Crailsheim / Joachim Mayershofer Die Liga ermahnt die Hakro Merlins Crailsheim. Ein Hallensprecher sei nicht dazu da, die Halle aufzuwiegeln, sagt der kaufmännische und sportliche Leiter der BBL.

Beim Spiel der Hakro Merlins Crailsheim gegen Medi Bayreuth am Mittwoch sind beide Hallensprecher – Daniel Feuchter und Danny Jüngling – ihrer Aufgaben entbunden worden. Jochen Schmidt, der früher als Hallensprecher aktiv gewesen war, griff zum Mikrofon, nachdem er sich mit Abteilungsleiter Sebastian Klunker – ebenfalls ehemaliger Hallensprecher – kurz verständigt hatte. „Der alte Mann hat bei minus vier Punkten übernommen und die Jungs durch den Sturm zum Heimsieg geführt“, sagte Schmidt mit einem Schmunzeln.

Schon häufiger Beschwerden gegen Hallensprecher

Weniger zum Lachen zumute war es Jens Staudenmayer, Prokurist sowie kaufmännischer und sportlicher Leiter der BBL, der unserer Zeitung am Telefon erklärte: „Es gab schon häufiger Beschwerden vom Kommissar und auch von Gastvereinen, dass es zu viel des Guten sei.“ Die Schiedsrichter haben seiner Meinung nach „konsequenterweise gehandelt“. Danny Jüngling habe für alle sichtbar gegen ein technisches Foul protestiert, Daniel Feuchter gegen ein Foulspiel gegen Joschka Ferner. „Ein Hallensprecher ist nicht dazu da, die Halle aufzuwiegeln“, so Staudenmayer. „Vor allem der, der nicht am Tisch sitzt, ist schwer einzufangen.“

Bildergalerie Merlins besiegen Bayreuth im Emotionen-Kracher

Die BBL habe schon Kontakt mit Crailsheim aufgenommen, dass es gesitteter ablaufen müsse. „Noch gibt es aber keine Strafe. Im Wiederholungsfall kann es zu einer Geldstrafe zwischen 500 und 5000 Euro kommen. Der Kommissar Christian Eichhorn hat es an die Liga gemeldet, aber wir sehen noch keinen Bedarf für weitere Handlungen“, erklärte der BBL-Prokurist.

Danny „Pimp“ Jüngling ist erst seit dieser Saison wieder regelmäßig als Hallensprecher bei den Merlins-Spielen:

Ein bisschen zittrige Knie hat er schon. Wenn er an sein letztes Spiel als Hallensprecher der Merlins denkt, beschleichen ihn durchaus gemischte Gefühle. W

Fest steht: Der 97:90-Sieg der Crailsheimer gegen Bayreuth kam zu einem großen Teil auch durch die Emotionen zustande, die sich wegen des Rauswurfs der Hallensprecher und der schlechten Schiedsrichterleistung – zu Ungunsten der Merlins – auf den Rängen entwickelt hatten.

Selten war es in der Arena Hohenlohe so laut.

Die rund 1900 Fans machten Lärm, als wäre die Halle mit 3000 Mann ausverkauft.

Romig: „Wir sind nicht beim Golfen oder dem Tennisplatz“

„Es war beeindruckend, wie die Halle das Spiel übernommen hat, nachdem die Hallensprecher raus waren“, freute sich Merlins-Geschäftsführer Martin Romig, der das Geschehen nicht überbewerten will. „Es war meiner Meinung nach nichts dabei, was so ein Theater nach sich ziehen hätte müssen. Wir sind nicht beim Golfen und nicht auf dem Tennisplatz, wir sind auch fürs Entertainment da. Die Liga und wir wollen da jetzt keine großen Wellen machen. Jeder muss mit sich selber schwanger gehen, wie er das jetzt bewertet.“

Eine interne „Strafe“ werde es aber nach sich ziehen, wie Romig süffisant erklärte: „Für den Rauswurf müssen Danny und Daniel auf jeden Fall einen Kasten Engelbier zahlen.“

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