Breitensport Ein Mann der ersten Stunde

Freuen sich gemeinsam über die Landesehrennadel: Gerabronns Bürgermeister Christian Mauch (rechts) und Heinz Mohr (TSV Dünsbach).  :
Freuen sich gemeinsam über die Landesehrennadel: Gerabronns Bürgermeister Christian Mauch (rechts) und Heinz Mohr (TSV Dünsbach). : © Foto: Klaus Helmstetter
Gerabronn / Von Klaus Helmstetter 16.07.2018
Bürgermeister Christian Mauch hat die Landesehrennadel an Heinz Mohr verliehen, Gründungsmitglied beim TSV Dünsbach.

Wie fühlt sich jemand, der selbst jahrzehntelang zahlreiche Ehrungen ausgesprochen und durchgeführt hat, wenn er selber einmal im Mittelpunkt steht und ihm eine ganz besondere Auszeichnung zuteilwird? Heinz Mohr schaut, überlegt. „Darüber macht man sich gar keine Gedanken“, betont er.

Auf jeden Fall hat er sich sehr gefreut, war regelrecht ergriffen, bekam feuchte Augen und fand nur schwer Worte, um sich zu bedanken, als ihm Gerabronns Bürgermeister Christian Mauch am Rande des Zeltgottesdienstes gestern in Dünsbach die Landesehrennadel überreichte. „Ein besonderer Moment ist das und eine besondere Auszeichnung, die nur der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg aussprechen darf“, formulierte das Gerabronner Gemeindeoberhaupt.

Und Heinz Mohr ist einer, der diese Auszeichnung wahrlich verdient hat. Die Liste seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang, passt mit Mühe und Not auf ein DIN-A4-Blatt, eng bedruckt: Gründungsmitglied des TSV Dünsbach ist er gewesen, im Jahr 1968; im Posaunenchor hat er sich federführend engagiert, um die Theatergruppe gekümmert, war Fußballjugendleiter, Ansprechpartner für die Gesamtjugend, stellvertretender Staffelleiter, Vorsitzender des TSV, in der Kommunalpolitik aktiv. Die Liste will gar kein Ende nehmen.

Zudem leitet Heinz Mohr bei der Dünsbacher Kirchengemeinde das Männervesper, eine Gruppe, in der sich ein halbes Dutzend Männer regelmäßig trifft und sich über aktuelle und weniger aktuelle Themen austauscht.

Feststeht, und das macht diese exemplarische Aufzählung schon überdeutlich: Heinz Mohr hat jede Menge Freizeit geopfert. Und er hat es gern getan.

Sichtlich bewegt

„Ich kann einfach nur Danke sagen. Danke an alle, die sich mit mir herumgeschlagen haben, „betonte Mohr nach der Laudatio von Bürgermeister Mauch in leutseligem Ton und erntete dafür reichlich Applaus.

Freude machen ihm derzeit in besonderem Maße die Kicker des TSV Dünsbach. Ende der 80er-Jahre noch in der Kreisliga B unterwegs, gehören sie derzeit zum Establishment in Hohenlohe. Im Jahr 2014 glückte der Fußball-Abteilung der Aufstieg in die Bezirksliga. Dort schaffte das Team zuletzt den sechsten Rang. „Natürlich freue ich mich darüber und sooft es geht, komme ich auch zum Zuschauen“, erklärte der 67 Jahre alte Heinz Mohr.

„Was er macht, macht er sehr gewissenhaft, erledigt er 100 prozentig“, berichtete Edi Rückl, langjähriger Wegbegleiter und Ex-Abteilungsleiter der Dünsbacher Kicker über den Geehrten. „Als Gründungsmitglied hat er zudem ganz viel mit aufgebaut. Ich denke dabei etwa an die Jugendarbeit oder das Zeltlager“, fügte Rückl hinzu.

Die Basis dafür, dass der TSV Dünsbach jetzt so dasteht, wie er dasteht, haben engagierte Ehrenamtliche wie Heinz Mohr gelegt. Rund 600 Mitglieder hat der TSV derzeit und damit etwas mehr als der Ort Einwohner. Rund die Hälfte der Mitglieder sind Jugendliche und kommen aus der direkten Umgebung. Hier, in dem Zusammengehörigkeitsgefühl und darin, sich lange und gut zu kennen, liegt sicherlich auch ein wichtiger Aspekt für den aktuellen Erfolg der Kicker.

Mit Rat und Tat zur Stelle

Die Jungen, Nachfolger wie der aktuelle erste Vorsitzende, Steffen Reichert, der erst seit einem Jahr im Amt ist, schätzen an Heinz Mohr sein „großes Wissen und das offene Ohr, das er hat. Wenn irgendwo der Schuh drückt, dient er immer als Anlaufstelle, um einen guten Rat einzuholen. Bei unseren Arbeitsdiensten ist er auch stets zur Stelle. Wenn er gebraucht wird, hilft er mit. Unsere Struktur ist gut. Alle ziehen an einem Strang. Das passt!“ Mit anderen Worten: In Dünsbach wird das Ehrenamt mit Leben erfüllt und Heinz Mohr ist einer, der das in besonderem Maße praktiziert und vorgelebt hat.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel