Am 29. Spieltag dieser Bundesligassaison reisten die Crailsheimer zum Titelverteidiger FC Bayern München. Nur drei Tage nach der knappen Niederlage gegen Ratiopharm Ulm in eigener Halle stand also die nächste schwere Partie auf dem Plan. Die Serie gegen die Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel der Bundesliga fand am Sonntagnachmittag ihr Ende. Aufgrund von Blessuren und muskulären Problemen musste Merlins-Trainer Tuomas Iisalo auf die drei Stammkräfte Frank Turner, Ben Madgen und Joe Lawson verzichten. Sein Team hielt gut mit dem Tabellenführer mit, aber am Ende setzte sich Bayern auch durch zu viele Crailsheimer Ballverluste mit 99:79 durch. „Es war heute sehr früh klar, wer das Spiel gewinnen würde. Wir hatten einige Ausfälle zu beklagen. Auf dem Feld waren wir dadurch gerade in der zweiten Halbzeit unterlegen. Vor allem die 20 Ballverluste haben uns geschadet. München hatte zudem eine sehr starke Wurfquote. Wir müssen uns jetzt voll auf das Spiel gegen Ludwigsburg nächste Woche konzentrieren“, sagte Iisalo.

Chance für Arnold und Cuffee

Für Crailsheim starteten DeWayne Russell, Sebastian Herrera, Konrad Wysocki, Hollis Thompson und Sherman Gay. Für die fehlenden Spieler rückten Michael Cuffee, Reggie Arnold und Sören Urbansky in das Team. Die Merlins erwischten einen gelungenen Start und gingen nach zwei Minuten mit 6:2 in Führung. Die Münchner punkteten in der Anfangsphase nur durch Freiwürfe von Danilo Barthel. Konrad Wysocki antwortete mit einem Dreier zum Zwischenstand von 9:3. Bayern kam dann besser in die Partie und traf auch von jenseits der Dreierlinie hochprozentig. Einige leichte Ballverluste der Gäste folgten und die Münchner drehten das Spiel und stellten auf 22:19. Den anschließenden Dreier-Shoot-out bis zum Ende des ersten Viertels entschied der Tabellenführer für sich und ging mit 29:22 in die erste Viertelpause. „Wir hatten keinen guten Start. Vor allem defensiv. Im zweiten Abschnitt haben wir dann deutlich besser gespielt und das Spiel kontrollieren können“, erklärte Münchens Trainer Dejan Radonjic.

Die Crailsheimer produzierten im zweiten Spielabschnitt viele leichte Fehler, die Münchner bestraften die Turnover mit einem Lauf auf 40:24. Merlins-Coach Iisalo war gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. DeWayne Russell und Konrad Wysocki nahmen sich von draußen ein Herz und verkürzten auf 32:44. Der stark aufspielende Sherman Gay legte mit einem And-one nach, und der Vorsprung des Tabellenführers schmolz. Russell ließ nach einem Steal einen erfolgreichen Floater folgen. Beim Zwischenstand von 37:44 nahm Bayern-Coach Radonjic eine Auszeit. Beide Mannschaften konnten anschließend noch erfolgreich punkten, die Merlins gingen mit einem 39:48-Rückstand in die Halbzeit.

Die Bayern zogen zu Beginn des dritten Viertels auf 57:40 davon, sodass der finnische Coach der Merlins eine Auszeit nahm. Die Zauberer ließen allerdings ihre Köpfe nicht hängen und zeigten immer wieder gute Spielzüge. Es gelang ihnen trotzdem nicht, den Rückstand zu verringern, weil die Bayern ebenfalls konstant punkteten. Mit dem Spielstand von 73:53 ging es in das letzte Viertel.

