Dass der schlaksige Junge mit der Nummer 14 im roten Trikot der Würzburger Basketballer einmal ein Weltstar werden würde, vielleicht sogar der deutsche Sport­­superstar im Ausland, hat sich im Sommer 1997 noch nicht abgezeichnet. Im Crailsheimer Stall trafen die Unterfranken in einem Freundschaftsspiel auf Oberelchingen. Mittendrin: Dirk Nowitzki, der diese Woche seine erfolgreiche Karriere beendet hat. Die Nummer 41 der Dallas Mavericks holte mit viel Talent, aber noch mehr Fleiß Erfolge en ­masse: bester NBA-Spieler der Saison 2007, NBA-Meister 2011, zweiter Platz bei der Europameisterschaft 2005 und dritter Platz bei der Weltmeisterschaft 2002 mit Deutschland, einziger Spieler in der Geschichte der NBA, der mindestens 25.000 Punkte, 10.000 Rebounds, 1000 Blocks und 1000 Dreier erzielt hat – die Liste ließe sich um ein Vielfaches verlängern.

1997 waren die Merlins gerade in die Oberliga aufgestiegen, hatten einen Doppeltestspieltag organisiert. Die Crailsheimer spielten gegen die Würzburger Zweite (Regionalliga), die Würzburger Erste (zweite Liga) mit Dirk Nowitzki trat gegen den Bundesligisten Oberelchingen an, wie sich Merlins-Geschäftsführer Martin Romig erinnert.

Martin Romig: „Nowitzki hat das Spiel revolutioniert“

„Die Leistung von Dirk Nowitzki ist leider total unterbewertet. In der deutschen Fußballeindimensionalität wird sein Stellenwert nicht so gewürdigt, wie es eigentlich sein müsste. Für mich ist er mindestens in der Kategorie Beckenbauer, Pelé und Schumacher zu nennen. Er ist der Botschafter des deutschen Basketballs“, erklärt Romig. „Er konnte alles spielen mit seiner Größe, Beweglichkeit und seinem Wurf. Er hat das Spiel revolutioniert und eine ganze Ära an modernen Spielern geprägt. Bemerkenswert war vor allem seine Konstanz – und dass er Sportsmann durch und durch war, alles ohne Skandale.“ Sehr hoch anzurechnen sei ihm auch seine Loyalität zu den Dallas Mavericks, sagt Romig. Für die Mavs war Nowitzki 21 Jahre aktiv. Kein anderer NBA-Spieler hat so lange nur für einen einzigen Klub gespielt. „Viele Spieler wechseln zu anderen Teams, um einen Titel zu gewinnen.“ Mit und um Dirk Nowitzki habe Dallas eine Mannschaft aufgebaut, die 2011 den Titel gewonnen hat. Diese Vereinstreue „gibt es so heute ja gar nicht mehr. Ich kann nur sagen: Chapeau!“

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