Serie Mutiger Salto bringt Glücksgefühl

Hans Holzinger zeigt seinem Schützling Jakob, wie man einen richtigen Salto auf dem Trampolin machen kann.
Hans Holzinger zeigt seinem Schützling Jakob, wie man einen richtigen Salto auf dem Trampolin machen kann. © Foto: Ralf Mangold
Kirchberg / Ralf Mangold 04.01.2018
Trampolinturnen erfordert Geschicklichkeit und Kraft, aber auch sehr viel Disziplin. Bei der TSG Kirchberg kommen rund 20 Kinder und Jugendliche regelmäßig zur wöchentlichen Übungsstunde.

Bereits seit rund 25 Jahren unterrichtet Hans Holzinger nun schon Kinder und Jugendliche im Trampolinturnen. „Eigentlich war ich ja in der Kanuabteilung. Zum Spaß sind wir in die Halle gegangen und haben da auf dem Trampolin geturnt“, erzählt der Übungsleiter der TSG Kirchberg von den Anfängen der Abteilung. „Das hat uns damals so viel Spaß gemacht, dass wir einfach nicht mehr davon weggekommen sind.“

In den Anfangszeiten wurden da schon wilde Sachen getrieben, „im Sommer haben wir das Trampolin einfach mit an die Jagst genommen und sind dann ins Wasser gesprungen“. Auch Wettkämpfe wurden anfangs noch bestritten, sogar ein paar Kaderathleten gab es in den Reihen der TSG.

Inzwischen ist Holzinger aber nur noch Trainer – und das meist alleine. „Martin Kurschatke aus Creglingen hilft mir ab und zu, von ihm habe ich auch alles gelernt.“ Deshalb sei es ganz wichtig, dass alle Kinder beim doch sehr aufwendigen Auf- und Abbau mithelfen. Zudem müsse es sehr diszipliniert um und auf dem Trampolin zugehen, denn schnell ist da etwas passiert, wenn man zu unvorsichtig mit dem Turngerät umgeht.

Jeden Dienstag ab 18.30 Uhr ist Training in der Kirchberger Halle. Eine Übungseinheit startet meist mit einem Lauf- oder Ballspiel, „Basketball spielen die Kids am liebsten.“ Danach ist Gymnastik und Kräftigung angesagt, „Körperspannung ist das A und O.“ Erst wenn alle richtig aufgewärmt sind, geht es einzeln auf das Trampolin.

Beim Einturnen werden die Grundsprünge wie Schraube und Hocksprung geübt, um  jedes Mal aufs Neue ein Gefühl für das Tuch zu bekommen. Erst dann werden neue Dinge wie Salto trainiert, wobei Holzinger immer mit auf dem Tuch steht zur Sicherheit und Hilfestellung. Geduldig korrigiert er die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 17 Jahren. „Beim Trampolinspringen braucht man schon eine gewisse geistige Reife. Deshalb dürfen Kinder auch erst nach der Einschulung mitmachen“, betont der 59-Jährige. Der Zulauf an Nachwuchs ist vor allem im letzten halben Jahr stetig gestiegen, inzwischen sind es über 20 Mädchen und Jungs aus Kirchberg, die regelmäßig kommen. „Viel mehr geht aber nicht, ansonsten bräuchte ich noch einen zweiten Trainer.“

Sichtlich Spaß an der Trainingsstunde hat Jakob aus Kirchberg. Er ist seit rund einem halben Jahr dabei. Äußerst wissbegierig versucht er die von seinem Trainer gezeigten Dinge schnell umzusetzen. „Ich war vorher beim Fußball und wollte einfach etwas anderes ausprobieren“, erzählt der Zehnjährige. „Hier sind alle meine Freunde, und das Trampolinturnen finde ich super.“ Auch Malte ist rundum zufrieden mit dem Training, „man lernt jede Woche etwas Neues“. Vor allem Saltos machen gefällt dem Siebenjährigen.

Schwimmen in der Jagst

Wenn es mal zu heiß draußen ist, dann geht Holzinger auch mal spontan mit den Kindern zum Schwimmen in der Jagst. „Das Training mit den Kindern macht mir riesigen Spaß und hält mich jung“, betont der 59-Jährige. Selbst findet Holzinger, der normalerweise als Inhaber einer örtlichen Metzgerei tätig ist, kaum noch Zeit dafür, seinem geliebten Hobby nachzugehen. „Manchmal springe ich noch am Ende der Übungsstunde ein wenig.“ Und eins ist ihm in den vielen Jahren seiner Trainertätigkeit aufgefallen: „Meistens lernen die Mädchen schneller, die trauen sich einfach mehr zu.“

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