Basketball Merlins: Die Lohntüte bleibt wieder leer

Der Oldenburger Rasid Mahalbasic setzt sich geschickt gegen Joseph Lawson III durch. Beide kommen am Ende auf 18 Punkte.
Der Oldenburger Rasid Mahalbasic setzt sich geschickt gegen Joseph Lawson III durch. Beide kommen am Ende auf 18 Punkte. © Foto: pm
Oldenburg / Michael Wiedmann 26.11.2018
Die Merlins kassieren in einem über weite Strecken offenen Spiel in Oldenburg mit 79:87 die achte Saisonniederlage im neunten Spiel und behält weiterhin die rote Laterne.

Die Rollen waren klar verteilt: Der Play-off-Anwärter und zu Hause ungeschlagene Klub aus Niedersachsen gegen die um den Klassenerhalt kämpfenden Hohenloher, die obendrein auf Sherman Gay wegen muskulärer Probleme verzichten mussten.

Auf dem Feld zeigte sich in den ersten 15 Spielminuten jedoch ein anderes Bild. Der Underdog bot dem Favoriten Paroli, bei dem nur Will Cummings dafür sorgte, dass die Gäste nach dem ersten Viertel nicht deutlicher als 25:23 führten. Ein sehr starkes erstes Viertel mit einem guten Matchplan sah deshalb auch Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat.

Bis Mitte des zweiten Viertels hielt die Konzentration der Zauberer, „dann haben sich Kleinigkeiten eingeschlichen: schlechte Abstimmung in der Verteidigung, einfache Punkte liegen lassen“, so Enskat. Diese leichten Fehler nutzten die nun immer stärker werdenden Oldenburger gnadenlos aus und konnten sich zur Halbzeitpause auf 45:36 absetzen.

Mit Energie aus der Kabine

Für die Merlins war diese Hypothek an diesem Abend aber nicht zu groß. Mit Tempo und Energie kamen die „Zauberer“ aus der Kabine und brachten mit einem 11:2 wieder einen Gleichstand auf die Anzeigetafel (47:47). Das nächste Kapitel der Achterbahnfahrt schrieb Crailsheims Spielmacher Frank Turner, der sich in einer Offensivaktion verletzte und zunächst vom Feld humpelte. Der Favorit nutzte den kurzen Bruch im Spiel der Gäste und spielte sich erneut ein kleines Polster heraus (62:56). Mike Cuffee und Konrad Wysocki ließen es schnell wieder merklich stiller werden in der Halle, als sie mit zwei Dreiern in Folge ausglichen. Den Schlusspunkt auf ein starkes drittes Viertel setzte DeWayne Russell mit dem Buzzerbeater zur 64:62-Führung.

Vermeidbare Niederlage

„Im Schlussviertel haben die Oldenburger es mit Stil und Routine zu Ende gebracht“, so das Fazit von Gästecoach Tuomas Iisalo. „Das fehlt uns einfach noch. Wir verlieren in den kritischen Phasen den Fokus und schaffen es nicht, das Ruder herumzureißen“, ärgerte er sich über eine letztlich wohl vermeidbare Niederlage. Nie richtig unter Kontrolle brachten die Merlins die beiden ­Oldenburger Riesen Rasid Malhabic (2,10 Meter) und Nathan Boothe (2,06), die mit 18 beziehungs­weise 19 Punkten neben Will Cummings (26) die besten Werfer aufseiten der Gastgeber waren.

„In den vorherigen drei Vierteln haben wir all das gezeigt, was es braucht, um ein Spiel zu gewinnen. Ich bin sehr zufrieden mit der Rebound-Mentalität, dass wir die gleiche Anzahl an Würfen herausgearbeitet haben wie der Gegner. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, blickt er dennoch optimistisch in die Zukunft.

„Das war stark, wie die Mannschaft das Spiel nach dem Halbzeitrückstand gedreht hat“, lobte Enskat den Auftritt nach der Pause. Die wilde Fahrt ging also weiter, bis die Oldenburger Mitte des letzten Viertels doch mehr Profit aus den sich häufenden Fehlern der Gäste schlagen konnten. Bei den Crailsheimern war der Faden nun gerissen, eine finale Aufholjagd blieb aus. Mit 79:87 unterlagen die Merlins dem deutschen Pokalsieger von 2015.

Nur Nuancen haben gefehlt

Dass man erneut mit dem Gefühl nach Hause fahre, es wäre mehr drin gewesen, lag für Ingo Enskat an Nuancen: „Es hat in den entscheidenden Momenten der eine Anführer auf dem Feld gefehlt, der Verantwortung übernimmt und die Entscheidungen trifft. Als Oldenburg den Druck erhöht hat, haben wir unsere Linie verloren.“

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So spielten sie

Oldenburg – Crailsheim

87:79

Viertelergebnisse: 23:25, 22:11, 17:28, 25:15

Oldenburg: Cummings (26), Boothe (19), Mahalbasic (18), Massenat (8), Paulding (6), Tadda (4), Stojanovski (3), Schwethelm (3), Huji
Crailsheim:
Lawson (18 Punkte), Mad­gen (15), Russell (12), Wysocki (12), Turner (8), Herrera (6), Neumann (2), Ferner

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