Fünf Spiele haben die Hakro Merlins Crailsheim in dieser Bundesliga-Saison noch zu bestreiten, davon dürfen sie drei zu Hause absolvieren – so die Theorie. Denn das letzte Heimspiel gegen Oldenburg am Sonntag, 12. Mai, müssen die Zauberer nun in der s.Oliver-Arena in Würzburg austragen, weil die Arena Hohenlohe in Ilshofen an diesem Termin anderweitig belegt ist. Dort findet am Muttertag eine Tattoo-Messe statt.

„Bereits vor Beginn der laufenden Bundesliga-Saison 2018/19 wurde der Liga mitgeteilt, dass die Arena Hohenlohe am besagten Spieltag bereits durch eine Messe anderweitig belegt ist. Die Verantwortlichen der Merlins haben im Laufe der Saison in Zusammenarbeit mit der Basketball-Bundesliga verschiedene Optionen geprüft, das Spiel doch in Ilshofen stattfinden zu lassen. Aufgrund einer möglichen Wettbewerbsverzerrung müssen jedoch am letzten Spieltag alle Spiele gleichzeitig stattfinden, was nun letztendlich einen Umzug nach Würzburg bedeutet“, schreiben die Merlins in einer Pressemitteilung.

„Wir haben alles versucht“

„Das ist leider eine Pille, die wir schlucken müssen“, wird Martin Romig, Geschäftsführer der Hakro Merlins Crailsheim, in der Mitteilung zitiert. „Wer uns kennt, weiß, dass wir alles versucht haben und auch vor keiner noch so verrückten Idee zurückgeschreckt sind, aber die Verlegung nach Würzburg ist finanziell und vom personellen und technischen Aufwand gesehen die vernünftigste Lösung.“

Im BBL-Rahmenspielplan war vor der Saison für das zweite Mai-Wochenende zum Abschluss der Spielzeit ein Doppelspieltag angesetzt worden mit Partien am Freitag, 10. Mai, und am Sonntag, 12. Mai. „Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Terminierung, teilten die Merlins der Liga mit, dass am Freitag ein Heimspiel in Ilshofen möglich wäre, während die Halle am Sonntag aufgrund einer Messe nicht zur Verfügung steht. Da die Zauberer den Spielplan eines letztjährigen Absteigers übernehmen mussten, welcher bereits zum Ende der vergangenen Saison im Rahmenspielterminplan am Freitag ein Auswärtsspiel und am Sonntag ein Heimspiel bei der Liga angegeben hatte, müssen die Merlins am Freitag in Jena antreten, und am Sonntag sollte Oldenburg nach Baden-Württemberg kommen“, heißt es in der Mitteilung.

Auf die Nicht-Verfügbarkeit der Halle habe die Liga vor der Saison geantwortet, dass eine Lösung für das Problem gefunden werde. Dass der Spielplan von einem der letztjährigen Absteiger übernommen werde, sei laut Liga das Los eines Aufsteigers, ist in der Mitteilung zu lesen. Im Laufe der aktuellen Spielzeit haben „die Verantwortlichen der Merlins verschiedenste Optionen geprüft, um die Begegnung mit aller Macht in der Arena Hohenlohe stattfinden zu lassen“.

So sei mit Oldenburg über den Tausch des Heimrechts gesprochen worden, ein Umbau eines großen Hangars in Schwäbisch Hall geplant gewesen oder die kurzfristige Aufrüstung der Großsporthalle in Crailsheim durchgespielt worden. „Zudem prüften die Zauberer intensiv die Möglichkeit, die Messe in der Arena Hohenlohe abzukaufen – ebenso vergebens. Eine weitere Option, ein Umzug in die Multifunktionsarena nach Nürnberg, scheiterte letztendlich wie alle anderen Optionen am finanziellen Rahmen und einem Aufwand, der in keinem Verhältnis stand“, heißt es in der Pressemitteilung.

Für die EWE Baskets Oldenburg sei ein Heimrechttausch aus Termingründen nicht in Frage gekommen, wie die Verantwortlichen der Oldenburger auf HT-Nachfrage betonen – „weil wir auch keine eigene Halle haben und uns auch die Termine ausgehen. Wir kennen uns mit Umzügen ebenfalls aus. Im Laufe der Jahre haben wir unsere Heimspiele schon in Bremen und Vechta austragen müssen.“

Inga Bartels, Geschäftsbereichsleitung Gastveranstaltungen der Weser-Ems-Hallen Oldenburg, bestätigt: „Zum angefragten Zeitpunkt war die Halle belegt. Mit was, kann ich aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen.“ Sie ist sich aber sicher: Wenn etwas frei gewesen wäre, hätten die Baskets auch getauscht.

Als Lösung des Problems für das Spiel Crailsheim gegen Oldenburg wurde nun der Umzug in die 3140 Zuschauer fassende s.Oliver-Arena in Würzburg beschlossen. „Der Klub ist alles andere als glücklich mit dem Verlauf der Gegebenheiten, versucht allerdings mit Unterstützung der Liga, den Merlins-Fans und Sponsoren dennoch einen tollen und spannenden Saisonabschluss zu bieten“, steht in der Mitteilung. „Wir rechnen mit einer Summe im mittleren fünfstelligen Bereich für den Umzug“, sagte Romig dem HT. Er rechne zudem mit kräftigen Umsatzeinbußen und mit 800 bis 1000 Besuchern weniger als bei einem normalen Heimspiel (Zuschauerschnitt der Merlins in dieser Saison: 2353). „Es hängt auch etwas von der Dramaturgie des letzten Spieltags ab.“ Sprich, ob es noch um den Klassenerhalt geht oder nicht.

Ausnahmen nur für Europa

Dirk Schiller, bei der BBL zuständig für Spielbetrieb und Sportorganisation, erklärte auf HT-Nachfrage, dass er Verständnis für den Crailsheimer Unmut habe, „aber es hätte vereinsunabhängig jeden anderen auch so getroffen. Ein Spiel am letzten Spieltag zu verlegen, ist nicht möglich, weil es Einfluss auf die Platzierungen haben kann. Alle Spiele am letzten Spieltag müssen gemäß Paragraf 11 (4) BBL-Spielordnung gleichzeitig ausgetragen werden. Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn sich das Bundesligaspiel mit einem internationalen Wettbewerb überschneidet. Dann findet die Verlegung aber immer nach vorne statt. Der letzte Spieltag ist die Deadline, danach wird nicht mehr gespielt.“

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Karteninhaber reisen kostenlos per Bus


In der s.Oliver-Arena werden für alle Besucher, solange der Vorrat reicht, freies Essen und Getränke zur Verfügung gestellt. Alle bereits erworbenen Dauerkarten und Einzeltickets behalten ihre Gültigkeit. Für alle Dauerkarteninhaber werden Sitzplätze (freie Platzwahl) reserviert.

Am Spieltag bieten die Merlins allen bisherigen Karteninhabern einen kostenlosen Transfer mit dem Bus von der Hakro-Arena in Crailsheim nach Würzburg an. Wer am Muttertag gemeinsam mit dem Bus nach Würzburg fahren möchte, kann sich bis Dienstag, 30. April, per E-Mail an
bus@hakro-merlins.de unter Angabe folgender Daten verbindlich anmelden: Vor- und Nachname, Anzahl der vorhandenen Karten, Anzahl der Mitfahrer im Bus.