Feuchtwangen Abenteuer Sport: Bezwinger der Staubpiste

Feuchtwangen / Luca Schmidt 09.08.2018
Im sechsten Teil unserer Serie waren wir zum Motocross fahren beim MSC Feuchtwangen zu Gast. Fazit: Eine schweißtreibender Sport, der richtig Laune macht.

Mit dem Motocross durch die Luft fliegen und auf staubiger oder schlammiger Strecke neue Bestzeiten erzielen – der Traum vieler Biker. Allerdings keiner von mir – bis Dienstag. Da durfte ich es selbst einmal ausprobieren, beim Jugendtraining auf der Strecke des MSC Feuchtwangen bei Hilpertsweiler - und für unsere Serie „Abenteuer Sport“.

Etwas Respekt bekomme ich, als ich das Motorrad zum ersten Mal sehe: eine KTM Exc 400. Die stellt mir Thomas Brunner vom MSC Feuchtwangen zur Verfügung; zumindest äußerlich ist ihm nicht anzumerken, dass er Angst um seine Maschine hat. Ich sitze auf jeden Fall höher als auf meiner Sporttourer, die ich normaler­weise fahre. Nachdem ich auf das Motorrad geklettert bin, folgt die erste Überraschung: Es ist ziemlich leicht. Und die erste Runde zum Einfahren über einen kleinen Rundkurs zeigt, dass die Enduro gut und stabil fährt. Nur eines muss ich lernen: aufrecht stehen und in den Kurven ganz vorne sitzen. Letzteres ist anfangs etwas unbequem, aber meine Haltung verbessert sich zunehmend – so zumindest meine subjektive Einschätzung.

Dann geht’s auf die Piste. Die erste Runde läuft ganz gut, auch wenn der objektive Betrachter den Fahrstil noch als ängstlich einstufen würde – aber es wird mit jeder Runde besser. Dabei verzeiht die Maschine viel und ist im Handling sehr gut. Wenn der Reifen mal wegrutscht, greift das tiefe Profil sofort wieder, und enge Kurven bei niedriger Geschwindigkeit sind kein Problem.

Wichtigste Erkenntnis nach der ersten Fahrt: Wer glaubt, dass Motocrossfahren bedeutet, entspannt auf dem Motorrad zu sitzen und den Gashahn aufzudrehen, der sollte es dringend selbst einmal ausprobieren. Nach rund 15 Minuten Fahrt bin ich vollkommen durchgeschwitzt, das kannte ich bislang eigentlich nur vom Spinning. Vielleicht lag das zum Teil an meiner Lederkombi, die ich normalerweise immer zum Fahren auf der Straße trage. Aber Motocrossfahren ist auf Dauer wirklich anstrengend – das merke ich spätestens, als nach der zweiten Fahrt die Arme langsam schmerzen.

Eine weitere Erkenntnis: Es gibt einige Überschneidungen zum Skifahren. Erstens: Wenn man springt, sollte man die Balance halten. Zweitens: Man merkt, wenn man zu schnell fährt und das Motorrad (oder die Ski) nicht mehr unter Kontrolle hat. Und drittens: Man wird von waghalsigen, furchtlosen Kindern überholt. Dabei gilt auch auf der Motocrossstrecke: Der Überholende hat auf den Vordermann achtzugeben.

Höhepunkt der zweiten Fahrt: ein kleiner Sprung. Der fühlt sich für mich nach zehn Metern an, der Videobeweis aber zeigt: Tatsächlich war es nur ein kurzes Abheben. Trotzdem: Mir macht es richtig Spaß und die Geschwindigkeit nimmt zu.

Ebenfalls fast neu auf der Strecke ist Sina Volkert. Die 13-Jährige fährt zum zweiten Mal und ist mit Thomas Brunner, ihrem Patenonkel, da. Auch ihr Bruder Nico fährt Motocross. „Ich bin auf dem Motorrad bei meinem Bruder und meinem Paten mitgefahren. Hier selber auf dem Motorrad zu sitzen, finde ich aber besser“, sagt sie. Unter Anleitung lernt sie so das Fahren. Das ist auch ihrem Paten wichtig: „Sicherer kann man das Motorradfahren nicht lernen“, sagt Brunner. Was Sina Volkert am besten findet? „Die Sprünge. Je weiter, desto besser.“

Trainiert wird mindestens zu zweit

Der Motorsportclub (MSC) Feuchtwangen hat rund 100 aktive Mitglieder. „Den Verein gibt es seit 60 Jahren“, erklärt Günter Ebert, Vorsitzender des MSC. Er hat damals die Strecke modelliert und gebaut und später an den Verein übergeben.

Die Jugend trainiert dienstags von 16.30 bis 19 Uhr. Mittwochs und freitags ist zu den gleichen Zeiten Training für alle, samstags wird von 14.30 bis 17 Uhr gefahren. Jugendlichen stehen vier Motorräder des Vereins zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen wird mindestens zu zweit trainiert.

Mehr Informationen zum MSC Feuchtwangen gibt es online unter www.msc-feuchtwangen.de. luc

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