.

Derbys sind für Sportler oftmals die wichtigsten Spiele im Jahr. Schließlich geht es nicht nur um einen einfachen Sieg, sondern vielmehr um die Vorherrschaft in der Region. Doch was ist, wenn man einem Derby keine besondere Beachtung schenkt? Wie Domenik Reinboth, Trainer des Team Ehingen Urspring: „Für mich ist es ein normales Spiel“, sagt er, wenn er an das Derby gegen die Weißenhorn Youngstars denkt. Dennoch schaue er mit besonderem Blick auf die Partie am Sonntag (18 Uhr) in der Ehinger Längenfeldhalle: „Weißenhorn ist ein direkter Konkurrent von uns.“

Lediglich für die heimischen Spieler, die in der Region groß geworden sind, sei es etwas Besonderes. „Wie bei einem Maxi Eisele“, wie er sagt. Schließlich ist er trotz seines jungen Alters von 18 Jahren schon ein alter Hase in Urspring. Oder Timo Volk. Der Forward spielte die letzten beiden Saisons bei den Youngstars, bevor er im Sommer nach Ehingen wechselte. Einen Unterschied findet Reinboth schließlich doch noch: „Man wird es in der Halle spüren, es wird sicher eine andere Stimmung sein.“

Aber auch sonst unterscheidet sich das Spiel, beziehungsweise der Gegner von anderen Spielen in der Liga. Denn Weißenhorn ist das Farmteam, das sogenannte Nachwuchsteam, von ratiopharm Ulm. Um den jungen Spielern Spielpraxis zu geben, erhalten sie eine Doppellizenz und laufen neben Ulm auch für Weißenhorn auf – um Spielpraxis zu sammeln. Daher sind der Mannschaft auch in ihrer Planung zu einem großen Teil die Hände gebunden, da sie in gewisser Weise von der Gnade Ulms abhängig ist.

So besitzen etwa Joschka Ferner (15,3 Punkte), Björn Rohwer (5,3), Tom Alte (7,2), David Krämer (10,4), Michael Dorsch (6,4) und Marvin Omuvwie (5,8) eine Doppellizenz. Mindestens zwei von ihnen stehen dann bei Spieltagen von ratiopharm Ulm in deren Kader.

So erfährt auch der Gegner erst in der Halle, wer alles an Bord ist. „Es gibt zwar Tendenzen, aber sicher kann man sich nicht sein“, sagt Reinboth, der schätzt, dass Ferner und Rohwer für die fast zeitgleich spielenden Ulmer auflaufen werden. Dennoch hat er sich auf alle Möglichkeiten eingestellt: „Wir haben die Situationen mit und ohne sie durchgesprochen.“

Doch auch ohne die abgestellten Spieler haben die Weißenhorner eine schlagkräftige Truppe. Mit drei Siegen und zwei Niederlagen (beide auswärts) stehen die Bayern auf dem fünften Tabellenplatz. Angeführt wird die Mannschaft von Christopher Anderson, einem blitzschnellen, teamorientierten Aufbauspieler, der seine Mitspieler optimal in Szene setzen kann. Im Schnitt erzielt Anderson 14,2 Punkte. Im letzten Spiel gegen die BG Karlsruhe (74:78) erzielte der US-Amerikaner gar 13 Punkte, elf Rebounds und acht Assists.

Die zweite Stütze im Team um Trainer Danny Jansson ist der BBL erfahrene Routinier Nils Mittmann. Der 36-jährige Forward brilliert in der Saison bislang mit seiner Spielerfahrung und erzielt durchschnittlich 11,8 Punkte. Bemerkenswert: Bislang nahm Mittmann mehr als doppelt so viele Dreier wie Zweierwürfe (33 zu 15). „Er ist ein sehr gefährlicher Spieler“, warnt Trainer Domenik Reinboth.

Zum ersten Mal seit mehreren Wochen kann Reinboth beruhigter auf das Spiel schauen: „Es sollten alle Spieler so weit fit sein“, sagt er. Zwar seien einige Spieler leicht angeschlagen, der Virus, der beinahe die ganze Mannschaft lahmlegte, sei aber überstanden. Auch Daniel Berger ist rechtzeitig für das Derby wieder einsatzbereit. Vor zwei Wochen hatte er sich im Spiel gegen Frankfurt eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen.

Info Das Spiel beginnt um 18 Uhr in der Ehinger Längenfeldhalle.