Eine wahre Flut an neuen Bestleistungen förderte die 34. Auflage des Muswiesenlaufes zu Tage. Vier neue Streckenrekorde stellten die Läufer am Samstag auf. Für das Comeback des Tages sorgte der aus Kirchberg stammende Peter Hein. 13 Jahre lang war der heutige Triathlet vom VfL Sindelfingen dem Laufklassiker in Musdorf fern geblieben. „Irgendwie hat es zeitlich nie gepasst“, sagte der 32 Jahre alte Athlet nach seinem Siegeslauf über die zehn Kilometer. Mit dem Rennen war Hein natürlich sehr zufrieden, schließlich „ist es immer schön, wenn man als Triathlet bei den Läufern gewinnt“.

Fast eineinhalb Minuten lag der neue Muswiesenlaufsieger im Ziel vor Julien Grunert aus Osterburken. Weitere rund 20 Sekunden dahinter kam Günter Seibold als Dritter ins Ziel. Die Crailsheimer Lauflegende hatte sich in den Tagen zuvor mit einer starken Erkältung geplagt und war demzufolge nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. „Ich denke, es war trotzdem richtig, dass ich heute mit dabei war“, sagte Seibold, der – und das zeigt einmal mehr dessen großen Sportsgeist – seinen Titel trotz der gesundheitlichen Probleme nicht einfach kampflos abgeben wollte.

Hähnle-Pohl siegt erneut

Neben dem Titel des Muswiesenlaufsiegers musste Günter Seibold dann aber auch gleich noch seinen Streckenrekord an Peter Hein abtreten. Um zwei Sekunden verbesserte Hein die Bestmarke aus dem Jahr 2016. Ebenfalls in neuer Rekordzeit von 38:52 Minuten überquerte Veronica Clio Hähnle-Pohl von der TSG Heilbronn als erste Frau die Ziellinie und lag damit genau fünf Minuten vor der Zweitplatzierten Sylvia Bach vom Team Hercules. Hähnle-Pohl hatte am Tag der Deutschen Einheit schon den Sparkassenlauf in Crailsheim für sich entschieden.

Ganz andere Ziele verfolgte Jutta Rappold aus Rot am See, die am Samstag zum ersten Mal überhaupt an einer Laufveranstaltung teilnahm. „Das war richtig spannend“, erklärte die Laufanfängerin nach ihrem erfolgreich absolvierten Fünf-Kilometer-Lauf begeistert. Seit 2016 leitet sie in Rot am See eine Aerobic-Gruppe und hatte kurzerhand in der Sommerpause eine kleine Laufgruppe gegründet, um die sportfreie Zeit zu überbrücken. In den vergangenen Wochen hatte sich die bunt gemischte Gruppe in gemeinsamen Laufeinheiten extra auf den Muswiesenlauf vorbereitet. „Der Lauf war für die Gruppe eine tolle Sache“, so Rappold weiter. Und nächstes Jahr will sie mit ihrer Läufergemeinschaft auf jeden Fall wieder mit dabei sein.

Das mit Abstand spannendste und faszinierendste Rennen des Tages war bereits gut eine Stunde zuvor über die Bühne gegangen. Im Auftaktrennen der U-8-Schüler lieferten sich die Lokalmatadoren Tim Köber und Sam Deufel über 1000 Meter einen echten Fight. Nach rund 900 Metern bogen die zwei kleinen Läufer nebeneinander und mit weitem Abstand vor dem Rest des Feldes auf die Zielgerade ein und spurteten Kopf an Kopf der Ziellinie entgegen. Die vielen Zuschauer entlang der Strecke peitschten die beiden Kontrahenten nochmals an. Kurz vor dem Ziel schob sich Tim mit einem letzten Energieschub noch entscheidend nach vorne und überquerte die Linie als Erster.

Petzels dritter Erfolg

Nicht ganz so spannend war der Einlauf bei den U-10-Schülern. Wie bereits 2015 und 2016 war Noah Petzel aus Rot am See erneut nicht zu schlagen. In 3:42 Minuten lag er nach 1000 Metern acht Sekunden vor dem Wiesenbacher Silas Weber und unterbot mit dieser Zeit seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr um sieben Sekunden.

Weitere Streckenrekorde liefen bei den U-16-Mädchen Adeline Gramm (TSG Schwäbisch Hall) über 5000 Meter in 21:08 Minuten und der Öhringer U-18-Läufer Till Federolf, der die Fünf-Kilometer-Strecke in beeindruckenden 17:34 Minuten abspulte.

Sehr zufrieden mit der Beteiligung und dem reibungslosen Ablauf zeigten sich auch die Organisatoren des veranstaltenden TV Rot am See. Dementsprechend fiel auch das Fazit von Anja Schurr vom Orgateam sehr positiv aus: „Alles hat gut geklappt.“ Mit insgesamt 388 Läufern konnte die Rekordzahl aus dem vergangenen Jahr (387) noch einmal leicht gesteigert werden.

Info www.muswiesenlauf.de