Themen in diesem Artikel

Crailsheim Ratiopharm Ulm
Ulm / Joachim Mayershofer  Uhr
Die Hakro Merlins Crailsheim verlieren bei Ratiopharm Ulm mit 87:99. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison ist ein schlechter Start maßgeblich dafür verantwortlich.

Und täglich grüßt das Murmeltier – wieder einmal verpatzen die Hakro Merlins Crailsheim den Start ins Spiel, rennen einem hohen Rückstand hinterher, kommen wieder in Reichweite beziehungsweise gleichen sogar aus, und verlieren dann. Bei Ratiopharm Ulm hieß es am Ende 87:99 aus Sicht der Merlins, die den Auftakt der Partie völlig vergeigt hatten. 9:27 hieß es nach dem ersten Viertel, zeitweise hatte der Vorsprung der Ulmer 20 Punkte betragen. Und doch schafften die Zauberer im dritten Viertel den Ausgleich (50:50).

Sherman Gay hat einen ungewöhnlichen Zweitjob: Er ist Body-Double für NBA-Profis wie LeBron James.

Der Ex-Ulmer Konrad Wysocki, mit 14 Punkten, fünf Rebounds und vier Assists wieder einmal der beständigste Akteur der Merlins, ärgerte sich: „Wir haben das erste Viertel leider total verschlafen. Wir haben nur neun Punkte im kompletten ersten Viertel erwerfen können. Im zweiten Viertel konnten wir dann wieder näher herankommen, aber das war sehr anstrengend. Ulm ist ja nun einmal auch keine Mannschaft vom Tabellenkeller, sie haben gute Spieler mit unglaublicher Athletik.“

Merlins sind „überhaupt nicht gut ins Spiel gekommen“

Auch Merlins-Trainer Tuomas Iisalo war sauer: „Ulm ist gut in das Spiel gekommen und wir überhaupt nicht. Wir haben sehr langsam und ohne jede Intensität begonnen. Das ist sehr schade, in einem Spiel, wo wir in drei von vier Vierteln mit dem Gegner auf Augenhöhe waren.“ Und der Sportliche Leiter Ingo Enskat, der sich schon mehrmals in dieser Saison über ähnliche Spielverläufe aufgeregt hatte, erklärte: „Wir sind nicht verantwortlich für die Schiedsrichterleistung. Wir sind aber selbst verantwortlich für unseren indiskutablen Start und die liegengelassenen Punkte, teilweise frei unter dem Korb des Gegners. Es ist unnötig, dass wir uns selbst immer wieder solch eine Last mit auf den Weg geben. Ab dem zweiten Viertel bin ich mit der kämpferischen Leistung der Jungs zufrieden. Am Ende, denke ich, hat dann die Kraft gefehlt.“

Wie ein roter Faden ziehen sich schlechte Auftaktphasen durch die Saison der Merlins. Lediglich fünfmal bei 23 Spielen konnten sie nach dem ersten Viertel mit einer Führung weiterspielen. Zwei dieser Spiele haben sie gewonnen: gegen Jena und in Frankfurt. Dreimal konnten sie einen Rückstand nach dem ersten Viertel noch zu einem Sieg drehen: gegen Braunschweig, Bayreuth und beim MBC. Dort hatten sie ein Neun-Punkte-Defizit nach den ersten zehn Minuten noch wettgemacht.

Der Kader der Merlins hatte sich im Vergleich zum Spiel gegen Bonn auf zwei Positionen verändert. Michael Cuffee musste für Reggie Arnold Platz machen, Nachwuchsspieler Sören Urbansky stand für den Ex-Ulmer Philipp Neumann, der aufgrund von Nackenproblemen nicht rechtzeitig fit geworden war, im Kader. Gerade der lange Center und der muskulöse Cuffee hätten Crailsheim unter den Brettern aber gut getan. Der Rebound-Vergleich ging deutlich an Ulm (38:27). Zwar stemmte sich dort Joe Lawson mit elf Brettern gegen die Übermacht der Hausherren, aber insbesondere gegen den bärenstarken Ulmer Power-Forward Dwayne Evans wäre ein Gegenpol unter dem Korb wichtig gewesen. Evans verzeichnete eine neue Karrierebestleistung von 32 Punkten, denen er noch neun Rebounds, vier Assists, zwei Steals und einen Block hinzufügte. „Dwayne hat heute sehr gut gespielt. Er stand mit hoher Intensität lange auf dem Feld und war offensiv nicht zu stoppen“, lobte Ulms Trainer Thorsten Leibenath seinen überragenden Spieler. „Wir sind mit der Energie gestartet, wie wir uns das vorgenommen hatten. Dann haben wir aber zum wiederholten Male erlebt, dass Teams, die einen schwachen Start gegen uns haben, im Laufe der Partie besser werden. Wir machen uns das Leben anscheinend gerne schwer. Letztlich haben wir uns aber wieder auf unsere Stärken besonnen. Wenngleich wir den Ball auch dann nicht gut getroffen haben, sind in den wichtigen Phasen die offenen Würfe gefallen“, sagte Leibenath.

Die Merlins erwarten die Eisbären Bremerhaven am Mittwoch (18.30 Uhr) zum Kellerduell. Das Spiel wird auch live auf Sport 1 im frei empfangbaren Fernsehen übertragen.

Das könnte dich auch interessieren:

Das Überraschungsteam von RASTA Vechta setzt seinen beeindruckenden Siegeszug in der Basketball-Bundesliga fort.

Der TSV Ilshofen hält gegen das Topteam des Bahlinger SC zwar gut mit. Jedoch gewinnen die Gäste verdient mit 2:0.

So spielten sie

Ulm – Crailsheim

99:87

Ulm: Evans (32 Punkte, 10 von 12 Zweier, 9 Rebounds, 4 Assists, 2 Steals), Thompson (15), Akpinar (12), Green (12), Reinhardt (10), Miller (6, 7 Assists), Radosavljevic (5), Schilling (4), Fotu (3), Ugrai, Krämer

Crailsheim: Russell (17, 3 von 9 Dreier), Wysocki (14, 4 von 8 Dreier, 5 Rebounds, 4 Assists), Madgen (14), Turner (14, 8 Assists, 3 Steals), Lawson (12, 11 Rebounds), Ferner (6), Herrera (4), Arnold (4), Gay (2), Urbansky

Viertel: 27:9, 18:31, 26:23, 28:24
Rebounds: 38:27
Assists: 21:22
Ballverluste: 13:19
Dreier: 6/23 : 13/32

9

erzielte Punkte im ersten Viertel in Ulm – damit haben die Merlins nicht den schlechtesten Wert in dieser BBL-Saison vorzuweisen. Der MBC kam bei der Niederlage gegen Braunschweig nur auf sieben, Bremerhaven bei der Pleite gegen Vechta auf acht, und Braunschweig beim 61:87 gegen Bayern München ebenfalls auf neun. Den Bestwert für das erste Viertel verbuchte Bonn mit 41 Punkten beim Sieg gegen Bremerhaven.