Nachwuchssportlerwahl Wie gewonnen, so zerronnen: Sportjugendkreis Hall ehrt beste Nachwuchssportler

Illshofen / JOACHIM MAYERSHOFER 11.03.2013
Sieg und Niederlage liegen oft eng beisammen - das lernen junge Sportler schon ganz früh. Dass man auch als Erster das Nachsehen haben kann, diese Erfahrung machte Tim Hermann vom SV Tiefenbach.

So schnell wie am Freitagabend bei der Nachwuchssportlerwahl des Sportjugendkreises Schwäbisch Hall in der Stadthalle Ilshofen musste Tim Hermann vom SV Tiefenbach wohl noch nie einen Siegerpokal wieder abgeben. Sportjugendkreisleiter Hartmut Gellert nahm ihm die Trophäe nach der Proklamation des besten Nachwuchssportlers 2012 auf der Tribüne umgehend weg. Verdutzt blickte der zwölfjährige Einradfahrer um sich, seine Miene sprang in Millisekundenschnelle von fröhlich auf tieftraurig. Er hatte doch weder einen erst nachträglich erkannten Frühstart in der Disziplin "Langsam rückwärts" verzeichnet, in der er 2012 deutscher Meister wurde. Noch hatte er bei der Weltmeisterschaft in Brixen, bei der er Siebter im "Langsam vorwärts" wurde, unerlaubte Dopingmittel zu sich genommen. Was war also der Grund dafür, dass er den Pokal wieder abgeben musste, fragte er sich? Des Rätsels einfache Lösung: Es gab in der Kategorie Nachwuchssportler des Jahres drei Talente, die dieselbe Stimmenzahl erhalten hatten, und somit drei Gewinner. Da aber nur eine Siegertrophäe vorrätig war, durfte diese der Jüngste des Trios, der Jahnkämpfer Yannis Sauerteig (Jahrgang 2004) vom TSV Gaildorf, mit nach Hause nehmen. Die beiden anderen Talente, Tim Hermann und der Leichtathlet Simon Lange (Post SG Schwäbisch Hall), bekommen ihre Pokale nachgereicht. Deshalb konnte Tim Hermann nach der - nicht ernst gemeinten - Trauermiene schnell wieder lachen und sich über seinen Erfolg freuen. Und auch über einen USB-Stick, den jeder ausgezeichnete Sportler erhielt.

Nicht viel zu lachen hatten in letzter Zeit die Ringer - hier ist der Grund aber dann doch ein ernster: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die arrivierte Sportart, die seit der Wiedereinführung der Olympischen Spiele im Jahr 1896 zum Programm gehörte, für Olympia 2020 gestrichen.

Nicht nur die jungen Ringer und die Trainer des ASV Schwäbisch Hall können diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Auch viele Gäste der Nachwuchssportlerwahl, wie Rolf Grübel, Vorsitzender des Sportkreises Hall, und Uwe Beckh, Sportkreisjugendleiter Heilbronn, diskutierten über diesen Beschluss des IOC und bezogen deutlich Position für die Ringer. Angesichts der beeindruckenden Vorführung der ASV-Athleten mehr als verständlich.

Außerdem sorgten die Hip-Hop-Gruppe des TSV Ilshofen, die "Dance Academy" des VfR Altenmünster und die Stepptänzer "Blue Step Angels" des SSV Stimpfach für gute Unterhaltung auf der Bühne, auf der jeder junge Sportler mit seinen besten Leistungen im abgelaufenen Jahr kurz präsentiert wurde. Moderator Axel Strohmeier und die Besucher bekamen so einen etwas tieferen Einblick in die verschiedensten Sportarten: So erklärte die Einradfahrerin Lea Hermann vom SV Tiefenbach, dass man beim "100 Meter unlimited Expert-Finale" mit jedem Rad starten darf, "unabhängig von der Reifengröße oder der Kurbellänge". Jule Pfüller vom TSV Gaildorf berichtete, dass sie beim Jahnkampf je zwei Turn-, Schwimm- und Leichtathletik-Disziplinen absolvieren muss. Die Leichtahletik-Mädchen des TSV Crailsheim informierten darüber, was es mit der Olympischen Staffel auf sich hat: Ein Mitglied läuft 800 Meter, ein anderes 400 Meter und zwei Starter laufen je 200 Meter. Und der Cross-Country-Mountainbiker Sven Strähle vom Tura Untermünkheim erzählte lachend, dass er des Öfteren nach einem Rennen kalt duschen müsse, weil bei 2000 Starten irgendwann eben nur noch kaltes Wasser kommt.

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