Eishockey Bietigheimer Meister mit Kopfproblem

Bietigheims Max Lukes im Duell mit Weißwassers Steven Bär. Lukes war einer der bissigsten und aktivsten Bietigheimern, die am Ende die vierte Niederlage in Folge kassierten.
Bietigheims Max Lukes im Duell mit Weißwassers Steven Bär. Lukes war einer der bissigsten und aktivsten Bietigheimern, die am Ende die vierte Niederlage in Folge kassierten. © Foto: Helmut Pangerl
Von Mathias Schmid 04.10.2018

Sieben Spiele, vier Niederlagen – die aktuelle Bilanz der Bietigheim Steelers ist für die in den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnten Fans ein ungewohntes Bild. In der DEL2 setzte es am Mittwoch gegen den Tabellenführer Lausitzer Füchse aus Weißwasser eine 2:5-Niederlage, wobei zwei der Treffer in der Schlussphase aufs leere Steelers-Tor fielen. Insgesamt war der Meister die bessere Mannschaft, agierte aber über weite Strecken zu zerfahren, leisteten sich zu viele einfache Scheibenverluste. Hinzu kam, dass Angreifer und Antreiber Shawn Weller das Spiel verletzt mit 2370 weiteren Zuschauern von der Tribüne verfolgen musste.

Besonders unglücklich war das erste Drittel der Partie. Die Steelers legten engagiert los, hatten den Puck auch meist in den eigenen Reihen, strahlten aber kaum Torgefahr aus und verloren die Scheibe immer wieder zu einfach. Das ändere sich auch in den insgesamt vier Minuten Powerplay nicht. So versuchten es die Gastgeber oft mit meist ebenfalls harmlosen Weitschüssen. „Uns fehlt ein bisschen das Selbstvertrauen“, analysierte Trainer Hugo Boisvert den Auftritt seiner Mannschaft.

 Anders der Tabellenführer aus Weißwasser: Unaufgeregt verteidigten die Gäste zunächst die heranstürmenden Bietigheimer Sturmreihen, um dann eiskalt zuzuschlagen. Nach dem ersten ernsthaften Angriff nach elf Minuten zappelte der Puck dann im Netz hinter Steelers-Keeper Ilya Sharipov. Die Füchse hatten Maximilian Adam auf der rechten Seite freigespielt. Der nutzte den Freiraum und traf links oben ins Toreck. Im Gegenzug wäre Bietigheims Norman Hauner fast an die scharfe Hereingabe von Frederik Cabana herangekommen.

Stattdessen saß auch der zweite Angriff der Gäste aus Weißwasser. Nach Überprüfung per Videobeweis stand es nach 17 Minuten 2:0 für die Gäste. Die Rettungsaktion der Steelers kam nach Schuss von Oliver Granz zu spät, der Puck war da schon hinter der Linie.

 Nach der Drittelpause zeigten die Hausherren dann aber nicht nur engagiert, sondern auch endlich zielstrebig und effektiv. Sie überstanden nicht nur die verbleibende Minute in Unterzahl unbeschadet, sondern kamen per Doppelschlag zum Ausgleich. Zuerst nutzte Alexander Preibisch einen Puckverlust der Füchse zum Anschluss (23. Minute). Dann zog Max Prommersberger aus der Distanz ab – und plötzlich waren die Steelers wieder da, es stand 2:2 (24.). Kurz darauf hatte Max Lukes sogar die Führung auf dem Schläger, nachdem er von Cabana freigespielt worden war. Doch der starke Weißwasser-Keeper Olafr Schmidt hielt aus kur­zer Distanz.

 Dass es gar wieder mit Rückstand in die Pause ging, hatte zwei wesentliche Gründe: Die Füchse setzten Bietigheim zum einen wieder stärker unter Druck, womit das Boisvert-Team nicht zurechtkam. Zum anderen leistete sich der sonst gut aufgelegte Steelers-Keeper Sharipov seine einzige Unsicherheit an diesem Abend.  Beim Schuss von Steven Bär von der blauen Linie rutsche ihm der Puck über den Handschuh zum 3:2 aus Gästesicht.

 Die beste Phase der Steelers läutete Yannick Wenzel mit einem Fernschuss zehn Minuten vor Schluss ein. Aber Bietigheim scheiterte entweder am fehlenden Glück oder an Keeper Schmidt. Als dann nach 57 Minuten Weißwassers Anders Eriksson auf die Strafbank musste, witterte der Meister endgültig seine Chance: Coach Boisvert ging ins Risiko und schaffte doppelte Überzahl. Doch kaum war Keeper Sharipov zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, verloren seine Vorderleute die Scheibe. Die landete bei Jakub Kania, der das Spielgerät von der eigenen Torlinie per Bogenlampe im verwaisten Bietigheimer Gehäuse versenkte.

Die Steelers wollten nicht aufgeben, spielten weiter ohne Torhüter – und wurden mit dem 2:5 durch Clarke Breitkreuz erneut dafür bestraft. So stand am Ende eine Niederlage, die aufgrund der ersten schwachen 20 Minuten  nicht unverdient war, aber sicher zu hoch ausfiel.

So spielten sie

DEL2, 7. Spieltag
Bietigheim – Weißwasser

2:5

Drittel: 0:2, 2:1; 0:2.
Tore: 0:1 Adam (11.), 0:2 Granz (17.); 1:2 Preibisch (23.), 2:2 Prommersberger (24.), 2:3 Bär (35.), 2:4 Kania (58.), 2:5 Breitkreuz (59.).
Strafminuten: 8 (4 Strafen) – 10 (5 Strafen).
Schiedsrichter:
Florian Fauerbach  (Bad Nauheim), Marc-André Naust (Iserlohn).
Zuschauer: 2371.

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