Bühlertann „Wie ein Reh im Wald“

Bühlertann / Luca Schmidt 05.07.2018
Rund 30 Jugendliche treffen sich jede Woche in Bühlertann, um gemeinsam zu fahren. Beim Selbstversuch wird schnell klar: So elegant wie die Jungen auszusehen ist gar nicht so einfach.

Mountainbiken ist nicht gleich Fahrradfahren – diese Erfahrung habe ich beim MSV Bühlertann gemacht. Wobei ich sowieso nur die Hälfte der Strecke dabei sein konnte, weil der Materialverschleiß mich nur noch mit einem Pedal fahren ließ – aber der Reihe nach.

Trainiert werden die Jugendlichen in Bühlertann jeden Montag ab 17.30 Uhr unter der Leitung von Johannes Hägele; Treffpunkt ist die BMX-Strecke am Kleidermarkt. Schon beim Warmfahren wird mir klar: Ganz so einfach ist das nicht. Während die deutlich jüngeren Teilnehmer gefühlt mehrere Meter an den Schanzen abheben und richtig Spaß haben, bin ich darauf bedacht, die Strecke ohne Sturz zu überstehen.

Und dann geht es los durch Bühlertann. Nach nur wenigen Metern der nächste Rückschlag. Knapp die Hälfte der Teilnehmer fährt zwei Treppenstufen an der Kirche nach oben und springt dann drei auf der anderen Seite wieder herunter – ein Leichtes, wenn auch nur in der Theorie. Die Treppenstufen nach oben schaffe ich gerade noch so, nach unten klappt der Sprung so gar nicht, und es kommt fast zum Sturz. Noch einmal durchatmen und weiter.

Beim ersten Halt kommt dann die erste Übung. In einem kleinen Kreis sollen Mountainbiker fahren, wer drei Mal absteigt, verliert. Mancher Teilnehmer schafft es sogar, auf dem Fahrrad stillzustehen und mit einem Sprung die Richtung zu wechseln.

Dann geht es aber auch bei mir bergauf. Übung: gegen eine Wand fahren, auf dem Mountainbike stehen bleiben und sich dann rückwärts abstoßen. Für mich gibt es die etwas leichtere Variante: erst mal langsam gegen die Wand fahren und dann nur stehen; mit Hilfe und Tipps von Hägele klappt das auch am Ende ganz gut. Ein erstes kleines Hochgefühl stellt sich ein.

Allerdings nicht für lange Zeit, denn das linke Pedal verabschiedet sich plötzlich. Das Gewinde der Schraube, mit der das Pedal befestigt war, ist hinüber. Gelächter eines Kollegen, der mich begleitet, um zu filmen.

Für die nächste Übung bekomme ich das Bike von Hägele. Die Aufgabe: in einem kleinen Parcours einen Hang nach unten fahren. Das klappt auch, und so beschließe ich das Mountainbike-Training doch noch mal mit einem kleinen Erfolgserlebnis. Mich hat der Ehrgeiz auf jeden Fall gepackt, ich werde es wieder versuchen.

Den Ehrgeiz gepackt hat auch Johannes Hägele – allerdings nicht wie mich erst mit 27 Jahren, sondern bereits mit sechs. „Angefangen habe ich mit BMX mit meinen Kumpels, dann fuhr ich später Motocross und schließlich Mountainbike.“ Heute macht er das alles parallel. Was einen guten Biker ausmacht? „Er hat Spaß am Fahren und spielt mit dem Gelände.“ Wer mit viel Technik fährt, spart Kraft und bewege sich „wie ein Reh im Wald“, so Hägele.

Als die Jugendabteilung für das Mountainbiken vor drei Jahren gegründet wurde, kamen anfangs gerade mal sechs Teilnehmer. „Heute sind es bis zu 30.“ Willkommen ist beim Training jeder, der mit einem Helm und einem Bike aufkreuzt.

Einer von ihnen ist der 15-jährige Jonas Wißler. Er fährt bereits seit zehn Jahren. „Damals noch mit einem Puky-Rad und mit einem Freund.“ Er fährt hauptsächlich downhill, also bergab mit speziell dafür angepassten Rädern. „Das Beste ist, wenn man das erste Mal eine neue Strecke und neue Sprünge ausprobiert“, findet Jonas Wißler.

Start der neuen Serie „Abenteuer Sport“

Luca Schmidt und Johannes Ihle, beides Volontäre des Hohenloher Tagblatts, werden sich in diesem Sommer in verschiedenen Sportarten ausprobieren. Da geht es beispielsweise zum Segelfliegen, Motocross oder auch zum Bogenschießen. Im Winter wird die Sportredaktion dann diese Serie fortsetzen und in den Gemeinden im HT-Verbreitungsgebiet vorbeischauen.

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