Tischtennis Zusammenhalt ist die große Stärke eines kleinen Klubs

Konzentration an der Platte: Bernd Seyfang (links) im vereinsinternen Duell mit Martin Grimm, dem aktuellen Vereinsmeister des TTV Ingersheim.
Konzentration an der Platte: Bernd Seyfang (links) im vereinsinternen Duell mit Martin Grimm, dem aktuellen Vereinsmeister des TTV Ingersheim. © Foto: Richard Dannenmann
Ingersheim / Simon David 02.02.2018

Der Tischtennisverein Ingersheim zählt mit seinen derzeit 58 Mitgliedern zu den kleineren Sportvereinen in der Region. Dennoch – oder vielleicht auch gerade deshalb – ist der Zusammenhalt sehr groß. Viele Mitglieder gehören dem TTV schon seit vielen Jahren an und engagieren sich im sportlichen wie im außersportlichen Bereich sehr für ihren Verein, der auf eine mittlerweile fast 50-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Nach einer ersten Gründung im Jahr 1957 löst sich die damalige Tischtennisabteilung des SKV Ingersheim 1961 wieder auf. 1970 entstand auf Initiative einiger Tischtennis-Begeisterter erneut eine Abteilung im SKV. Als sich die verschiedenen Abteilungen des Gesamtvereins 1986 selbstständig machten, entstand der heutige TTV Ingersheim. „Der SKV besteht weiter, allerdings nur als Dachorganisation für die eigenständigen Vereine“, erklärt Albert Noha, der seit 1989 Vorsitzender des TTV ist.

Aktuell sind sechs TTV-Mannschaften zum Spielbetrieb gemeldet. Neben den drei Herrenteams gibt es die Senioren sowie ein Jungen- und ein Mädchenteam. „Wir freuen uns, dass wir im Jugendbereich mit Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen können. Es ist aber leider nicht einfach, Jugendliche fürs Tischtennis zu begeistern und im Verein zu halten, denn das Sportangebot ist riesig. Viele Jugendliche betreiben ja mehrere Sportarten und müssen sich irgendwann für eine Sache entscheiden“, so Noha. Zum Glück gibt es im Verein jedoch mehrere engagierte Trainer, die die Nachwuchstalente sportlich voranbringen.

Die erste Herrenmannschaft des TTV spielt in der Bezirksliga. „Ziel ist es, die Klasse zu halten. Derzeit stehen wir im Mittelfeld, haben also gute Chancen, auch im kommenden Jahr Bezirksliga zu spielen“, freut sich der Vorsitzende. Ein Aufstieg in höhere Spielklassen wird nicht angestrebt. „Das Niveau der Bezirksliga ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, nicht zuletzt, weil einige Vereine gute Spieler finanziell unterstützen können“, berichtet Noha.

Einem kleinen Verein wie dem TTV Ingersheim sind finanziell engere Grenzen gesteckt als anderen Vereinen. In der Bezirksliga wollen sich die Ingersheimer aber etablieren. Die zweite Mannschaft spielt in der A-Klasse, die Dritte in der D-Klasse. Hier, in der untersten Liga, ist auch der Vorsitzende noch aktiv. Albert Noha kam 1973, also vor 45 Jahren, zum Tischtennis. „Ich war damals Ministrant und über Freunde, die auch Ministranten waren und sich für Tischtennis begeistert haben, bin ich zum SKV gekommen“, erzählt er. In seinen „Glanzzeiten“ gehörte er der ersten Mannschaft an. Doch nicht nur als Spieler, sondern auch als Funktionär ist er mit großem Eifer und großer Freude dabei. „Wir sind auf ehrenamtliche Helfer angewiesen, ohne die wir das Vereinsleben nicht stemmen können. Zum Glück sind viele Mitglieder bereit, uns zu unterstützen.“

Neben dem normalen Trainings- und Spielbetrieb richtete der TTV über viele Jahre ein Turnier aus, an dem bis zu 200 Sportler teilnahmen. TTV-Akteure sind bis heute erfolgreich, so gelang mehreren Spielern bei den Kreismeisterschaften der Sprung aufs Treppchen.

Das Verhältnis des Vereins zur Gemeinde und zu den anderen Vereinen im SKV ist sehr gut. Der Verein zahlt ein geringfügiges Entgelt für die Hallennutzung. Für die Jugendarbeit gibt es Zuschüsse. Die Hallenbelegung ist jedoch nicht immer ganz einfach, weil gleich fünf Vereine die Halle für Trainings- und Spieltage nutzen.

Der große Zusammenhalt der Mitglieder zeigt sich aber auch an den regelmäßigen gemeinsamen Unternehmungen. „Meist im Juni unternehmen wir Radtouren. So waren wir in den letzten Jahren schon am Neckar, der Enz oder dem Main unterwegs. Im Juli oder August veranstalten wir das Holderhoffest und im Winter gibt es eine Fackelwanderung und das Weihnachtsgrillen“, zählt Noha auf. An diesen Veranstaltungen nimmt immer ein Großteil der Mitglieder teil. Auch einige der Gründungsmitglieder sind noch aktiv, nicht nur bei Radtouren und der Fackelwanderung, sondern auch in der Seniorenmannschaft.

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