Basketball Traum von der WM-Teilnahme mit Deutschland lebt

Ex-Merlin Joshiko Saibou (links, hier im WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien) hat sechs Länderspiele für Deutschland absolviert. Er wil Teil des deutschen Kaders für die Weltmeisterschaft in China im nächsten Jahr sein.
Ex-Merlin Joshiko Saibou (links, hier im WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien) hat sechs Länderspiele für Deutschland absolviert. Er wil Teil des deutschen Kaders für die Weltmeisterschaft in China im nächsten Jahr sein. © Foto: Heiko Becker
Berlin / Jana Wengert 12.10.2018
In der Saison 2014/15 hat Joshiko Saibou für die Merlins gespielt. Bei seinem Jugendverein Alba Berlin ist er zum Nationalspieler gereift.

Vom Tellerwäscher zum Millionär ist die Erfolgsgeschichte schlechthin. Für den Ex-Merlin Joshiko Saibou ging es ebenfalls steil bergauf, genauer gesagt von Crailsheim in die deutsche Nationalmannschaft. Nach einer Saison bei den Merlins (2014/15) wechselte der gebürtige Kölner innerhalb der ersten Basketball-Bundesliga zu den Vereinen Würzburg und Gießen, bis es ihn im Jahr 2017 wieder zu seinem Heimatklub Alba Berlin zurück verschlug, wo er bereits mehrere Jugendmannschaften durchlaufen hatte. Im gleichen Jahr wurde Saibou auch erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen.

Freundschaft mit Ex-Merlins

Gerne blickt der heute 28-Jährige auf seine Zeit in der Horaffenstadt und die vielen Höhepunkte in der Arena Hohenlohe zurück: „Mir hat besonders die familiäre Atmosphäre gefallen“, sagt er. Noch heute steht Joshiko Saibou mit seinen damaligen Crailsheimer Teamkollegen Max Rockmann und Jannik Freese in engem Kontakt, obwohl alle mittlerweile in anderen Städten spielen. „Wir sind auch wirklich einmal jährlich zusammen im Sommerurlaub unterwegs“, sagt Saibou. So genoss das Trio beispielsweise die letzte Sommerpause zusammen auf Bali – mit weiteren bekannten Gesichtern aus der Basketballszene wie Maurice Stuckey und Oliver Clay – oder verbrachte die freien Stunden bei einem Trainingscamp am Gardasee.

Im Vergleich zu seinem damaligen Spielstil in Crailsheim habe er sich erheblich verbessert, sagt Saibou. „Nach wie vor versuche ich immer aus meiner Komfortzone auszubrechen, weil das der einzige Weg ist, um zu wachsen“, erklärt der 28-Jährige. In Gießen und Berlin habe er dabei als Basketballer und auch als Mensch die größten Schritte in seiner Entwicklung gemacht. Aber auch abseits des Basketballs hat Joshiko Saibou einiges aus Crailsheim mitgenommen, was er aus der Hauptstadt Berlin vorher nicht kannte. „Ich habe gelernt, die Ruhe und Entschleunigung außer­halb der Großstadt anzunehmen und zu schätzen“, verrät der Spielmacher.

In der vergangenen Saison musste Joshiko Saibou mit den Albatrossen eine herbe Niederlage einstecken. Nachdem das Team um den 1,88 Meter großen Point Guard die Hauptrunde und die Play-offs souverän gemeistert hatte, scheiterten die Berliner im Finale an Bayern München mit 2:3. „Das hat schon einige Wochen gedauert, bis ich die Finalniederlage verdaut hatte. Es war wirklich eine großartige Serie“, sagt Saibou. Auch im Pokalfinale unterlag Berlin den Münchnern.

Über die ganzen Spielzeiten hinweg konnte Joshiko Saibou sein Können mit dem orangenen Leder unter Beweis stellen. Nicht ohne Grund wurde er dadurch auch von Bundestrainer Henrik Rödl, der als Alba-Coach 2009 die NBBL-Meisterschaft (U 19) mit Saibou und Niels Giffey gewonnen und Saibou einst in der zweiten Liga in Trier unter seinen Fittichen hatte, in die deutsche Nationalmannschaft berufen. „Ich hatte immer den Traum Nationalspieler zu werden und immer daraufhin gearbeitet. Ich habe daran geglaubt, aber Gewissheit gab es nicht“, verrät Saibou.

In sechs WM-Qualifikationsspielen kam er zu Länderspielehren, neben Basketballgrößen wie dem deutschen NBA-Star Dennis Schröder. Durchschnittlich kam er dabei auf 6,5 Punkte pro Partie, ragte besonders beim 87:77-Sieg in Georgien mit 15 Punkten heraus. Eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in China im nächsten Jahr würde dem in Köln geborenen, aber in Berlin aufgewachsenen Sohn einer Togolesin und eines Deutschen so einiges bedeuten. „Es wäre absolut toll für mich und mein erstes großes Turnier für Deutschland. Bis dahin ist noch viel Zeit und jede Menge anderer Ziele liegen auf dem Weg“, sagt Joshiko Saibou.

Umso zuversichtlicher blickt er auf diese Saison: „Ich will mit Alba Berlin deutscher Meister und Pokalsieger werden“, sagt Joshiko Saibou selbstbewusst. Als Titelfavoriten sieht Saibou die drei üblichen verdächtigen Basketballhochburgen in Deutschland: Bayern München, Brose Bamberg und Alba Berlin.

Eine zu große Kluft zwischen den Spitzenteams und den restlichen Mannschaften bemängelt der erfahrene Bundesligaspieler nicht: „Ich finde, unsere Liga ist sehr ausgeglichen.“

Rückspiel am 6. April

Und was traut Saibou den Zauberern aus Crailsheim zu? „Ich kenne die Spieler des Teams nicht gut genug, um das einschätzen zu können“, sagt Joshiko Saibou, „aber klar ist, dass sie alles versuchen werden, um sich in der Liga zu halten.“ Dabei werden die Hakro Merlins nach Einschätzung des Spielmachers mit den Konkurrenten Rasta Vechta und den Eisbären Bremerhaven in den Kampf um den Klassenerhalt gehen. Auf das Spiel in Crailsheim freut sich der Ex-Merlin bereits, besonders auf die Fans und die Arena. Bevor es allerdings Joshiko Saibou am 6. April wieder in die Arena Hohenlohe verschlägt, werden die Hakro Merlins am Freitag zuerst in Berlin auf Punktejagd gehen.

So spielten sie

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