Sport vor 20 Jahren: Immer noch Spaß am Volleyball

RALF MANGOLD 10.11.2012

Ein Aushängeschild der Region im Sport war jahrelang die Volleyballabteilung des TV Creglingen, die ab 1980 von Rudi Sonnenbichler mit hervorragender Jugendarbeit aufgebaut wurde.

Die erste Frauenmannschaft spielte in den 1990er-Jahren sogar in der ersten Bundesliga. Trainer waren zu dieser Zeit unter anderem Bernd Werscheck, Mathias Eichinger und Xiaojun Yang. Bekannte Namen aus dem Kreis der Spielerinnen: Karin Steyaert, Danja Müsch, Claudia Pavlicek, Birgit Thumm, Nicole Fetting und Sabrina Roß. Im Jahre 2002 mussten sich die Volleyballer aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurückziehen. Eine, die beim rasanten Aufstieg der Volleyballerinnen ganz nah dran war, ist Dagmar Hußler. "Über die Schule bin ich in der fünften Klasse 1980 zum Volleyball gekommen", erzählt die inzwischen 42-Jährige. Mit dem TV Creglingen schaffte sie den Durchmarsch bis in die 2. Bundesliga im Jahre 1989. "Wir waren fünf Spielerinnen des Jahrgangs 1970, sind immer zusammengeblieben und dann jedes Jahr aufgestiegen. Einen großen Anteil daran hatte sicherlich unser Trainer Rudi Sonnenbichler, der zuletzt das Nationalteam der Sitzvolleyballer bei den Paralympics betreut hat."

Für die erste Liga hat es für Häußler allerdings nicht mehr gereicht und so zog die vielseitig einsetzbare Volleyballerin nach Hildesheim und spielte dort in der Niedersachsenliga. Zwei Jahre später kehrte sie zurück nach Münster, einem Vorort von Creglingen, und schaffte mit der zweiten Mannschaft des TV ebenfalls den Durchmarsch bis in die 2. Liga (1998). Creglingen war damals sogar Volleyball-Nachwuchsstützpunkt und hat im Laufe der Zeit sogar ein Teilzeitinternat für talentierten Volleyballnachwuchs angeboten.

Als ihr Sohn im April 1998 zur Welt kam, musste Häußler ihren Trainingsumfang reduzieren und spielte nur noch in der dritten Mannschaft beziehungsweise in Hobbyteams. "Dreimal in der Woche Training war nicht mehr - auch aus beruflichen Gründen - drin. Wir hatten eine ganz tolle Zeit, waren ein eingeschworenes Team und bereits in der Regionalligazeit war die Halle immer proppenvoll", erinnert sich Häußler. Bereits in der Jugend hatte Häußler einige Erfolge vorzuweisen (dreimal Deutscher Meister), lief darüber hinaus bei diversen Auswahlteams auf. "Die Jugendarbeit beim TV Creglingen ist übrigens immer noch sehr gut."

Erst im September 2009 begann sie wieder aktiv zu spielen, und zwar beim TV Rot am See in der A-Klasse. "Martin Heim, der früher Hallensprecher in Creglingen war und jetzt die Volleyballabteilung des TVR leitet, hat mich angesprochen und ich habe gleich zugesagt." Mit ihr starteten auch Birgit Haas (ehemals Birgit Schneider) und Jaqueline Riedl dort einen Neuanfang.

"Während der Saison kam dann noch Delia Schultrich hinzu und wir stiegen mit ihr bis in die Landesliga auf." Schultrich war in den 1990er-Jahren übrigens nicht nur eine gute Volleyballspielerin, sondern hat in der 2. Liga Fußball gespielt und war auch beim Basketball in der regionalen Spitze zu finden. Im November diesen Jahres zieht sie mit ihrem Ehemann allerdings nach Hongkong. Dafür verstärken mit Isolde Veit, Iris Hillenbrand und Carola Kade drei weitere ehemalige Creglinger Spielerinnen zukünftig den Kader des TV Rot am See. Ziel ist der Klassenerhalt. Zudem gibt es ab dieser Saison nun auch noch eine Herrenmannschaft.

Parallel zum TV läuft Dagmar Häußler auch in Creglingen bei der 2010 neu gegründeten Seniorinnenmannschaft auf, mit der sie gleich auf Anhieb die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft erreicht hat. Schön findet sie zudem den "Creglinger Volleyballtreff", bei dem sich seit drei Jahren die Topspielerinnen aus vergangenen Zeiten einmal im Jahr zwanglos treffen. "Bis aus der Schweiz kommen die Ehemaligen, das ist immer eine Riesengaudi", erzählt Häußler.

"Volleyball kann man auch noch im höheren Alter spielen und man findet überall, wie beispielsweise im Urlaub am Strand, schnell Anschluss", nennt sie die Gründe, warum ihr der kontaktlose Sport immer so viel Spaß gemacht hat und auch weiterhin noch machen wird.

Aktiv wird sie allerdings wohl nicht mehr allzu lange für den TV spielen. "Wir haben jetzt eine zweite Mannschaft und in zwei bis drei Jahren soll der Nachwuchs reinwachsen."

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