Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Sonntag das Spiel des Basketball-Zweitligisten Niners Chemnitz gegen das Team Ehingen Urspring besucht. Das Bundespresseamt bestätigte am Sonntagabend die unangekündigte Visite.

Zuvor hatte die Chemnitzer „Freie Presse“ darüber berichtet. Begleitet wurde Merkel bei der Begegnung der Niners gegen Ehingen Urspring von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der Oberbürgermeisterin von Chemnitz, Barbara Ludwig (SPD).

Angela Merkel hatte am 16. November Chemnitz besucht, rund drei Monate nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Deutschen. Die Bluttat hatte rechte Demonstrationen und fremdenfeindliche Übergriffe in der Stadt ausgelöst. Am Sonntag war sie wieder in der sächsischen Stadt und setzte ein Zeichen.

Ausschreitungen nach Tod eines 35-Jährigen

Der Tod eines 35-Jährigen Deutschen war Ende August Auslöser für Demonstrationen und Straftaten in Chemnitz, die sich auch gegen Migranten richteten. Bei Kundgebungen liefen zahlreiche Rechtsextreme mit. Chemnitz geriet dadurch international in die Schlagzeilen. Die Stadt verwahrte sich dagegen, für Umtriebe von Neonazis unter Generalverdacht gestellt zu werden.

Merkel besuchte die Stadt danach am 16. November und suchte den Dialog mit Chemnitzern. Sie sprach mit Lesern der „Freien Presse“ und besuchte den Basketball-Zweitligisten Niners Chemnitz. Damals versprach sie, sich ein Spiel des Teams anzuschauen.

Besuch von Merkel auf Twitter

Am Sonntag war Merkel, begleitet von Kretschmer und der Oberbürgermeisterin von Chemnitz, Barbara Ludwig (SPD), bei der Begegnung der Niners gegen das Team von Ehingen Urspring vor Ort, das die Gastgeber mit 84:73 gewannen. „Toller Basketballverein, der sich für Toleranz und Zusammenhalt in der Stadt einsetzt“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Anschluss an das Spiel in der Hartmannhalle.

Angriff auf Lokale und Betreiber

Nach Angaben der Chemnitzer Polizei besuchten Merkel und Kretschmer auch zwei Lokale in der Stadt, das jüdische Restaurant „Schalom“ und das persische Lokal „Safran“. Das „Schalom“ war am Rande der Proteste gegen Ausländer in Chemnitz Ende August von einer Gruppe Vermummter angegriffen worden, es flogen Steine und Flaschen. Anfang Oktober wurde dann der Inhaber des „Safrans“ von Unbekannten attackiert und verletzt.

Rechte Demo bei Besuch von Merkel

Der neuerliche Besuch Merkels in Chemnitz kam überraschend, er war zuvor nicht angekündigt worden. Ebenfalls am Sonntag fand unabhängig davon in der Stadt eine Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung „Pro Chemnitz“ mit geschätzt 120 Teilnehmern statt. Die Polizei war mit 800 Kräften im Einsatz, um den Besuch Merkels und die Versammlung abzusichern. Störungen habe es nicht gegeben.

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