Christian Brühl (RSG Frankenhof Sonnefeld) zeigte sich aktuell in Rot am See gut in Form. Er hatte am Wochenende zuvor unter anderem mit Chamira im sonntäglichen M**-Springen (1,35 Meter) den vierten Platz belegt und am Samstag auf Chamira das M*-Springen (1,25 Meter) gewonnen. Diesen Samstagnachmittag gewann er auf Chamira die Springprüfung Klasse M**. Den zweiten und dritten Platz belegte in dieser Prüfung Eva-Maria Müller (RSG RH Rhön Detter/Weißenbach) auf ihren Pferden Flash Reloaded und Capri.

Vom RFV Rot am See belegte Laura Korder am Sonntag auf Amy Blue in der Springprüfung Klasse L (1,15 Meter) den zweiten Platz und in der Springprüfung Klasse A** (1,05 Meter) den vierten Platz. Natalie Bartelmäs belegte im A**-Springen auf Charlotte den zweiten und auf Wildrose den zehnten Platz. Leonie Stöckle wurde auf Cleopatra Achte im L-Springen. Außerdem waren zwei Nachwuchsreiterinnen des RFV Rot am See erfolgreich: Mary-Ann Hollenbach gewann auf Antonius die Führzügelklasse am Sonntag, Theresa Dambach wurde auf Charly Zweite.

Reiten in Rot am See Heimsieg für Viktoria Rupp

Rot am See

Abschluss und Höhepunkt der Turnierserie zum Saisonbeginn in Rot am See war dann eine Springprüfung Klasse S* (1,40 Meter) am späten Sonntagnachmittag. Der Nürnberger Parcours-Chef Helmut Raatz hatte auf dem 465 Meter langen Parcours elf Hindernisse mit insgesamt 15 bis zu 1,40 Meter hohen Sprüngen aufgebaut, davon eine zweifache und eine dreifache Kombination. Er äußerte sich sichtlich beeindruckt zum 21-köpfigen Starterfeld in Musdorf: „Obwohl es so früh in der Saison ist, kannst du die Reiter hier in Musdorf über die Höhe der Sprünge allein gar nicht he­rausfordern. Da musst du schon auch so bauen, dass sie intelligent reiten müssen.“ Am Ende hatte er dann mit seiner Aufgabenstellung seine Fachkenntnis bewiesen und präzise die Spreu vom Weizen getrennt. Acht Reiter waren gemäß Reglement zu platzieren und neun hatten es tatsächlich auch geschafft, den äußerst anspruchsvollen Parcours fehlerfrei zu absolvieren.

Die Siegerehrung bescherte dann ein Wiedersehen mit einer Reihe altbekannter Gesichter. Maximilian Ertz (RSG RH Rhön Detter/Weißenbach) hatte zuvor bereits auf Casido die Springprüfung Klasse M** gewonnen und lieferte nun auf dem elfjährigen westfälischen Schimmelhengst Call me Caesar in 63,16 Sekunden die schnellste fehlerfreie Runde.

Auf den Zweitplatzierten Richard Gardner trifft die häufig als Floskel verwendete Beschreibung „bekannt aus Funk und Fernsehen“ definitiv zu. Der Neuseeländer hatte im Herr-der-Ringe-Film als Reiter-Double des Aragon mitgespielt. Im Musdorfer Parcours blieb er auf seinem Holsteiner-Wallach Calisto in 64,22 Sekunden fehlerfrei.

Dicht auf den Fersen war ihm das Siegerpaar des Großen Preises von Hohenlohe von 2015 und 2017. Katja Brühl (RSG Frankenhof Sonnefeld) und Que Tal absolvierten eine Nullrunde in 64,75 Sekunden.

Gardner belegte mit seinem Zweitpferd Cromwell den vierten Platz. Eva-Maria Müller auf Capri und deren siegreicher Vereinskollege Maximilan Ertz auf Curli Su belegten die Plätze 5 und 6. Ihnen folgten Laetitia Jambour (RFSG Nikolaushof Euerhausen) mit La Coco auf dem siebten und Jan Junker (RC Stephansmühle) mit Cashmere auf dem achten Platz.

