Mit 2,14 Meter Körpergröße ist Merlins-­Nachwuchscenter Sören Urbansky der längste Spieler aller Teams in dieser Bundesliga-Saison. Der kleinste ist mit 1,68 Metern der Ludwigsburger Jordon Crawford. Zum direkten Aufeinandertreffen der beiden auf dem Parkett kam es am Samstagabend in der Arena Hohenlohe in Ilshofen aber nicht. Während der 19-Jährige, der vor seinem Wechsel in den Nachwuchs der Crailsheimer Basketballer für die BSG Ludwigsburg gespielt hatte, die 85:94-Niederlage seiner Mannschaft von der Bank aus verfolgen musste, war der 28-jährige Crawford maßgeblich am Sieg der Gäste beteiligt.

Der kleine Wirbelwind der Riesen zeigte auf dem Weg zum Korb keinen Respekt vor den langen Kerls des Gegners und steuerte 20 Punkte zum Erfolg bei, wobei er neun von zwölf Würfen aus dem Feld traf. Noch mehr gelangen Marcos Knight, der mit 27 Punkten Topscorer der Partie war. Der 1,88 Meter große Guard griff sich zudem neun Rebounds. Sein Kollege Lamont Jones (1,83 Meter groß) erzielte 19 Punkte. Das kleine Trio sorgte dafür, dass die Riesen weiter vom Einzug in die Play-offs träumen dürfen. „Ich habe das Spiel auf mich und meine Kameraden zukommen lassen. Es hat in der Defensive angefangen, und dann haben die Dinge ihren Lauf genommen. Die Merlins haben uns das ganze Spiel über das Leben schwer gemacht. Egal wie hoch die Führung war, wir wussten, dass sie dranbleiben werden“, sagte Crawford bei Magenta-Sport.

Was er damit meinte, drückte Merlins-Coach Tuomas Iisalo auf der Pressekonferenz wie folgt aus: „Wir waren sehr gut im ersten Viertel und sind keinen Schritt zurückgewichen. Dann hat Ludwigsburg die Spielkontrolle übernommen. Im dritten Viertel hatten wir offensiv große Probleme. 21 Punkte durch zweite Chancen, mehr Ballbesitz und weniger Ballverluste gaben den Ausschlag für Ludwigsburg.“

Die Crailsheimer Basketballer lagen zu Beginn des Spiels 11:2 vorne, insbesondere Frank Turner agierte in dieser Phase sehr auffällig. Mit der Schlusssirene zum Viertelende brachte Lamont Jones mit einem spektakulären Korb im Fallen Ludwigsburg auf einen Punkt heran (25:24). Für die erste Führung der Gäste sorgte Jordon Crawford kurz nach Beginn des zweiten Viertels. Diese bauten sie auf 39:31 aus. Nachdem Philipp Neumann mit zwei Freiwürfen wieder ausgeglichen hatte (39:39), folgte eine verrückte Phase, in der es Dreier auf Dreier hagelte. Bei Crailsheim war hier zweimal Konrad Wysocki erfolgreich, der am Ende effektivster und konstantester Spieler der Merlins war (13 Punkte, acht Rebounds, fünf Assists). 51:54 hieß es zur Halbzeit.

Crailsheim

Ben Madgen frustriert

Im dritten Viertel sorgte DeWayne Russell noch für das 66:65 aus Merlins-Sicht, dann startete Ludwigsburg aber einen 11:0-Lauf (66:76 Ende des Abschnitts), der letztlich die Entscheidung im Spiel bringen sollte, das mit 85:94 verloren ging. „Ich finde, dass es in der zweiten Halbzeit ein Kampf war. Am Ende des dritten Viertels haben wir zehn Punkte in 30 Sekunden abgegeben, das haben wir nicht mehr aufholen können“, sagte Ben Madgen, mit 18 Punkten erfolgreichster Crailsheimer Korbjäger. „Es war sehr frustrierend, aber jetzt müssen wir den Rest der Saison kämpfen. Wir müssen probieren, die Siege einzufahren.“

Ludwigsburgs Trainer John Patrick lobte Crailsheim: „Wir haben gegen eine sehr gut vorbereitete Mannschaft gespielt. Der Schlüssel war, dass wir nur zwei Offensiv-Rebounds in der zweiten Halbzeit erlaubt haben. Wir hatten einen Lauf im dritten Viertel. Im vierten Viertel waren wir offensiv nicht so gut, aber haben mehr Stopps gekriegt und intensiver gespielt. Die Atmosphäre hier war toll. Jetzt haben wir eine Chance auf die Play-offs.“

Das nächste Spiel für die Hakro Merlins Crailsheim steht schon am Dienstag (19 Uhr) an, wenn Crailsheim beim Mitaufsteiger Vechta antritt, der das Überraschungsteam in dieser BBL-Saison ist und bereits fix in den Play-offs steht. „Wir haben nicht viel Zeit, uns über die Niederlage zu ärgern“, sagte Tuomas Iisalo. Durch die Siege des MBC und von Bremerhaven ist Crailsheim wieder Vorletzter.

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So spielten sie


Crailsheim – Ludwigsburg

85:94

Crailsheim: Madgen (18 Punkte, 2 von 8 Dreier), Russell (14, 2 von 2 Dreier, 8 Assists), Wysocki (13, 3 von 4 Dreier, 8 Rebounds, 5 Assists), Gay (12), Thompson (9, 7 Rebounds, 2 Steals), Turner (9), Lawson (4), Herrera (3), Neumann (3)

Ludwigsburg: Knight (27 Punkte, 9 Rebounds), Crawford (20, 2 von 3 Dreier), Jones (19, 3 von 7 Dreier), Waleskowski (8, 2 von 3 Dreier, 2 Blocks), Klein (7), Best (5), Jallow (3), Klassen (3), Sabeckis (2), McCray

Viertel: 25:24, 26:30, 15:22, 19:18
Rebounds: 37:36
Assists: 21:13
Ballverluste: 17:10
Dreier: 9/22 : 11/29

37


Rebounds holten die Merlins gegen Ludwigsburg (36), das reboundstärkste Team der BBL. Die Riesen greifen sich pro Partie im Schnitt 36,8 Rebounds, Crailsheim, das in dieser Kategorie schlechteste BBL-Team, kommt auf 31,7.