Ralph Junge hat es als Manager und Trainer der Nürnberg Falcons diese Saison nicht leicht. Anfangs musste seine Mannschaft ohne Heimstätte auskommen. Seit Mitte November spielt sie in der Halle am Airport. Heute Abend steht der 49-Jährige seinem alten Klub gegenüber und ist heiß auf die Revanche fürs Hinspiel, das Ehingen 90:77 gewann.

Im Eventpalast am Flughafen gab es bislang wenig zu jubeln (1:4-Bilanz). Kann man überhaupt von Heimvorteil sprechen?

Ralph Junge: Angesichts der bisherigen Resultate haben wir uns klar vorgenommen, in der Rückrunde etwas zu ändern. Und das ist gegen Tübingen definitiv gelungen. Die Halle war voll, es gab eine tolle Stimmung und die Halle hat auch das Potenzial, zu einem
Hexenkessel zu werden.

Während der Ehinger Kader sich nicht verändert hat, mussten Sie mit einer Neuverpflichtung reagieren. Wir läuft es mit Juwan Parker?

Junge: Er fügt sich sehr gut ein. Es war wirklich notwendig, zu handeln, denn nach dem Ausfall unseres Captains (Sebastian Schröder, Daumenbruch Anm. d. Red.) und Marvin Omuvwie, der jetzt nach acht Monaten sein erstes Spiel gemacht hat, musste Tiefe her. Der deutsche Markt gab im Dezember nichts mehr her, darum musste ich auf den US-Markt ausweichen.

War der jüngste 73:55-Heimsieg Ihres Teams über die Tübinger in dieser Deutlichkeit zu erwarten?

Nein. Tübingen hatte sich verstärkt und einen größeren Etat als wir oder auch als Ehingen. Ich habe ein enges Spiel erwartet, aber wir haben gut gespielt, gut verteidigt und als Team den nächsten Schritt gemacht.

Gehen Sie auch gegen Ehingen Urspring von einem knapperen Spielverlauf aus?

So wie Ehingen diese Saison spielt, wird es erneut eine schwierige Aufgabe. Die Ehinger Mannschaft, Domenik und Nico haben es verdient, eine ProA-Saison ohne den Druck zu erleben. Und es ist ein Beweis, dass die ProA für Ehingen Sinn macht. Es muss aber immer viel zusammenpassen. Es werden auch wieder andere Zeiten kommen.