Kegeln Wo Weltmeister zu Hause sind

Schrezheim / Klaus Helmstetter 06.10.2018

Der Ellwanger Teilort Schrezheim ist eine Kegelhochburg, wenn man so will, eine Art gallisches Dorf der Keglerszene, wo hochklassiger Sport geboten wird. Wer Lust hat, kann sich im Kegeltreff am Kloster in Schleifhäusle ein Bild davon machen. Dort gibt es bei den Heimspielen in aller Regel eine volle Hütte. Soll heißen: rund 120 Zuschauer inszenieren eine tolle Atmosphäre, fiebern intensiv mit und wollen sich die Spiele nicht entgehen lassen. Der Verein zählt 70 aktive Kegler und wird von einem Sponsorenpool (um die 50) unterstützt.

In der vergangenen Saison wurde die erste Frauenmannschaft des KC Schrezheim deutscher Vizemeister und qualifizierte sich für den Europapokal in Sarajewo. Die dort am besten abschneidenden Mannschaften sind in der Champions League teilnahmeberechtigt.

Start in der Championsleague

Und in der Tat ist dieses Kunststück dem KC Schrezheim dieser Tage gelungen. Das Team zog ins Halbfinale ein und löste damit das Ticket für die Teilnahme an der Champions League. Ein tolles Ergebnis!

Die zweite Damenmannschaft spielt in der zweiten Bundesliga, genau wie die Schrezheimer Männer. Also drei Bundesligisten auf einem Fleck – ein überaus erfolgreicher Verein.

Zu Beginn der vergangenen Runde setzte sich die Vereinsleitung auch dafür ein, dass das serbische Ehepaar Sabina und Srdan Sokac nach Schrezheim umziehen konnte. Beides hervorragende Kegler, die zu den Besten in der Bundesliga gehören, und sie verstärken den KC.

Auch auf Weltmeisterschaften sind die Keglerinnen aus Schrezheim vertreten. Sissi Schneider, Bianca Sauter, Saskia Barth, Kathrin Lutz und die italienische Nationalspielerin Laura Runggatscher haben bereits unzählige WM-Medaillen gewonnen. Mit Wolfgang Lutz steht den Schrezheimer Frauen ein exzellenter Trainer zur Verfügung. Er trainiert die Nationalmannschaft mit großem Erfolg und nebenbei spielt er noch in der zweiten Bundesliga mit den Herren des KC Schrezheim. Durch diese Erfolge ist der Verein in ganz Deutschland bekannt.

Trio aus Crailsheimer Raum

Auch aus dem Crailsheimer Raum sind aktive Kegler in Schrezheim zu Hause. Laine Rottler (Crailsheim) gehörte zu ihren besten Zeiten sicherlich zur deutschen Spitzenklasse und war in Crailsheim auch schon „Sportlerin des Jahres“. Dieter und Karin Theumer aus Wallhausen kegeln im Verein und alle drei haben die A-Lizenz im Schiedsrichterwesen. Das heißt, sie sind berechtigt alle Bundesligaspiele zu leiten. Für den Verein natürlich eine finanzielle Erleichterung, denn jedes Heimspiel muss mit einem Schiri belegt werden.

ESV früher auch in zweiter Liga

Angefangen zu kegeln haben die Theumers in den 1980er-Jahren beim ESV Crailsheim. Der spielte mit seiner Damenmannschaft übrigens in der Saison 1993/94 auch für ein Jahr in der zweiten Bundesliga. Zum Stammpersonal zählten damals Laine Rottler, Gudrun Gnannt, Helga Pentner, Jutta Pintner, Iris Harnisch und Marie-Luise Schunk.

Karin Theumer hat schon immer am Kegeln fasziniert, „dass man bis ins hohe Alter spielen kann und die Mannschaften in puncto Alter – von 14 bis 75 Jahren – bunt gemischt sind.“

Wobei sich auch die Kegler nicht von einem Mangel an Nachwuchsspielern freisprechen können. Seit einigen Jahren hat sich Karin Theumer der Schiedsrichterei verschrieben.

Als Bezirkswartin für Ostalb und Hohenlohe plant sie, inzwischen mit A-Lizenz, wer wann und wo pfeift. Die Schiris eröffnen die Spiele, überwachen die Einhaltung der Regeln, auch hier gibt es Gelbe und Rote Karten, und kontrollieren die Ergebnisse.

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