Sport in der Halle Als Tanzpaar gemeinsam zur Musik verschmelzen

Sportwart Dario D’Ariano zeigt seinen Schülerinnen und Schülern, wie man richtig den Cha-Cha-Cha tanzt.
Sportwart Dario D’Ariano zeigt seinen Schülerinnen und Schülern, wie man richtig den Cha-Cha-Cha tanzt. © Foto: Ralf Mangold
Wallhausen / Ralf Mangold 12.12.2017

5, 6, 7, 8“ – jetzt heißt es aufgepasst, denn gleich startet die nächste Tanzübung. „1, 2, 3, Cha, Cha, Cha“ – und schon geht es los.  Sportwart Dario D’Ariano gibt nicht nur den Takt vor, sondern demonstriert gleichzeitig den acht Paaren auch noch die Tänze, immer abwechselnd den Frauen- oder den Herrenschritt.

Insgesamt über 100 Tänzerinnen und Tänzer unterrichtet der umtriebige Übungsleiter des Tansportclubs Wallhausen, da kommen jede Woche über 20 Stunden zusammen – und das alles zusätzlich zu seinem Hauptberuf in einer Druckerei. Allein an jenem Sonntag steht er beinahe 13 Stunden lang ununterbrochen auf dem Parkett, zuvor war nämlich Präsentationstag, der letzte Tanzkreis endet erst gegen 21.30 Uhr. Doch dem 30-Jährigen ist dies kaum anzumerken, hoch motiviert leitet er auch noch zu später Stunde die Hobbytänzer an, die sich einmal wöchentlich im Kulturhaus in Wallhausen treffen. Nur seiner Schuhe musste er sich wegen starker Schmerzen inzwischen entledigen, aber umso leichter fallen ihm dadurch die Drehungen.

Neben der Breitensportgruppe ist D’Ariano auch noch für die ­erfolgreiche Lateinformation des TSC zuständig, die in dieser Saison den Aufstieg in die Regionalliga anpeilt. Früher war er selbst erfolgreicher Sportler, hat es als Turniertänzer in Backnang und Ludwigsburg sogar bis in die erste Bundesliga geschafft. „Das war ein brutaler Zufall. Ich komme ja  eigentlich vom Football und Eishockey“, erzählt D’Ariano in der kurzen Trinkpause von seinen Anfängen. „Ich habe damals einen Tanzkurs geschenkt bekommen, und der Lehrer hat mich ­sofort in eine Tanzgruppe gesteckt.“ Und schnell hatte ihn der Ehrgeiz gepackt, immer besser zu werden.

„Als dann unser Tanzlehrer vom TSC vor einem Jahr nach Österreich gezogen ist, wussten wir nicht, wie es weitergehen sollte. Deshalb habe ich meine aktive Karriere beendet und bin als Trainer eingesprungen“, freut er sich über die neue Herausforderung. Und dabei ist es D’Ariano auch völlig egal, welche Leistungsgruppe er gerade anleitet. „Es macht mir einfach Spaß, mein Wissen weiterzugeben.“

Haupttrainer Pedro Rodriguez, von dem D’Ariano schon in seiner aktiven Zeit viel für seine Trainertätigkeit abschauen konnte, Selina Schwarzenhölzer, Ca­tharina Marquardt und D‘Arianos Frau Anja heißen die weiteren Übungsleiter für die rund 220 Mitglieder des Vereins. Die Jüngsten sind gerade mal drei Jahre alt. „Viele Eltern schicken ihre kleinen Kinder zum Fußball. Aber Kindertanzen ist ganz wichtig für die Motorik, das Rhythmusgefühl und vor allem für den Kopf“, erklärt D’Ariano. Für die Jüngsten gibt es Kurse wie Zumba, Salsa oder auch Hip Hop.

„Tanzen hält mich geistig fit“, bestätigt Nadja Hofmann, die seit vier Jahren zusammen mit ihrem Ehemann regelmäßig zur Tanzstunde nach Wallhausen kommt. Einige Paare sind sogar schon seit der Vereinsgründung vor über zwanzig Jahren dabei. „Es ist einfach schön, wenn man ein gemeinsames Hobby hat“, ergänzt Ehemann Thorsten. Das Paar aus Schnelldorf betont, dass es  für sie nur um Breitensport gehe, sie wollen einfach nur ein bisschen dazulernen und Spaß haben. „Die Musik gefällt mir gut, die Atmosphäre ist ungezwungen. Man kann sich vom Trainer oder den anderen Paaren jedes Mal etwas abschauen.“ Der Ablauf des Übungsstunde ähnelt dem in einer Tanzschule, „aber bei uns ist es freier. Wir unterrichten nicht nach einem festen Konzept, und dadurch können wir die Tanzstunde der jeweiligen Gruppe anpassen.“ So kommt auch die Geselligkeit im Verein nicht zu kurz. Beim Tanzsportclub stehen Ausflüge, Weihnachtsfeier und ein Sommerfest auf dem Programm. Einmal im Jahr gibt es den großen Herbstball, wo man das Gelernte gut umsetzen kann.

Zwei Menschen harmonieren

„Tanzen ist die Poesie der Füße“ – dieses Zitat von John Dryden steht auf der Titelseite der vereinseigenen Homepage. „Zwei Menschen müssen gemeinsam harmonieren“, fügt der frisch gewordene Papa hinzu. Und übrigens gibt es sogar eine Tanzpartnerbörse beim TSC Wallhauseen. „Normalerweise meldet man sich als Paar an, aber wir vermitteln auch interessierte Einzelpersonen.“

Kaum ist die kurze Trinkpause beendet, ist D’Ariano wieder voll in seinem Element: „5, 6, 7, 8“, zählt er laut, und alle Tanzsportbegeisterten freuen sich darauf, dass der Unterricht gleich mit vollem Elan weitergeht.

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