Mit etwas Dankbarkeit sind die Hakro Merlins Crailsheim nach Sachsen-Anhalt gereist. Durch die Schützenhilfe des MBC hatten sich die Zauberer am letzten Spieltag der Vorsaison gerettet und sind deshalb in der höchsten deutschen Spielklasse geblieben. Trotzdem machten sich die Crailsheimer nicht auf den Weg, um Geschenke zu verteilen. In einer hochspannenden Partie setzte sich die Mannschaft von Tuomas Iisalo mit 95:87 durch und wahrt ihre weiße Weste. Besser noch: Die Zauberer sind mindestens bis nächstes Wochenende Tabellenführer!

„Was für ein Spiel! Hohe Intensität, ein größtenteils super Zusammenspiel und in den entscheidenden Momenten eine erstaunliche Abgeklärtheit trotz der tollen Stimmung in der Halle, die den MBC immer wieder gegen uns nach vorne getrieben hat“, freute sich Ingo Enskat, der sportliche Leiter der Merlins, über den fünften Sieg im fünften Bundesligaspiel in dieser Saison. „Hier zu bestehen, ist eine echte Leistung, denn für mich war es der stärkste Gegner, den wir bislang in der Saison gespielt haben.“

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Die Gastgeber erwischten den besseren Start. Von der Dreierlinie zeigte sich der MBC in der Anfangsphase äußerst treffsicher und zog auf 17:9 davon. Nach und nach fanden auch die Zauberer in die Partie. Quincy Ford erzielte das 19:19. Kurz darauf schafften die Merlins die Führung. Bis zur ersten Viertelpause konnte diese sogar auf 32:23 ausgebaut werden.

Die zweiten zehn Minuten gingen ebenfalls sehr intensiv los. Mit sechs Punkten in Folge von Dejan Kovacevic wuchs der Vorsprung an. Die Crailsheimer hatten jetzt das Momentum auf ihrer Seite und nutzten die vergebenen Chancen der Wölfe zum 47:33. Nach knapp fünf Minuten kämpfte sich der MBC zurück und stellte den Rückstand wieder einstellig. Mit einer weiterhin überragenden Dreierquote von 73 Prozent verkürzten die Gastgeber zur Halbzeit auf 51:59. Am Ende des Spiels hatten die Wölfe 15 von 29 Dreiern getroffen, bei Crailsheim waren es 12 von 29.

Merlins zeigen viel Energie und Offensivkraft

„Offensiv haben beide Mannschaften ein unglaublich tolles Spiel gezeigt. Ganz besonders in der ersten Hälfte“, sagte Wojciech Kaminski, der Trainer des MBC. „Beide Teams haben mit sehr viel Energie aufgespielt. Aber in den entscheidenden Momenten war unsere emotionale Disziplin nicht auf dem richtigen Level.“ Seine Mannschaft habe versucht, „unterhaltsame Aktionen zu machen in den Momenten, in denen man die einfachen Abschluss hätte vorziehen sollen. Das war nicht richtig“, rügte er seine Spieler. „Außerdem müssen wir stärker unter dem gegnerischen Korb finishen. Das ist der zweite Grund, warum wir die Partie verloren haben.“

Von der Dreierlinie eröffnete Merlins-Kapitän Sebastian Herrera die zweite Hälfte, doch Strahinja Micovic antwortete postwendend für das Heimteam. Danach bekamen beide Mannschaften Probleme zu punkten, da gut defensiv gearbeitet wurde. Ab Mitte des Viertels nahm das Spiel wieder an Fahrt auf und die Merlins zogen wieder davon. Die Gastgeber ließen sich jedoch weiterhin nicht endgültig abschütteln. Vor allem der starke Micovic punktete in den kritischen Phasen und war mit 25 Zählern bester Korbjäger der Partie. Jovan Novak verteilte zudem elf Assists für seine Mitspieler. Per Dreier beendete Jan Span den dritten Abschnitt beim Stande von 70:79.

Per Korbleger und Bonusfreiwurf stellte Sheldon Eberhardt auf 73:79, ehe Javontae Hawkins wieder erhöhte. Jetzt hatten die Gastgeber jedoch Blut geleckt und knabberten am Rückstand. Die Spannung in der Stadthalle Weißenfels war jetzt zum Greifen. Die Zauberer behielten einen kühlen Kopf und stellten auf 76:85. Die Wölfe blieben aber bissig und hielten das Spiel weiter offen. Mit sieben Punkten Vorsprung gingen die Merlins in die letzten zwei Minuten, mit vier in die entscheidenden 60 Sekunden. Bei sechs Punkten zogen der MBC ein Foul und brachte Quincy Ford an die Freiwurflinie. Dieser verwandelte beide Würfe und sorgte so für den 87:95-Endstand.

Ford hatte am Ende 20 Punkte und acht Rebounds in der Statistik stehen, Jeremy Morgan 19 Zähler. Jan Span verpasste mit zehn Punkten und neun Assists knapp ein Double-Double.

Merlins-Trainer Tuomas Iisalo hatte schon im Vorfeld ein spannendes Spiel erwartet. „Es gab zwei offensivstarke Teams zu sehen mit vielen Optionen. Hier muss man als Coach Entscheidungen treffen, was getan werden soll. Der MBC hat ein sehr effizientes Spiel gemacht. Wir hatten Probleme in der Transition-Defense und beim Close-out auf ihre Schützen. Gleichzeitig bin ich sehr damit zufrieden, dass, obwohl der MBC viele taktische Variationen angewandt hat, wir offensiv unsere Wurfqualität aufrechterhalten konnten.“ In der ersten Hälfte seien die Würfe gefallen und in der zweiten Hälfte dann nicht mehr. „Dadurch wird ein Spiel natürlich schwieriger. Es war ein toller Kampf von den Jungs, wir sind auf einem guten Weg“, so Iisalo.

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Schwäbisch Hall

So spielten sie


MBC – Crailsheim

87:95

MBC: Micovic (25 Punkte, 3 von 5 Dreier, 8 Rebounds), Zylka (17, 5 von 9 Dreier), Gbinije (13, 3 von 5 Dreier), Novak (9, 2 von 4 Dreier, 11 Assists), Eberhardt (6), Jackson (6, 5 Rebounds), Kerusch (5), Kajami-Keane (4), Turudic (2), Krstanovic

Crailsheim: Russell (3 Punkte), Span (10, 2 von 4 Dreier, 9 Assists), Herrera (12), Bleck (4), Ford (20, 4 von 6 Dreier, 8 Rebounds), Morgan (19, 3 von 8 Dreier), Kovacevic (8), Hawkins (7, 2 Steals), Jones (12, 7 Rebounds)

Viertel: 23:32, 28:27, 19:20, 17:16
Rebounds: 30:35
Assists: 24:21
Steals: 8:5
Turnover: 13:12
Dreier: 15/29 : 12/29