Hochkarätiges Dressurfeld

Einen Start-Ziel-Sieg legte Sandy Kühnle (PF Saurach) in der Dressurprüfung Klasse S***-Intermediaire II auf Amaretto W hin. Zwei der drei Richter sahen sie auf dem ersten Platz, einmal rangierte sie hauchdünn geschlagen auf dem zweiten Platz. Insgesamt summierte sich dies zu 68,509 Prozent für die Fundis-Reitsport-Teamreiterin und ihren 14-jährigen schwarzbraunen Holländer-Wallach. Den zweiten Platz belegte mit 67,149 Prozent Sabine Klenk (RFV Ludwigsburg) auf dem zehnjährigen Oldenburger-Wallach Friedolin. Auf Rang 3 platzierte sich Annett Böhm (RC Bretten) auf Blackmoney mit 66,711 Prozent. Die Siegerin Sandy Kühnle belegte auf ihrem Zweitpferd Gonzo VA zudem mit 65,395 Prozent den vierten Platz.

Dabei war die erste S***-Dressur in Rot am See sehr hochkarätig besetzt. Die Hälfte des zehnköpfigen Starterfelds hatte bereits am renommierten West-Cup zum Weltcup-Turnier in der Stuttgarter Schleyer-Halle teilgenommen. Siegerin Sandy Kühnle hatte den iWest-Cup, der mindestens den Wert einer inoffiziellen baden-­württembergischen Hallen-Meisterschaft besitzt, bereits 2016 gewinnen können. Die Zweitplatzierte Sabine Klenk war 2017 im Stuttgarter iWest-Finale siegreich gewesen. Jeweils viertplatziert in der Schleyer-Halle waren 2018 Markus Schetter und 2017 Anja Rechtenbacher-Lasser gewesen, denen es in Rot am See nun allerdings zu keiner Platzierung gereicht hatte.

In der Pony-Dressurprüfung Klasse L** Trense, geritten nach der internationalen Einzelaufgabe des Weltreiterverbandes FEI, siegte Carla Posch (RFV Münchingen) auf der zehnjährigen Deutschen-Reitpony-Stute Newlands Una Luna mit 67,805 Prozent. Alle Platzierten rangierten dabei eng nacheinander mit 67er-Noten. Paul Löcher (RFV Fußgönheim) belegte mit 67,642 Prozent den zweiten Platz vor Sophie Püttner (RFV Grafenrheinfeld) auf Dodo mit 67,520 Prozent auf dem drittem Platz. Schlussendlich auf Rang 4 reihte sich noch Jule-Manja Stolzenberger (RFV Wiesethgrund) auf Getswerders Black Hill ein.

Der im benachbarten Satteldorf ansässige baden-württembergische Dressur-Pony-Landestrainer Rudolf Brügge freute sich über die guten Bedingungen in Rot am See: „Schön, dass die Turnierorganisatoren den Nachwuchsreitern hier die Möglichkeit geben, in den großen Turniersport einzusteigen, und sie auf einem hochwertigen Reitplatz an die internationalen FEI-Pony-­Dressuraufgaben herangeführt werden. Die zahlreichen Anmeldungen zeigen auch, dass der Nachwuchs Interesse an solchen Veranstaltungen hat.“[Link auf http://www.reitevent.de]

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Zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Rot am See


Als Start in die Europameisterschaftssaison nutzte der Dinkelsbühler Vielseitigkeitsreiter Niklas Bschorer die beiden Late-Entry-­Turniere in Rot am See. Kommendes Wochenende reitet das Bundeskader-­Mitglied bereits beim internationalen Vielseitigkeits­turnier in Radolfzell am Bodensee, das er im letzten Jahr gewinnen konnte. In Rot am See nutzte er die Springprüfungen, um Erfolgs- wie Nachwuchspferde nochmals unter Turnierbedingungen auf den Springparcours vorzubereiten.

In der Springprüfung Klasse M* (1,30 Meter) belegte er auf Lord Shokastovich den dritten und auf Call me Tiger den neunten Platz. Mit beiden Pferden war er bereits bei internationalen Vielseitigkeitsturnieren, bei denen neben dem Springen auch eine Dressurprüfung und ein Geländeritt zur Gesamtwertung zählen, erfolgreich gewesen.

Den Start auf der Reitanlage in Musdorf sah der Erlanger Medizinstudent als ersten Schritt zum Saisonziel, der Europameisterschaft der Vielseitigkeitsreiter im niedersächsischen Luhmühlen. Von den Turnierbedingungen in Rot am See zeigte sich der Nachbar aus Dinkelsbühl begeistert. Trotz der räumlichen Nähe war er bisher noch nie in Rot am See gestartet, da er einen Großteil seiner Schulzeit beim damaligen Vielseitigkeits-Bundestrainer Chris Bartle im britischen Yorkshire Riding Centre verbrachte und es oftmals zu Terminüberschneidungen zwischen Rot am See und großen Vielseitigkeitsturnieren kam.