Crailsheim Talent mit großer Zukunft

Crailsheim / Ralf Mangold 07.12.2018
Als erster Rettungsschwimmer der DLRG in Crailsheim ist Lukas Bohne bei einer deutschen Meisterschaft am Start. Dort belegt er Platz 26.

Qualifiziert hat sich der Crailsheimer Nachwuchssportler als Bezirksmeister für die württembergische Meisterschaft. Dort wurde Lukas Bohne Dritter, was gleichzeitig das Ticket für das deutsche Endturnier in Leipzig bedeutete. „Wir sind sehr stolz auf Lukas. Das hat bisher von der DLRG in Crailsheim noch keiner geschafft“, sagt Sina Vogt, die die Wettkampfgruppe mit knapp 25 Jugendlichen einmal wöchentlich trainiert.

Donnerstags schwimmt Lukas zusätzlich noch in der Jugendgruppe des DLRG bis er sein Rettungsschwimmabzeichen in Bronze absolviert hat. Insgesamt sind es über 100 Kinder im Verein, die meisten davon im Anfängerkurs ab sechs Jahren. „Es könnten sogar noch mehr sein, aber unsere Kapazitäten sind leider begrenzt.“ Die Nachfrage ist inzwischen sogar so groß, dass es eine Warteliste von über zwei Jahren gibt.

Schon seit der Grundschulzeit trainiert Lukas bei der DLRG. „Es macht mir einfach Spaß, mich mit anderen bei den Wettkämpfen zu messen.“ Neben Schnelligkeit ist zudem Technik beim Rettungsschwimmen gefragt. Bei einer Disziplin muss man mit Fiberglasflossen schwimmen. Das ist gar nicht so einfach. Auf der 50-Meter-Strecke ist man so über fünf Sekunden schneller als ohne die Flossen. Eine weitere Disziplin ist Schwimmen kombiniert mit Tauchen. In der Mitte der Bahn ist ein Netz gespannt, unter dem man durchtauchen muss.

„Wir vermitteln aber auch theoretisches Wissen. Bei der Rettung beispielsweise steht an erster Stelle die Eigensicherung“, erklärt seine Trainerin Sina Vogt. Der Ablauf einer Übungseinheit ähnelt dem „normalen“ Schwimmtraining. Ein paar der Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren der DLRG sind auch Mitglied bei der Schwimmabteilung des TSV Crailsheim. „Das Training bei uns ist durch die Rettungssportdisziplinen vielseitig. Hauptsächlich geht es um Geschicklichkeit kombiniert mit Schnelligkeit.“ Trainiert wird bei der DLRG lediglich Kraul-, Rücken- und Brustschwimmen, „Delphin braucht man bei der Lebensrettung wohl kaum.“ Äußerst komplex ist insbesondere das Training der Staffelwechsel.

Königsdisziplin ist die „Rettung“ einer über 50 Kilogramm schweren Puppe aus dem Wasser. Da Lukas beim nächsten Wettkampf in Weikersheim in die Altersklasse 13/14 aufrückt, kann er sich erstmals daran ausprobieren. Insgesamt fünf Wettkämpfe bestreitet die Leistungsgruppe im Jahr. „Ich bin eigentlich eher ein Sprintertyp. Mal schauen, wie die Umstellung von der 25- auf die 50-Meter-Strecke klappt.“

Mit dem Vorstand der DLRG, Jens Steinbach, fuhr Lukas vor ein paar Wochen nach Leipzig. „Nervös war ich eigentlich nicht. Ich habe ja vorher schon einige Wettkämpfe gemacht“, erzählt der Jugendliche aus Crailsheim. „In der Olympiahalle in Leipzig zu schwimmen und die besten Schwimmer Deutschlands zu treffen, war für mich schon beeindruckend.“

Eine Disziplin hieß 50 Meter kombiniertes Schwimmen, das heißt, die erste Hälfte Kraulschwimmen und die andere Hälfte Rückenlage schwimmen ohne Arme. Dann musste er sich noch mit Flossen im Wasser fortbewegen und beim Schwimmen unter einem Netz durchtauchen. Am Ende belegte Lukas den 26. Platz. „Ich bin dennoch zufrieden mit meinem Ergebnis.“ Alleine die Qualifikation für dieses Endturnier sei schon ein toller Erfolg für ihn gewesen.

Sein Ziel ist es, vielleicht irgendwann noch einmal bei einer DM dabei zu sein, „aber in der neuen Altersklasse wird das sehr schwierig“, sieht er dieses Vorhaben realistisch in doch sehr weiter Ferne. Neben viermal wöchentlichem Schwimmtraining und Schule bleibt für Lukas nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys. Leichtathletik und vor allem Triathlon stand im vergangenen Sommer hoch im Kurs, wo er unter anderem bei der Junior Challenge in Roth an den Start ging.

Dreimal Gold, einmal Bronze

Beim Weihnachtsschwimmen des TSV Crailsheim am vergangenen Sonntag war Lukas am Start. „Das ist natürlich etwas ganz Besonderes im heimischen Hallenbad“, war die Vorfreude groß bei dem Zwölfjährigen. Wenn Eltern und Bekannte ihn am Beckenrand anfeuern  – das könnte zusätzliche Kräfte frei machen. „Mein Ziel ist es, die Zeiten vom Vorjahr zu verbessern. Außerdem will ich unbedingt meinen persönlichen Rekord im Kraul unterbieten und möglichst irgendwann unter 30 Sekunden schwimmen.“

Diese Vorhaben konnte Lukas zwar am Sonntag beim Crailsheimer Weihnachtsschwimmen noch nicht ganz umsetzen, doch seine Bilanz mit vier Gold- und einer Bronzemedaille war dennoch bärenstark.

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Bei der 45. Auflage des Weihnachtsschwimmens gab es viele persönliche Bestzeiten der Schwimmerinnen und Schwimmer des TSV Crailsheim.

Eine tolle Premiere feierte Lauri Marunde (Jahrgang 2010) und sicherte sich bei all seinen drei Starts eine Goldmedaille. Franziska Hoffmann war bei ihrem ersten Wettkampf in heimischem Becken ebenfalls erfolgreich und wurde am Ende mit zwei Silber- und einer Bron­ze­medaille belohnt.

Von den Crailsheimer Schwimmern wurden insgesamt 130 Starts absolviert. Dabei sicherten sie sich 17 Gold-, 19 Silber- und 19 Bronzemedaillen.

Höhepunkt der Großveranstaltung war die ­10x50-m-Freistilstaffel. Hier gewannen die Crailsheimer deutlich vor den Mannschaften der TSG Schwäbisch Hall und des SV Kornwestheim-Marbach.

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