Leichtathletik Crailsheimer Athleten holen zwei Landes-Titel

Ulm / lacr 13.06.2018
Leichtathletik: Kathrin Lehnert, Simon Vogt und Jessica Koch zeigen bei den Landesmeisterschaften konstante Form und gehen optimistisch an künftige Aufgaben.

Mit der viertbesten Meldezeit aller Teilnehmerinnen für die baden-württembergischen Leichtathletik-Meisterschaften reiste Kathrin Lehnert in das Ulmer Donaustadion. Ziel von Kathrin Lehnert und ihrer Trainerin Uschi Huss war, bei dieser Veranstaltung die Norm für die deutsche Meisterschaft (4:32,50) zu erreichen.

Leider hatte Katja Fischer (LV Pliezhausen), die vor einer Woche in Regensburg ebenso knapp wie Kathrin Lehnert an der Norm gescheitert war, kurzfristig abgesagt. Es blieb die Hoffnung, dass Anna Karina Becker (SG Schorndorf) und Katrin Wallner (LV Pliezhausen 2012) in diesem Rennen die Flucht nach vorne suchen würden, da „Katy“ Lehnert bei einem Spurtrennen wohl die Oberhand behalten würde.

„Ländle“-Titel gewonnen

So gingen Becker und Wallner flott in 71,8 Sekunden an. Kathrin Lehnert hielt sich direkt hinter den beiden, da dies exakt die Durchgangszeit war, die sie sich für die Norm vorgenommen hatte. In der zweiten Runde wurde das Tempo etwas langsamer. Mit einem feinen Zeitgefühl ausgerüstet, schob sich Lehnert in dieser Runde an die zweite Position und machte Druck auf die führende Wallner. Dennoch war die 800-Meter-Durchgangszeit um fast zwei Sekunden über der Marschroute von 2:25 Minuten. In der dritten Runde wurde das Tempo wieder etwas forciert. Die TSV-Athletin konnte ohne große Probleme folgen. Durch intensives Training wurde ihre Tempohärte wesentlich verbessert, und dadurch konnte sie auch eingangs der Zielkurve an der Führenden dranbleiben. Was dann von der spurtstarken Crailsheimerin kam, kann man getrost als ein Lauf-Feuerwerk bezeichnen. Im Endspurt distanzierte sie mit einer Siegerzeit von 4:34,51 Minuten Katrin Wallner (4:35,86) und Anna Karina Becker (4:36,68) deutlich.

Zwar hatte sie ihr Ziel, die Norm für die deutsche Meisterschaft zu erreichen, um fast genau zwei Sekunden verfehlt, aber mit dem baden-württembergischen Meistertitel einen nie für möglich gehaltenen ersten Platz in ihrem ersten Aktivenjahr erreicht. Nicht nur Mittelstrecken-Bundestrainer Jens Boyde ist fest davon überzeugt, dass Lehnert mit dieser glänzenden Laufform die Norm schon im nächsten Rennen in einer Woche in Tübingen erreichen kann.

Auch im Hammerwerfen war der TSV Crailsheim bei den baden-württembergischen Meisterschaften der U 18 vertreten. Simon Vogt vertrat die Farben seines Vereins. Die Meisterschaft fand nicht in Ulm, sondern in Maselheim, 50 Kilometer südlich Richtung Bodensee statt, weil die Ulmer an diesem Wochenende keine freie Anlage zur Verfügung hatten.

Simon Vogt begann auf dem nassen, 2,135 Meter Durchmesser großen Hammerwurfring recht vorsichtig mit 51,50 Metern. Das war natürlich nicht die Weite, mit der Trainer Otto Braun und der Athlet selber heimfahren wollten. David Schalamon (LAG Obere Murg) begann mit 49,07 Metern, wo er den dritten Platz erreichte. Julian Linse (SV Dischingen) gelang im sechsten Versuch, nach fünf ungültigen, ein Wurf mit 51,22 Metern, womit er sich auf Platz 2 setzen konnte.

Simon Vogt auf Platz 1

Das Feld führte weiterhin Simon Vogt an, der sich von Versuch zu Versuch steigerte. Schließlich war ein Schuhwechsel fällig, und danach im vierten Versuch wurde die Siegesweite von 58,08 Metern gemessen. Mit der Erkenntnis, dass hier in den nächsten Wochen bis zu den deutschen Meisterschaften in Rostock noch einige Tonnen im Kraftraum gehoben werden müssen und viele Würfe notwendig sind, damit das gesteckte Ziel erreicht werden kann, traten die Crailsheimer die Heimreise durch heftige Gewitter und Sturzregen an.

Ein weiteres hervorragendes Ergebnis erzielte Jessica Koch, die noch der Altersklasse U 20 angehört, in ihrem Vorlauf über 100 Meter der Frauen. Gegen starke Konkurrenz hielt sie sich hervorragend und zeigte am Ende auch verbessertes Stehvermögen, sodass sie als Drittplatzierte in 12,32 Sekunden ihren Vereinsrekord erneut um neun 100stel-Sekunden steigern konnte und die Qualifikationsnorm für die deutschen Jugendmeisterschaften Ende Juli in Rostock knackte.

Koch schnell unterwegs

Mit dieser Zeit qualifizierte sich Jessica Koch für die Zwischenläufe. Dort fehlte dann ein bisschen die Frische und so verpasste sie in 12,39 Sekunden als Gesamt-Neunte den Endlauf lediglich um sechs 100stel-Sekunden, bestätigte aber nochmals ihre starke Form. Bei der männlichen Jugend U 18 kam Dominik Bergmann in seinem 100-Meter-Vorlauf nicht richtig in den Laufrhythmus und belegte Platz 5 in 11,83 Sekunden. Als 19. aller Vorläufer verpasste er den Zwischenlauf nur um hauchdünne fünf 100stel-Sekunden.

Julia Löffelhardt trat beim Weitsprung der Frauen an. Infolge von Rückenproblemen hatte sie Trainingsdefizite bei den Sprungeinheiten, und der Anlauf bereitete ihr noch Probleme. Im ersten Durchgang landete sie nach einem weiten Satz, der Versuch war aber knapp übergetreten. In den folgenden beiden Versuchen traf sie dann das Brett überhaupt nicht und mit 5,38 Metern fehlten ihr gerade fünf Zentimeter für den Endkampf. So belegte sie den zehnten Platz.

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