Frankenhardt Meilenstein der noch jungen Karriere

Tabea Lausenmeyer vom RFV Frankenhardt hat mit ihrem Pferd Chuanita schon tolle Erfolge erzielt und erhält dafür eine hohe Auszeichnung.
Tabea Lausenmeyer vom RFV Frankenhardt hat mit ihrem Pferd Chuanita schon tolle Erfolge erzielt und erhält dafür eine hohe Auszeichnung. © Foto: Fotoagentur Dill
Frankenhardt/Rot am See / Martin Stellberger 25.07.2018
Nur einmal in seinem Leben kann ein Reiter das Goldene Reitabzeichen erhalten. Tabea Lausenmeyer vom RFV Frankenhardt bekommt es beim Reitevent in Musdorf verliehen.

Chuanita klingt wie ein zärtlicher Mädchenname. Er passt auch auf das Springpferd von Tabea Lausenmeyer. Die Springreiterin vom RFV Frankenhardt jedenfalls ist mit ihrer Stute Chuanita nicht nur erfolgreich, sondern sie hält auch große Stücke auf ihr Pferd: „Chuanita ist einzigartig. Wir sind ein perfektes Duo!“ Die Stute sei charakterstark, außergewöhnlich, motiviert, und vor allem „hat sie Kampfgeist und ist für mich die Allerbeste!“

Daraus klingt eine ganz große Freude, die letztlich nur noch gesteigert werden kann durch das Goldene Reitabzeichen. In der Tat, Tabea Lausenmeyer und Chuanita sind ein kongeniales Gespann. Die 26-Jährige hat mit ihrer Stute, deren Eltern Chacco-Blue (Mecklenburg) und Aranxta (Württemberg) heißen, offenbar das Pferd ihres Lebens gefunden: „Mit ihr zusammen bin ich in die schwere Klasse der Springreiterei aufgestiegen und konnte allein durch sie alle Erfolge erringen, die für das Goldene Reitabzeichen verlangt werden. Ein tolles Pferd und ein wunderbares Erlebnis!“

Acht Siege in der Klasse S*

Die Erfolge, die Tabea Lausenmeyer für das „Goldene“ vorweisen muss, sind beachtlich. Grundsätzlich gilt: neun Siege in Klasse S*, ein Sieg in Klasse S**. Erfolge und Platzierungen in höherwertigen Springen werden entsprechend angerechnet. Chuanita und Tabea Lausenmeyer haben das Geforderte mehr als erfüllt: Acht Siege in der Klasse S* stehen seit 2015 auf der Erfolgsliste der Reiterin, errungen bei Turnieren in Ellwangen, Rot am See-Musdorf, Kreuth, Grafenrheinfeld und an zahlreichen anderen Turnierorten.

In Ichenheim errang das Paar im Juni 2016 den ersten Sieg in der Klasse S**. Um das Pensum zu erfüllen, kann die Reiterin zwei dritte Plätze in der Klasse S*** anführen, errungen 2015 im Stechen beim Turnier in Kreuth und 2017 in der Siegerrunde beim Turnier in Linkenheim-Hochstetten. Fünf weitere Plätze unter den ersten fünf in Springen der Klasse S** kamen im Laufe der Jahre hinzu. Kein Wunder, dass Tabea Lausenmeyer stolz, ja glücklich ist über die Bilanz, die ihr ihr Pferd Chuanita beschert hat.

Auch in der laufenden Saison ist Tabea Lausenmeyers Erfolgsbilanz positiv: In Kreuth gewann sie ein S*-Springen. Im bayerischen Detter war sie in jedem Springen bis S** platziert und wurde sogar als erfolgreichste Amazone des Turniers geehrt. Beim Turnier in Ichenheim wurde sie Zweite in einem S**-Springen und im Großen Preis von Ichenheim auf Drei-Sterne-Niveau Elfte. In Ingolstadt startete sie erneut in S** und wurde Sechste, und den Großen Preis von Ingolstadt, ein Drei-Sterne-Springen, beendete sie auf Platz 12. Die laufende Saison 2018 verspricht also noch so manchen schönen Erfolg.

Tabea Lausenmeyer hat das Reiten von Kindesbeinen an gelernt. Sie erinnert sich gerne an die ersten Begegnungen mit Pferden und an die ersten Reitstunden und sie erzählt: „Schon mit vier Jahren habe ich in Triensbach bei der Familie Weihbrecht auf einem Pferd gesessen. Mit acht bekam ich die ersten Reitstunden von Angelika Hirsch in Saurach. Als 13-Jährige ritt ich auf dem Haflingerhof Diehm in Oberspeltach Haflinger bei Turnieren bis zur Klasse L. Das ging, bis ich 17 Jahre alt war. In der Zeit erhielt ich sogar die Auszeichnung‚ beste Springreiterin Deutschlands mit Haflingern‘. Das war eine ganz tolle Zeit, an die ich sehr gerne denke.“

