Reiten Stefan Fundis trumpft mit Lanox bei Mächtigkeitsspringen auf

Region / KLAUS HELMSTETTER 04.03.2013
Mächtigkeitsspringen! Allein das Wort klingt schon respekteinflößend. Erst recht, wenn man sich das mal in der Praxis vorstellt. 2,20 Meter - ein Gardemaß, das der ein oder andere Basketballer erreicht. Der Springreiter Stefan Fundis hat dieses Maß mit seinem Oldenburger Wallach Lanox schon überwunden.

Die Parcoursbauer brauchen Leitern, um solch eine Mauer zu platzieren! Vor dem Absprung fixiert der 23 Jahre alte Student aus Saurach beim Anreiten den Fuß der Mauer, um ihn richtig zu erwischen. "Da ist ein bisschen Instinkt dabei - und Erfahrung, kein Lehrbuchwissen", sagt er. Und natürlich muss die Chemie zwischen Pferd und Reiter passen. "Zumal oft 3000 bis 4000 Zuschauer vor Ort sind und für eine entsprechende Lautstärke sorgen. Das verträgt nicht jedes Pferd", ist der Sauracher stolz auf Lanox.

Im saarländischen Neunkirchen war die Mauer 2,20 Meter hoch. Nur wenige Springreiter auf der ganzen Welt schnuppern derlei Höhenluft. Fundis und Lanox waren nicht zu schlagen. In Deutschland überbot Fundis diese Höhe als Erster in den letzten Jahren. "Trainieren kann man das schwer", gibt er Auskunft. "Normalerweise sind die Mauern vielleicht 1,60 oder 1,70 Meter hoch." Auf der Sauracher Anlage gibt es gar keine. Die sieht Lanox nur im Wettkampf.

Auf das Mächtigkeitsspringen - diese besondere Form der reitsportlichen Herausforderung - hat sich ein fester Kreis von vielleicht zehn Reitern spezialisiert, überschlägt Stefan Fundis. "Es gibt relativ wenige, die sich trauen. Schließlich gehört auch viel Mut dazu. "Mein Pferd", unterstreicht Fundis, "gibt mir Sicherheit. Damit habe ich großes Glück gehabt." Natürlich hat Fundis Respekt vor diesen Höhen. Von schwereren Verletzungen ist er bislang verschont geblieben.

"Selbstverständlich muss man das Pferd auch schonend einsetzen. Pro Jahr reiten wir vielleicht 20 Turniere. 15 davon sind Mächtigkeitsspringen, die vornehmlich in Nordrhein-Westfalen stattfinden. Aber auch in Belgien und Österreich waren wir schon ein paarmal am Start." Und natürlich geht im Wettkampf nicht immer alles glatt. "Die Fehler liegen aber eher an mir, als am Pferd", räumt Fundis ein. "Er macht einen sicheren Job, wobei das Zusammenspiel ganz wichtig ist." Und die beiden verbindet in der Tat ein besonderes Verhältnis. "Er steht bei uns ganz hinten in der Box und wenn ich pfeife wendet er mir den Kopf zu." Das war keineswegs immer so. "Als er kam, war er ängstlich und unsicher, und es hat gedauert, bis er ein entsprechendes Selbstbewusstsein entwickelt hat."

Im Winter war für die beiden Regeneration angesagt. Stefan, der Reiter, hielt sich durch Joggen und im Studio fit. Lanox durfte sich vier Wochen lang im Gelände austoben, ehe es wieder ans regelmäßige Arbeiten im Training ging. Und die Zielsetzung für diese Saison? "Wir schauen von Turnier zu Turnier und haben natürlich den Ehrgeiz, ganz vorne dabei zu sein. In Österreich gibt es eine Turnierserie für Mächtigkeitsspringen mit drei Einzel-Wettkämpfen, unter anderem in Wien und Salzburg. Dort mal zu gewinnen, wäre schon klasse", wagt der junge Mann einen Ausblick. Derzeit ist er mit seiner Bachelor-Arbeit (Thema: Kundenzufriedenheit) im Rahmen seines Studienganges Management und Vertrieb beschäftigt. Daneben betreibt er noch einen Online-Shop für Reiterkleidung.

Die Reiterei ist ihm quasi in die Wiege gelegt, denn mit den Geschwistern Lisa, Carmen und Martin ist Stefan auf dem elterlichen Hof in Saurach groß geworden. Erfolgreich war er schon in jungen Jahren, gab dann aber Schule und Ausbildung den Vorzug, ehe er mit Lanox wieder Lust für größere Aufgaben verspürte. "Lanox hat zunächst etwas die Vorsicht gefehlt. Das hat sich mit den Mächtigkeitsspringen aber verändert. Mittlerweile kommt er auch passabel über einen ,Großen Preis." Die neue Saison hat gerade erst angefangen, und man darf gespannt sein, wie sich Stefan Fundis und Lanox bei den kommenden Aufgaben schlagen werden. Der Auftakt war schon mal vielversprechend.

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