Sowohl die Hakro Merlins Crailsheim als auch der kommende Gegner Fraport Skyliners aus Frankfurt sind in dieser Woche noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv geworden. Die Zauberer holten Shooting Guard Maurice Stuckey aus Bamberg und reagierten damit nicht nur auf die Verletzung von Jeremy Morgan, sondern verbreiterten den Kader mit einem sehr erfahrenen deutschen Bundesligaspieler.

Die Frankfurter vermelden zwei Zugänge: Mit Joe Rahon wurde ein neuer Aufbauspieler verpflichtet, der aus Charleroi (Belgien) in die Mainmetropole kommt. Der 26 Jahre alte US-Amerikaner wechselte vom belgischen Club aus Charleroi an den Main. „Joe ist ein Point Guard, der uns vor allem in unserer Spielstruktur helfen wird. Er ist ein Pass-First-Guard, der unseren jüngeren Spielern viel Unterstützung liefern wird“, beschreibt der Frankfurter Coach Sebastian Gleim auf der Homepage der Hessen seinen Neuen, der vergangene Saison in Braunschweig spielte. Der zweite Zugang Tyrone Nash hat einen Try-out-Vertrag erhalten. Der 31-jährige Power Forward aus den USA spielte schon für Tübingen, Braunschweig und Vechta in der BBL.

Das sind die Ausfälle bei den Frankfrut Skyliners

Verzichten müssen die Frankfurter beim Spiel gegen Crailsheim auf Power Forward Sha­quille­ Hines, der sich gegen Bamberg am Knöchel verletzte, und auf Shooting Guard Akeem Vargas, der sich eine Zerrung in der Wade zugezogen hat.

Keine leichte Aufgabe für Frankfurts Trainer Sebastian Gleim, der die Merlins wie folgt beschreibt: „Crailsheim spielt eine besondere Saison. Sie haben bereits einige Top-Leistungen gezeigt, und dabei war es egal, ob sie zu Hause oder auswärts gespielt haben.“ Der Fokus gelte allerdings voll seinem Team. „Wir haben das Ziel, jeden Tag besser zu werden, müssen nun aber durch die Ausfälle von Shaq und Akeem gleichzeitig an einer neuen Rotation arbeiten. Unser Neuzugang Joe Rahon wird in Crailsheim schon spielen. Er hat sich bereits gut eingefügt.“

Erstmals in ihrer Bundesligageschichte gehen die Hakro Merlins Crailsheim gegen Frankfurt als Favorit in die Partie. Die Hohenloher haben nach neun Saisonspielen sechs Siege und drei Niederlagen zu Buche stehen (Tabellenplatz 5), die Hessen drei Siege und sechs Niederlagen (Platz 13). Betrachtet man die Gesamtbilanz der direkten Vergleiche in der BBL, so hat Crailsheim in sechs Spielen nur einen Sieg gegen die Frankfurter geholt – allerdings einen ganz wichtigen.

In dieser Saison können sich die Frankfurter vor allem auf zwei Spieler verlassen: Lamont Jones ist mit 18,9 Punkten pro Spiel der zweitbeste Korbjäger der Bundesliga hinter dem Ludwigsburger Khadeen Carrington (19,2). Zudem haben die Hessen den zweitbesten Rebounder der Liga in ihren Reihen: Leon Kratzer greift sich 8,4 „Bretter“ pro Spiel.

Merlins-Spieler Quincy Ford und andere machen sich begehrt

In letzterer Statistik findet sich auf Platz 10 mit Quincy Ford (6,3) auch ein Merlins-Akteur weit vorne. Auch bei den Steals (1,6) liegt Ford auf Platz 10. Weil der Power Forward auch 12,3 Punkte pro Partie erzielt – zuletzt gegen Vechta 17 und in München 19 –, ist es nicht verwunderlich, dass längst Späher anderer Bundesligisten und von internationalen Vereinen ein Auge auf den 26-Jährigen geworfen haben. Wer gut spielt, macht sich begehrt – das trifft auch noch auf etliche andere Merlins in dieser Saison zu. Um nur zwei weitere Beispiele zu nennen: DeWayne Russell findet sich mit 6,2 Assists auf Platz 5 der besten Vorlagengeber der BBL, Javontae Hawkins mit 15,7 Punkten pro Spiel auf Platz 8 der besten Korbjäger der Bundesliga.

Betrachtet man die Teamstatistiken, zeigt sich, dass die Merlins in vielen wichtigen Kategorien besser als Frankfurt sind: Mit 91,44 Punkten ist Crailsheim die offensivfreudigste BBL-Mannschaft (Frankfurt: 75,44; Platz 16). Zudem verteilen die Crailsheimer mit 22,3 die meisten Assists (Frankfurt: 17,2; Platz 15). Auch bei den Rebounds (34,7/32,4) und der Dreierquote (39,4 Prozent/33,3 Prozent) haben die Zauberer gegenüber den Skyliners die Nase vorne. Bei den Steals (8,8/8,3) sind die Hessen etwas besser.

Merlins-Coach Tuomas Iisalo mahnt allerdings: „Wir brauchen vollen Fokus und viel Energie, wenn wir gegen Frankfurt bestehen wollen. Wir hatten einige sehr gute Momente gegen Bayern, waren aber nicht in der Lage, die Leistung über 40 Minuten zu halten. Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Unser Spielstil benötigt konstanten Einsatz von allen fünf Spielern, defensiv wie offensiv. Wir denken, dass wir nach wie vor viel verbessern können.“

Info Hakro Merlins Crailsheim – Fraport Skyliners Frankfurt, Samstag, 20.30 Uhr