Die Hakro Merlins haben in Braunschweig 84:98-verloren, trotz herausragender Trefferquoten aus dem Zweipunktebereich (62 Prozent) und aus der Drei-Punkte-Distanz (43 Prozent). Braunschweig holte nach zwei Niederlagen zuletzt in Crailsheim und Gießen wieder einen Sieg und kletterte auf den sechsten Tabellenrang. Crailsheim steht weiterhin mit drei Siegen am Ende der Bundesligatabelle, gemeinsam mit  Bremerhaven, dem MBC und Jena.

Im Angriff zeigten die Crailsheimer angeführt von Topscorer Konrad Wysocki (17 Punkte) mit 84 Zählern eine passable Leistung. Wysocki, der wohl sein bislang bestes Saisonspiel zeigte, traf alle seiner vier Dreierversuche. Der Sahnetag des 36-Jährigen war jedoch nicht genug, um die eklatanten Reboundprobleme der Gäste auszugleichen. Schenkte man der Statistik vor der Begegnung Glauben, standen sich mit Crailsheim das zweitschlechteste Team in Sachen Rebounds (32,4 pro Spiel) dem zweitbesten der Liga gegenüber (38,1). Diese Schwachstelle der ohnehin vergleichsweise kleinen Crailsheimer Mannschaft zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Spielverlauf. Letztlich landeten 42 Abpraller in den Händen der Niedersachsen (Crailsheim: 28), 17 davon am offensiven Brett, was den Gastgebern immer wieder einfache Zähler durch zweite Chancen einbrachte.

Ilshofen

Eatherton dominiert

Zudem leisteten sich die Merlins 14 Ballverluste. Denen standen vier Braunschweiger Turnover gegenüber. Bei ihrer Niederlage vor zwei Wochen im Hinspiel in Ilshofen hatten die Löwen den Ball noch 19 Mal aus den Händen gegeben. „Durch die Rebounds und Ballverluste bekommt Braunschweig 18 Würfe mehr als wir. Da kann man selbst mit solch guten Wurfquoten nicht gewinnen“, so Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat im Anschluss an die Begegnung.

Angeführt von Center Scott Eatherton dominierten die Braunschweiger von Beginn an die Bretter. Der schlaksige 2,06-Meter-Mann stellte seinen Gegenspieler Philipp Neumann (2,11 Meter) gerade im ersten Abschnitt vor größere Probleme und steuerte in den ersten zehn Minuten zwölf Punkte bei. Er beendete die Begegnung mit einem Double-Double von 18 Punkten und 13 Rebounds

Auf Seite der Crailsheimer fand Shooting Guard Ben Madgen gut in die Partie und erzielte die ersten sieben Zähler der Gäste und war ein entscheidender Faktor dafür, dass diese nach dem ersten Viertel in Schlagdistanz blieben (27:21).

Ein Vierpunktespiel Madgens brachte die Merlins zwischenzeitlich bis auf zwei Zähler an die Braunschweiger heran (30:28). Deren Point Guard DeAndre Landsdowne antwortete jedoch prompt selbst mit einem seiner insgesamt Dreier (33:28). Landsdowne erwies sich nicht nur abermals als gefährlicher Scharfschütze, sondern schloss immer wieder auch entschlossen am Crailsheimer Korb ab. Er beendete die Begegnung als Topscorer mit 23 Punkten.

Foulprobleme bei Neumann

In der Mitte des zweiten Viertels später hängte der US-Amerikaner Neumann sein drittes persönliche Foul an. Crailsheims Trainer Tuomas Iisalo sah sich gezwungen, den Deutschen vom Feld zu nehmen. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, hatte es doch gerade erste danach ausgesehen, als könnten Neumann und der eingewechselte Konrad Wysocki die Reboundschwäche besser in den Griff bekommen.Durch seine Foulprobleme – Neumann sammelte zu Beginn des dritten Viertels sogleich sein viertes Foul ein – kam der zuletzt gute Center auf gerade einmal 14 Einsatzminuten.

Für Ingo Enskat war dies jedoch nicht entscheidend: „Wir hätten von Anfang an besser gegen Eatherton verteidigen müssen. Wenn du ihn einmal ins Rollen kommen lässt, wird’s schwierig. Er zählt für mich aktuell mit John Bryant (Gießen 46ers, Anm. d. Red.) zu den auffälligsten Spielern auf der Center-Position.“

Ein weiter Zweier von Robert Arnold ließ die Hoffnungen der Gäste erneut aufkeimen (41:39), doch Braunschweig zog mit acht Punkten in den letzten beiden Minuten vor der Pause auf 49:41 davon. Diesen Vorsprung gaben die Löwen im Anschluss nicht mehr her. Zwar veranlasste ein Dreier von Crailsheims Joschka Ferner Braunschweigs Trainer Frank Menz dazu, eine Auszeit zu nehmen (63:57). Im Anschluss schraubten die Niedersachsen dank einem 7:2-Lauf jedoch den Abstand auf 13 Zähler (72:59).

Die Merlins standen somit vor Beginn des Schlussabschnitts bereits mit dem Rücken zur Wand. Dieser wurde für die Löwen zum Schaulaufen, Lawson und Shaquille Hines bescherten dem Publikum in der Volkswagen Arena mit zwei krachenden Dunks kurz vor dem Ende noch zwei Höhepunkte.

Crailsheim

Frankfurt ist nächster Gegner der Merlins

Am Samstag empfangen die Merlins Frankfurt, eines der drei Teams, gegen die ihnen in der Vorrunde ein Sieg gelungen ist. Enskat warnt davor, die Hessen zu unterschätzen. Diese haben kürzlich mit Tra Holder und Tyler Larson zwei US-Guards nachverpflichtet. Zudem ist Nationalspieler Jonas Wohlfahrt-Botterman nach seinem Mittelfußbruch in die Rotation zurückgekehrt, steuerte beim 75:74-Erfolg gegen Oldenburg neun Punkte bei. „Das ist eine andere, deutlich stabilere Frankfurter Mannschaft.“

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Crailsheim

So spielten sie


Braunschweig – Crailsheim

98:84

Braunschweig: Lansdowne (23 Punkte), Eatherton (18, 13 Rebounds), Hines (15), Klepeisz (12), Sengfelder (11), Blake (8), Kone (4), Lagerpusch (3), Rahon (2), Nawrocki (2), Kovacecvic (0), Figge (0)

Crailsheim: Wysocki (17), Madgen (17), Russell (12), Cuffee (8), Turner (8), Arnold (6), Ferner (6), Gay (4), Neumann (4), Herrera (2)

Viertel: 27:21, 22:20, 23:18, 26:25


Rebounds: 42:28


Assists: 29:20


Steals: 7:3


Dreier: 13/33 : 12/28