Schach "Schach macht einfach Spaß"

Inzwischen schon ein Klassiker im Turnierkalender. An Pfingsten "duellieren" sich wieder über 150 Spieler beim 18. Crailsheimer Schachopen. Cartoon: Frank Stiefel
Inzwischen schon ein Klassiker im Turnierkalender. An Pfingsten "duellieren" sich wieder über 150 Spieler beim 18. Crailsheimer Schachopen. Cartoon: Frank Stiefel
Schach / SWP 22.05.2012
Ungefähr 150 Schachspieler, darunter auch Großmeister, werden am Freitag zum 18. Crailsheimer Schachopen erwartet. Mit am Start: der Hamburger Jonathan Carlstedt, seit Anfang 2011 Internationaler Meister.

. Bevor er seine Schachkunst am Pfingstwochenende in Crailsheim zeigen wird, erklärte er sich zu einem Interview bereit, das Frank Stiefel für das HT mit ihm führte.

HT: Jonathan Carlstedt, wann haben Sie mit dem Schachspiel begonnen?

JONATHAN CARLSTEDT: Erlernt habe ich das Spiel mit vier Jahren von meinem Vater, doch erst als ich zehn Jahre alt war, begann ich regelmäßig im Verein zu spielen. Mein Vater spielt übrigens beim Hamburger Schachklub in der 2. Bundesliga. Ich selbst spielte in der Saison 2010/2011 beim gleichen Klub in der 1. Bundesliga.

Wann haben Sie sich entschlossen, richtig Schach zu trainieren?

Ich wurde überraschend Deutscher Meister bei den U16 und Vizemeister bei den U18. Spätestens mit dreizehn, vierzehn Jahren habe ich gemerkt, dass ich Talent für dieses Spiel habe. Ich trainiere mich allerdings ausschließlich selbst. Ein Trainer hat noch nicht bei mir nachgefragt. Im Moment brauche ich auch nicht unbedingt einen. Ich spiele quasi meine eigenen Systeme und bin einigermaßen erfolgreich damit. Sollte mir der Deutsche Schachbund einen Trainer stellen, sage ich natürlich nicht nein.

Möchten Sie Schachprofi werden oder sehen Sie sich vielmehr bereits als Profi?

Nein, ich spiele lange Partien einfach zum Spaß, bei Schnellturnieren versuche ich etwas Geld zu verdienen, aber als Schachprofi sehe ich mich nicht. Ich verdiene gerade allerdings mein Geld mit Schach, denn ich habe Mitte letzten Jahres, zusammen mit dem Herausgeber der "Schachzeitung" Michael Schönherr, eine Schachschule in Lüneburg gegründet, in der ich regelmäßig unterrichte.

Was waren Ihre größten Erfolge im Schach?

Ich habe die Bad Harzburger Schachtage gewonnen, die Glückstädter Stadtmeisterschaft, wurde Hamburger Stadtmeister und wie schon erwähnt Deutscher U18 Vizemeister. Ich durfte damals zur U18-Weltmeisterschaft nach Vietnam, allerdings mussten mir meine Eltern 1200 Euro zuschießen, da der Deutsche Schachbund mich leider nicht vollständig unterstützte.

Welche Hobbys haben Sie noch außer Schachspielen?

Ich spiele gerne aber sehr mäßig Tennis und dann habe ich noch Billard als große Leidenschaft entdeckt. Besonders Snooker hat es mir angetan. Ich bin auch einem Billardklub beigetreten.

Haben Sie eine Lieblingspartie, von der Sie sagen würden, dass sie Ihre bisher beste ist?

Ja, habe ich in der Tat. Das ist die Partie gegen Kantans aus dem Jahr 2011 in Odense. Das war ein richtiger Krimi.