Bogenschießen Abenteuer Sport: auf Grizzly-Jagd in Eckartshausen

Ilshofen / Luca Schmidt 26.07.2018
Wer schon immer mal als Robin Hood auf die Jagd gehen wollte, der ist in Eckartshausen an der richtigen Adresse: 28 Tiere können in einem Bogenparcours geschossen werden.

Der Rehbock ist im Visier, jetzt schnell einen Pfeil gezogen, die Sehne gespannt und loslassen – der Pfeil schnellt seinem Ziel entgegen. Volltreffer, direkt in die „Kill-Zone.“ Ab zum nächsten Tier, einem Luchs. Der ist kleiner und steht aufrecht, was ihn schon zu einer schwereren Aufgabe macht. Natürlich werden in Eckartshausen aber keine echten Tiere geschossen – die Ziele sind 3-D-Nachbildungen aus Kunststoff, die in einem Bogenparcours verteilt um das Schützenhaus in Eckartshausen stehen.

Bevor es aber mit dem Parcours los gehen kann, kommt das Warmschießen – das heißt, ein paar Versuche auf die Zielscheibe. Unterstützt werde ich von Gerhard Stark vom Schützenverein. Zwar sind noch keine Volltreffer dabei, aber trotzdem legen wir mit dem Parcours los. Erste Tiere: zwei kleine Käuzchen im Wald. Kleine Ziele, aber immerhin zwei direkt nebeneinander – und ich treffe wirklich einen der Vögel. Zwar nicht in die Kill-Zone, also die kleine markierte Zone, die einen tödlichen Treffer simulieren soll,– aber immerhin.

Und so wird gezählt: Gerhard Stark und ich schießen eine „Drei-Pfeil-Runde“. Jeder Schütze hat drei Schüsse pro Ziel, treffen kann man entweder in die Kill-Zone, die mit kleinen Ringen markiert ist, oder nur den Körper der Tiere. Je später man ein Tier trifft, also je mehr Versuche man braucht, desto weniger Punkte gibt es. Der Schütze entscheidet selbst, wie weit entfernt er vom Ziel sein möchte. Markiert werden die Entfernungen von gelben, blauen und roten Holzpfosten im Boden.

Fast wie Minigolf

Nach den ersten paar Zielen wirkt der Parcours wie eine Mischung aus Minigolf und Bogenschießen. Immer eine Station, eine begrenzte Anzahl von Versuchen, das Ergebnis aufschreiben, dann geht’s weiter. Im Unterschied zum Bogenschießen auf Zielscheiben, geht mir hier die Lust nicht schon nach kurzer Zeit verloren – es macht Spaß, die verschiedenen 3-D-Ziele ins Visier zu nehmen. Wenn der Pfeil dann noch trifft, umso besser. Die unterschiedlichen Ziele und Entfernungen stellen den Schützen jedes Mal vor neue Herausforderungen – auch wenn ich niemals auf lebende Tiere schießen würde.

Eine der schwierigsten Stationen erwartet uns am Ende: Ein bewegliches Ziel. An einer Schnur fliegt eine Gans von rechts nach links durch den Wald, geschossen wird von einem kleinen Hochstand aus. Ich ziele, ziehe auf und lasse den ersten Pfeil fliegen – er berührt die Gans, setzt aber nur kurz auf und fliegt weiter. Nur noch zwei Schüsse übrig. Noch einmal von vorne. Pfeil auflegen, die Sehne spannen, kurz stillhalten und loslassen. Dieses Mal sitzt der Schuss, auch wenn der Pfeil nur im Hinterteil des Kunststofftieres steckt.

„Die Bogenschießsparte gibt es erst seit zwei Jahren, den Parcours haben wir in diesem Jahr eröffnet“, sagt Gerhard Stark. Die Idee zum 3-D-Schießen kam ihm, weil es kaum Nachwuchs im Schützenverein gibt, und man deshalb etwas für die jüngeren Mitglieder machen wollte.

„Fast der komplette Ausschuss war begeistert von dem Vorschlag“, sagt Gerhard Stark. Gemeinsam sei man zu einem Bogenparcours in Jagsthausen gefahren – „danach haben sich viele Langbögen gekauft“. Mittlerweile kommen am Wochenende bis zu 20 Schützen pro Tag, die in Eckartshausen das 3-D-Wild erlegen.

Sommerserie „Abenteuer Sport“

Luca Schmidt und Johannes Ihle, beides Volontäre des Hohenloher Tagblatts, werden sich in diesem Sommer in verschiedenen Sportarten ausprobieren. Da geht es beispielsweise zum Segelfliegen, Motocross oder auch zum Bogenschießen. Im Winter wird die Sportredaktion dann diese Serie fortsetzen und bei Gemeinden im HT-Verbreitungsgebiet vorbeischauen.

Info Der Bogenparcours in Eckartshausen ist rund zwei Kilometer lang. Es gibt 28 Ziele, die sich auf den Feldern oder im Wald befinden. Für Erwachsene kostet eine Tageskarte zehn Euro, Ausrüstung kann vor Ort gegen Gebühr ausgeliehen werden. Geöffnet hat der Parcours von Februar bis November täglich von 9 Uhr bis zur Dämmerung, mittwochs ist Ruhetag. Im Dezember und Januar steht nur die Hälfte des Parcours zur Verfügung. Mehr Infos online unter www.sveckartshausen1930ev.de.

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