Gay bester Punktesammler

Der amtierende Titelverteidiger legte im letzten Spielabschnitt noch einmal einen Gang zu und traf weiterhin hochprozentig von der Dreierlinie, insgesamt über 40 Prozent (13 von 32). Auf Crailsheimer Seite bekam Sherman Gay regelmäßig den Ball unter dem Korb oder erkämpfte sich Rebounds. Er verbuchte so bis zum Spielende 24 Punkte und war damit erfolgreichster Korbjäger der Partie, die mit 99:79 für Bayern endete.

„Jetzt konzentrieren wir uns auf unser nächstes Spiel zu Hause gegen Ludwigsburg“, sagte Merlins-Trainer Tuomas Iisalo. Mit dem Heimspiel am nächsten Samstag gegen die MHP Riesen, die am Sonntag Bamberg mit 96:95 besiegten, beginnen für die Crailsheimer Basketballer die Wochen der Wahrheit im Kampf um den Klassenerhalt. Vechta, Göttingen, Jena und Oldenburg heißen dann die restlichen Gegner.

„Jetzt beginnt die entscheidende Phase der Saison. Noch fünf Spieltage, und fünf Mannschaften sind im Prinzip gleichauf und haben allesamt noch gleiche Chancen auf den Klassenerhalt – und eine davon sind wir. Drei werden es am Ende schaffen und zwei Teams nicht“, sagt Ingo Enskat, der Sportliche Leiter der Merlins. „Lasst uns jetzt alles dafür tun, unsere Jungs bis zum Ende, bis zum alles entscheidenden Spiel, bis zur letzten Minute zu unterstützen, um dann am letzten Spieltag über dem Strich zu stehen. Spannender kann es einfach nicht sein.“

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So spielten sie


München – Crailsheim

99:79

München: Hobbs (20 Punkte, 6 von 8 Dreier, 5 Rebounds), Djedovic (15), Lucic (14), Dangubic (13, 5 Assists, 3 Steals), Jovic (7, 5 Assists), Barthel (7), Williams (6), Radosevic (6), Ogunsipe (6), Lo (3), King (2), Weidemann

Crailsheim: Russell (20 Punkte, 7 Assists, 6 Rebounds), Arnold (4), Herrera (3), Thompson (6, 5 Rebounds), Wysocki (11, 3 von 5 Dreier, 4 Assists), Ferner, Neumann (2), Gay (24, 3 Assists, 7 Rebounds), Cuffee (9, 3 von 4 Dreier)

Viertel: 29:22, 19:17, 25:14, 26:26
Rebounds: 25:27
Assists: 27:23
Turnover: 11:20
Dreier: 13/32 : 8/22

Hosta verlängert Vertrag um zwei Jahre


Das Unternehmen Hosta aus dem benachbarten Stimpfach und die Hakro Merlins Crailsheim verlängern ihre Partnerschaft um weitere zwei Jahre. Seit Anfang Februar 2019 ziert der Schriftzug des Produkts „Mr. Jim“ das Trikot der Zauberer. „Neben dem Ziel, die Marke Mr. Jim in Deutschland bekannter zu machen, möchten wir mit diesem Sponsoring auch unsere enge Verbindung zur Region zum Ausdruck bringen. Hohenlohe ist die gemeinsame Heimat der Hakro Merlins Crailsheim und der Firma Hosta. Nicht nur als Sponsor, auch als Fans werden wir unser Team ligaunabhängig unterstützen“, sagt Hosta-Geschäftsführerin Laura Opferkuch. Martin Romig, Geschäftsführer der Hakro Merlins Crailsheim erklärt: „Wir freuen uns sehr über die weitere Zusammenarbeit mit Hosta. Mr. Jim ist ein tolles, in unserer Region hergestelltes Produkt. Aus der Region für die Region passt perfekt, um Spitzenbasketball in Hohenlohe nachhaltig zu stärken.“

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Heimspiele hat der Bayern München in dieser BBL-Saison absolviert – und alle gewonnen. Der Sieg gegen Crailsheim war der siebte in Folge. Die Merlins verloren zum vierten Mal in Serie.