Tanzsport In die Regionalliga getanzt

Das Oberligateam des TSC Wallhausen gewinnt beim Heimturnier in Schrozberg und steigt in die Regionalliga auf.
Das Oberligateam des TSC Wallhausen gewinnt beim Heimturnier in Schrozberg und steigt in die Regionalliga auf. © Foto: Tatjana Weigert
Schrozberg / Larissa Wörn 13.03.2018

Funkelnde Kleider, auffälliges Make-up und mitreißende Rhythmen: Wer am Wochenende auf dem Lateinformationsturnier in der Mehrzweckhalle in Schrozberg war, hat vieles geboten bekommen. Der Tanzsportclub Wallhausen hat dort am Samstag und am Sonntag das fünfte von sechs Turnieren der Saison ausgerichtet. Die Oberligaformation aus Wallhausen wurde von allen sieben Wertungsrichtern als beste angesehen. Somit steht noch vor Ende der Turniersaison fest, dass der Kader in der nächsten Saison in die Regionalliga aufsteigen wird.

Das Trainerduo Anja und Dario D’Ariano zeigte sich freudestrahlend und stolz. Der Aufstieg in die Regionalliga ist der erste in der Vereinsgeschichte. Das Team trainiert derzeit zweimal wöchentlich. Am Wochenende ist es auf Turnieren oder beim zusätzlichen Training. „Das ist eine hohe physische und mentale Belastung für die Tänzer. Nach dem letzten Turnier in zwei Wochen machen wir eine wohlverdiente Trainingspause“, so Anja D’Ariano.

Nach kurzer Pause direkt weiter

Lange kann sich die Formation auf dem Erfolg nicht ausruhen: Bereits im Mai soll das Training wieder beginnen. „Immerhin werden wir ab nächster Saison in ganz Süddeutschland unterwegs sein. Da ist die Konkurrenz noch ein ganzes Stück stärker“, erklärt Lisa Keberer, eine der Damen der Formation. Auch wenn das Tanzen einen Großteil der Freizeit einnimmt und eine Menge Disziplin fordert, steht der Spaß im Vordergrund. Jens Roth, der mit 33 Jahren Älteste im Team, meint: „Wenn ein Tänzer keine Freude am Auftritt hat, dann sieht man das sofort.“ Leidenschaft und Spaß spielen neben Ehrgeiz und Disziplin die bedeutendste Rolle.

Wichtig ist aber auch das Aussehen der Tänzerinnen und Tänzer. Die Kleider der Frauen sind feminin und extravagant. Glitzer, Federn und Pailletten prägen das Bühnenbild. Die Haare werden zu einem strengen Dutt gebunden und die Haut mithilfe von Schminke oder Selbstbräuner dem lateinamerikanischen Ambiente angepasst. „Pro Turnier brauche ich mindestens eine halbe Tube Haargel und drei Stunden Zeit für mein Aussehen“, erzählt Lisa Keberer. Dass alle gleich aussehen, ist dabei oberste Priorität, um ein stimmiges Bild zu erzeugen. „Da darf niemand aus der Reihe tanzen“, scherzt Jens Roth.

Die Äußerlichkeiten spielen jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Bewertet wird nur der Tanz. Unter anderem in den Kategorien Synchronität, tänzerische Leistung, Ausführung und Erkennbarkeit der einzelnen Tänze werden Punkte vergeben, die sich zu einer Gesamtwertung zusammenfügen.

Tanz als Leihgabe

Die Choreografie, die der erste Kader des Tanzsportclubs Wallhausen ein Jahr lang einstudiert hat und auf Turnieren präsentiert, ist geliehen. „Das ist vergleichbar mit dem Leasing eines Autos“, so die Trainerin. Das Team darf die Musik und Choreografie, die eigentlich vom FG Aachen-Düsseldorf stammt, für zwei Jahre verwenden und zahlt dafür im Voraus Geld an den Urheber. Das sei beim Lateinformationstanzen gang und gäbe.

Wenn das Team auftritt, stehen die Trainer stets vor dem Parkett und feuern ihre 16 Tänzer an. „Ich fiebere immer total mit. Früher habe ich selbst auf Turnieren getanzt, aber als Trainerin bin ich deutlich aufgeregter“, sagt Anja D’Ariano. Während der Performance wird die Formation zudem lautstark vom Publikum und von den anderen Formationen unterstützt. „Ihr seht geil aus“ und „Weiter so“ tönt es in der gesamten Halle. Euphorische Stimmung und bewegende, teilweise sehr moderne Musik machen Lateinformationsturniere zu einem besonderen Erlebnis, auch für tänzerisch weniger Begabte.

Ergebnisse der Lateinformationen

Oberliga: 1. TSC Wallhausen, 2. TSG Backnang B, 3. TG Tuttlingen, 4 TSC Residenz Ludwigsburg B, 5. TSG Bietigheim B, 6. TSZ Weissacher Tal, 7. SSV Ulm, 8. TSG Badenia Weinheim C

Landesliga: 1. TSC Astoria Karlsruhe, 2. TSC Besigheim, 3. TG Tuttlingen B,
4. TSC Grün-Gold Heidelberg, 5. TSC Waiblingen, 6. TSG Bietigheim C, 7. TSG Backnang C

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