Leichtathletik Hitze war der stärkste Gegner Trotzdem zeigen TSV-U-18-Leichtathletinnen bei "Süddeutschen" gute Leistungen

Trotz teilweise brütender Hitze zogen sich die Starter des TSV Crailsheim bei den süddeutschen Meisterschaften in Wetzlar gut aus der Affäre. Collage: Matthias Huss
Trotz teilweise brütender Hitze zogen sich die Starter des TSV Crailsheim bei den süddeutschen Meisterschaften in Wetzlar gut aus der Affäre. Collage: Matthias Huss
LACR 25.08.2012
Nicht gerade ideale Wetterbedingungen fanden die Crailsheimerinnen im herrlichen Stadion der mittelhessischen Sportstadt Wetzlar vor. Dennoch imponierten sie mit guten Leistungen.

. Die Organisatoren der süddeutschen Meisterschaften taten alles, um es den Teilnehmern der Aktiven und U 18 so angenehm wie möglich zu machen, hatte es doch 36 Grad im Schatten. Der war aber nur auf der großzügig angelegten Tribüne, nicht aber auf der Laufbahn vorzufinden. Dass die süddeutsche Leichtathletik-Meisterschaft auch den Olympiateilnehmern von London wichtig war, zeigte die Anwesenheit von vier Olympioniken. Silbermedaillengewinnerin (Speerwerfen), Christina Obergföll, gewann ihren Wettbewerb genauso souverän, wie im Hammerwerfen die Olympiafünfte Katrin Klaas.

In der Mittagssonne musste TSV-Sprinterin Judith Röther ihr Können unter Beweis stellen. Sie erwischte im ersten der insgesamt drei Vorläufe einen guten Start und war bis zur Hälfte der Strecke mit den besten Sprinterinnen Süddeutschlands noch auf gleicher Höhe. Am Ende fehlte ihr aber die Kraft, und so erreichte sie mit 13,12 Sekunden eine Zeit, die unter ihren Erwartungen lag. Damit wurde sie in ihrem Lauf Fünfte. Eine Chance auf den Endlauf hätte sie an diesem Tag ohnehin nicht gehabt, da die besten acht alle unter 12,67 liefen, was für Judith Röther neue Bestzeit bedeutet hätte. Etwas mehr Hoffnung auf eine gute Platzierung konnte Mittelstrecklerin Kathrin Lehnert haben, denn sie war mit der fünftbesten Zeit aller Starterinnen über 1500 Meter gemeldet. Diese Zeit von 4:48 war sie erst vor wenigen Wochen in ihrem ersten Rennen über diese Distanz unter idealen Bedingungen in Besigheim gelaufen. Als sich kurz vor dem Start die bayerische Meisterin und Beste in diesem Feld zugunsten der 800-Meter-Strecke abmeldete, keimte sogar Hoffnung auf einen "Stockerl-Platz" auf. Doch schon kurz nach dem Start bildete sich eine Dreiergruppe, der Kathrin Lehnert trotz hohem Tempo ihrerseits nicht folgen konnte. So hing sie zwei Runden lang im "Niemandsland" und musste ihr eigenes Tempo gehen. Eingangs der Zielgeraden wollte sie Lisa Haderer in ihrer unnachahmlichen Art niederspurten. Doch Lisa Haderer konnte dagegenhalten und die Crailsheimerin musste erkennen, dass sie die Aufholjagd bei dieser Hitze doch zu viele "Körner" gekostet hatte. Mit der Zeit von 4:51,30 Minuten in ihrem zweiten 1500-Meter-Lauf und einem vierten Platz war das Trainerteam mit der TSV-Läuferin sehr zufrieden. Siegerin wurde Ronja Böhrer in 4:42,52. Zwei Stunden hatte Kathrin Zeit, sich von ihrem Lauf zu erholen, ehe sie mit ihren drei Teamkameradinnen Katharina Frech, Judith Röther und Saskia Geiger die 4x100-Meter-Staffel angehen konnte. Mit dem Erreichen ihrer Bestzeit von 51:22 hatten die TSV-Girls durchaus die Chance, unter die besten acht in Süddeutschland zu kommen. Trotz ordentlicher Läufe und guter Wechsel fehlte an diesem Tag wohl der letzte Tick, so dass mit 51:91 letztendlich nur der zehnte Platz in einem Starterfeld von 15 Staffeln heraussprang. Wie dicht die Staffeln am Ende beieinanderlagen, zeigt sich daran, dass eine um sechs Zehntel bessere Zeit schon den vierten Platz bedeutet hätte.

Durchaus zufrieden mit den Ergebnissen reisten die Athletinnen und Betreuer aus der Stadt, die Goethe zu dem Roman "Die Leiden des jungen Werther" inspirierte, in die Heimat zurück.