Tischtennis Neuer Ire wird zum Matchwinner

Das neue Satteldorfer Team (von links): Gabriel Stephan klatscht seine Teamkollegen Heiko Bärwald, Tobias Tran, Manuel Mangold, Alan Thomas Walsh und Moritz Kouril vor dem Spiel gegen den TTC Gnadental ab.
Das neue Satteldorfer Team (von links): Gabriel Stephan klatscht seine Teamkollegen Heiko Bärwald, Tobias Tran, Manuel Mangold, Alan Thomas Walsh und Moritz Kouril vor dem Spiel gegen den TTC Gnadental ab. © Foto: Guido Seyerle
Satteldorf / Guido Seyerle 12.09.2017
Tischtennis: Spvgg Satteldorf wird in der Oberliga beim 9:5 gegen Gnadental ihrer Favoritenrolle gerecht. Dabei dreht Alan Walsh einen 0:2-Satzrückstand.

Für viele Fans des lokalen Tischtennissports ist es das „Spiel des Jahres“: freiwilliger Regionalliga-Absteiger Satteldorf gegen „Gerade-noch-Oberliga-Drinbleiber“ Gnadental. Dementsprechend war die Favoritenrolle vor dem ersten Ballwechsel am Sonntagnachmittag klar verteilt. „Von der Theorie her sind wir stärker“, meinte Spvgg-Abteilungsleiter Thomas Pfänder. „Wir werden der Außenseiter sein“, sagte Klaus Schmelze aus dem Gnadentaler Vorstand. „In dieser Partie und auch auf die gesamte Saison gesehen.“

In beiden Teams gab es während des Sommers einen Umbruch. „Mister Gnadental“ Peng Gao, der 18 Jahre lang beim TTC gespielt hatte, wechselte zum Ligakonkurrenten Birkmannsweiler. Deshalb wurde mit Valeriy Rakov eine neue Nummer 1 verpflichtet. Bei Satteldorf stehen ein Ire und zwei Japaner neu in der Mannschaft. „Bei den Japanern ist es so, dass sie sechs Wochen am Stück kommen müssen. Das wird wohl erst Anfang November der Fall sein“, erklärte Pfänder. Alan Thomas Walsh aus Irland sah der Spvgg-Abteilungsleiter am vergangenen Wochenende auch zum ersten Mal. Im Doppel habe er ihn bei der 1:3-Niederlage gegen Lukas Petermann/Lukas Kramer nicht überzeugt, sagte Pfänder, während er den Iren bei seinem Einzel gegen Kramer beobachtete. In diesem Moment stand es 0:2 aus Sicht des Satteldorfers. Es schien einzutreten, was TTC-­Mannschaftskapitän Klaus Mack vor dieser Partie vermutet hatte: „Der bekommt von Lukas Kramer eine Lektion erteilt.“

Doch dann passierte in den kommenden 15 Minuten etwas, was sich die meisten in der Halle nicht erklären konnten. Walsh wurde mit jedem Ballwechsel sicherer und motivierter. Kramers präzise und harte Vorhandbälle waren nicht mehr zu sehen, der Gnadentaler spielte die meisten Bälle nur noch ohne Druck auf die Mitte zurück. „Das 11:9 im dritten Satz habe ich noch für einen Ausrutscher von Lukas gehalten“, meinte Schmelzle. Doch weit gefehlt. Auch die Sätze 4 und 5 gingen mit 13:11 und 11:8 an den Neu-Satteldorfer, der von den einheimischen Fans frenetisch gefeiert wurde. Da konnte Spvgg-Mann Pfänder nur lächeln: „Gut, dass ich mich auch einmal irre. Aber das war nach dem Spielverlauf zu Beginn schon überraschend.“ Der glückliche Sieger erklärte den Wandel wie folgt: „Ich war zu Beginn zu nervös. Aber mein Betreuer sagte: Kämpf! Und spiel relaxter!“ Fast gleichzeitig gewann am Nebentisch Spvgg-­Nachwuchstalent Moritz Kouril („Ich musste mich erst reinfinden“) mit 3:0 gegen TTC-Oldie Klaus Mack. In der Gesamtbetrachtung bedeutete dies einen 5:3-Zwischenstand für Satteldorf. „Das war so etwas wie die ­Vorentscheidung. Was so eine Partie wie die von Walsh bewirken kann“, kommentierte Schmelzle.

Eventuell hätte das Duell der beiden Topspieler, Gabriel Stephan gegen Valeriy Rakov, noch eine Wende bringen können. Doch Stephan spielte den Gnadentaler an die Wand. Hatte Rakov kurz zuvor die Spvgg-Nummer-2 Heiko Bärwald mit seinem klaren Offensivspiel noch beherrscht, war nun gegen Satteldorfs Nummer 1 kein Kraut gewachsen. Im zweiten Satz hieß es beim 3:0-Endergebnis sogar 11:1 – eine Demonstration von Stephan. Der agile Moritz Kouril brachte mit seinem 3:1-Sieg gegen den auf den Beinen nicht so schnellen Lukas Petermann den Gesamterfolg nach Hause. Es war ein verdienter Auftaktsieg, vor allem im hinteren Paarkreuz war Satteldorf deutlich besser besetzt.

Die Partien im Einzelnen:

Gabriel Stephan/Heiko Bärwald – Valeriy Rakov/Florian Saljani
3:1 (8:11, 11:8, 12:10, 11:7)

Manuel Mangold/Tobias Tran – Daniel Horlacher/Klaus Mack
0:3 (5:11, 9:11, 6:11)

Alan Thomas Walsh/Moritz Kouril – Lukas Kramer/Lukas Petermann
1:3 (12:14, 4:11, 12:10, 3:11)

Gabriel Stephan – Daniel Horlacher

3:1 (11:9, 5:11, 11:5, 11:5)

Heiko Bärwald – Valeriy Rakov

1:3 (11:5, 8:11, 4:11, 6:11)

Manuel Mangold – Florian Saljani

3:1 (12:10. 7:11, 11:8, 11:9)

Alan Thomas Walsh – Lukas Kramer

3:2 (7:11, 8:11, 11:9, 13:11, 11:8)

Moritz Kouril – Klaus Mack
3:0 (11:5, 11:8, 14:12)

Tobias Tran – Lukas Petermann

3:0 (11:7, 14:12, 11:7)

Gabriel Stephan – Valeriy Rakov
3:0 (11:6, 11:1, 11:4)

Heiko Bärwald – Daniel Horlacher

3:2 (11:9, 13:11, 7:11, 11:13, 11:6)

Manuel Mangold – Lukas Kramer

1:3 (9:11, 11:9, 7:11, 9:11)

Alan Thomas Walsh – Florian Saljani

0:3 (6:11, 7:11, 5:11)