Nach der Mittleren Reife erlernte Tabea Lausenmeyer den Beruf der Konditorin und ritt parallel die Pferde bei Rudolf Kühnle in Honhardt. Dann stellte man aber eine Mehlallergie fest und somit begann ihre Karriere als Bereiterin. Wie es dazu kam? „Eigentlich wurde ich gar nicht so wirklich von jemandem entdeckt. Der Besitzer des Haflingerhofes, Roland Diehm, handelt mit Futtermitteln und so kam auch Jochen Kühnle, der Sohn meines heutigen Chefs, ab und an auf den Haflingerhof. Da im Stall Kühnle eine zierliche Person mit feiner Hand vor allem zum Anreiten der Pferde aus der Familienzucht von Rudolf Kühnle gesucht wurde, begann meine Zusammenarbeit mit ihm und führte mich Schritt für Schritt zu meinen heutigen Erfolgen auf den von der Familie selbst gezogenen Pferden.“ Diese Zweigleisigkeit von Begabung und Liebe zu den Pferden erfordert auch einige ganz menschliche Stärken.

Tabea Lausenmeyer beschreibt sich als ehrgeizig, fleißig und diszipliniert. „Ich bin aber auch selbstkritisch, gebe mich nicht leicht zufrieden und das hängt auch ein wenig damit zusammen, dass ich gelegentlich dazu neige, perfektionistisch zu sein.“

Ehrgeiz wird belohnt

Der reiterliche Ehrgeiz wurde indes belohnt mit schönen Erfolgen. Fragt man sie nach ihren größten oder schönsten Erfolgen, zählt Lausenmeyer gleich mehrere auf: Da ist zum Beispiel der erste S-Sieg mit Chuanita in einem Amazonenspringen in Killingen 2015. 2016 und 2017 errang sie württembergische Meistertitel, einmal als U-25-Reiterin und in der Altersklasse Reiter. Dass sie 2017 im Finale des BW-Hallenchampionats starten konnte, hat sie auch Chuanita zu verdanken, mit der sie 2015 in Kreuth zum ersten Mal in der Klasse S*** startete und Dritte wurde.

In der ganzen Zeit lag natürlich auch der Wunsch auf der Hand, das Goldene Reitabzeichen zu erlangen. Denn das ist ja bekanntlich eine Art Ritterschlag in der deutschen Reiterei. Das „Goldene“ muss man sich über herausragende Erfolge sichern und kann es nicht über Lehrgänge erwerben. Zudem: Medaillen und Titel lassen sich quasi beliebig wiederholen. Das Goldene Reitabzeichen gibt es nur ein einziges Mal im Leben eines Pferdefreundes und ist deshalb eine ganz besondere Ehre und ein Meilenstein in der Reiterkarriere Tabea Lausenmeyers.

Ehrgeiz gehört zum Leben einer Reiterin wie Tabea Lausenmeyer, und deshalb hat sie für ihre Zukunft auch Pläne, die mit den Pferden kompatibel sind: „Ich möchte möglichst lange im Reitsport erfolgreich arbeiten.“ Marcus Ehning aus Borken, 2000 Olympiasieger mit den deutschen Springreitern, ist ihr deshalb ein besonderes Vorbild, weil er für seinen feinfühligen und ausgefeilten Reitstil gelobt wird. „Marcus Ehning reitet einfach perfekt“, sagt Tabea Lausenmeyer bewundernd. „Reitsport ist Lifestyle. Reiten ist für mich einfach mein Leben mit allem Drum und Dran. Pferde sind faszinierende Wesen – man spricht nicht dieselbe Sprache, aber trotzdem verstehen die Tiere schon beim Einreiten die Kommandos, die man ihnen gibt.“

Ehrung am Sonntag um 13.15 Uhr

Ob Chuanita bei der Ehrung ihrer Reiterin mit dem Goldenen Reitabzeichen die Bedeutung des Moments spüren kann? Vielleicht, weil sie und ihre Reiterin Tabea Lausenmeyer ein fein aufeinander abgestimmtes Paar sind. Ob Chuanita also mitbekommt, wie bedeutend der Augenblick der Ehrung sein wird, wird ihre Reiterin herausfinden beim Turnier am Sonntag um 13.15 Uhr in Rot am See.

Dort wird sie dann auch mit Freunden und Reiterkameraden feiern. Denn sie hat eine besondere Beziehung zu dem Ort: „Ihr Vater ist gebürtiger Rot am Seeer, die Großmutter lebt immer noch in Rot am See und neben ihrer regelmäßigen treuen Turnierteilnahme seit etlichen Jahren hat sie mit diversen Siegen in S*-Springen bei uns in Rot am See den Grundstein für die Erlangung des Goldenen Reitabzeichens gelegt“, freut sich Axel Rümmele, der Pressesprecher des RFV Rot am See, mit der jungen Reiterin.

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