Basketball Rotation wird beginnen

DeWayne Russell ist neu bei den Hakro Merlins Crailsheim. Er bekleidet die Spielmacherposition.
DeWayne Russell ist neu bei den Hakro Merlins Crailsheim. Er bekleidet die Spielmacherposition. © Foto: Michael Wiedmann
Crailsheim / Michael Wiedmann 10.10.2018
DeWayne Russell hat am Montagnachmittag erstmals die Hakro-Arena betreten. Schon am Dienstag ging es zum Training auf das Parkett der Arena Hohenlohe.

Aus Phoenix stammt der knapp 1,80 Meter kleine Spielmacher DeWayne Russell, der zwar in einem anderen Leben gerne etwas größer werden würde, im Hier und Jetzt allerdings ein paar fehlende Zentimeter mit unbändiger Energie, hoher Geschwindigkeit und schnellen Fingern mehr als kompensiert. Wie bei fast allen seiner Teamkameraden heißt sein basketballerisches Idol LeBron James, und ebenso wie viele andere Zauberer, beantwortet er die Frage nach seinem Lieblingsschulfach mit Mathe.

Gute Erinnerungen an die Schulzeit hat Russell allerdings auch im Hinblick auf seine sportliche Karriere. „Der Gewinn der Highschool-Meisterschaft war einer meiner bisher größten sportlichen Erfolge.“ Die Peoria Panthers hatte er mit 27 Punkten und 5,4 Assists pro Spiel zur ersten Meisterschaft seit 1984 geführt.

Auch danach ging es erfolgreich weiter. Am College setzte er sein persönliches Karrierehighlight mit 42 Punkten gegen Louisville und führte gleich mehrere Statistiken in der Conference an, in welcher er mit der Grand Canyon University spielte. Damit empfahl er sich für seine erste Profistation beim renommierten französischen Klub SLUC Nancy Basket. „Dort hat er eine sehr gute Saison gespielt und ist jetzt bereit für den nächsten Schritt“, sagt sein neuer Headcoach Tuomas Iisalo.

Russell selbst hat mit den Merlins ein ebenso simples wie klares Ziel: „So viele Spiele wie möglich gewinnen!“ Respekt hat er noch vor der „schweren deutschen Sprache“, fängt aber direkt mit dem Lernen an und sagt „Guten Tag!“.

Mit der Verpflichtung von DeWayne Russell wollen die Crailsheimer Basketballer die Lücke schließen, die derzeit noch auf der Aufbauposition auszumachen ist. „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir uns seit einigen Wochen umgeschaut haben, nachdem wir die Vorbereitung und zuletzt auch die ersten Saisonspiele reflektiert haben“, sagt Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat. Nicht nur Frank Turner soll vom Neuzugang auf der Aufbauposition entlastet werden, sondern vor allen Dingen auch die Flügelspieler: „Ich glaube es ist wichtig, dass bei manchen der Kopf frei wird. Man hat gemerkt, dass diese zusätzliche Arbeit auf der Aufbauposition immer im Hinterkopf war. Nun hoffen wir, dass die Verstärkung für die Jungs befreiend wirkt.“ Gemeint sind insbesondere Brion Rush, Ben Madgen und Sebastian Herrera, die nun ihre Stärken auf den Stammpositionen auf dem Flügel noch besser zum Einsatz bringen sollen.

Sieben Ausländer im Team

Natürlich ist auch klar, dass der siebte Ausländer im Team besondere Auswirkungen auf den Kader und Einfluss auf das Teamgefüge haben wird. Enskat: „Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder es gibt eine Rotation je nach Gegner, oder es muss ein Spieler in den sauren Apfel beißen und hat zunächst keinen Platz mehr im Kader. Tuomas wird jetzt schauen, welche Kombination für das Team auf dem Feld am wertvollsten ist und demnach seine Entscheidung treffen.“

Der Coach selbst freut sich auf einen weiteren Ball-Handler im Training und die neue Dynamik im Team. In jedem Fall erhoffen sich die Verantwortlichen vom 24-Jährigen „zusätzliche Energie und frische Beine von einem Spieler, der das Publikum genauso begeistert wie unsere anderen Jungs in der zweiten Halbzeit gegen Gießen“.

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