Im letzten Saisonspiel der Zweiten Hockey-Bundesliga trennten sich der Bietigheimer HTC und der Rüsselsheimer Ruderklub mit einem letztendlich gerechten 4:3-Sieg für den Meister und Aufsteiger aus Hessen. Für beide Teams ging es am Saisonende eigentlich um nichts mehr. Der BHTC hatte sich den Klassenerhalt bereits gesichert, die Gäste aus Rüsselsheim standen als Meister und Aufsteiger fest. Der Ruderklub sicherte sich bereits am vorletzten Spieltag den Titelgewinn und somit den Aufstieg ins Oberhaus.

Zu Beginn des Spiels zeigte sich der Aufsteiger als die klar überlegene Mannschaft. Die Rüsselsheimerinnen machten extrem Druck und jeder Weg führte schnell in den Bietigheimer Kreis. Die Gäste versuchten, schnell den Abschluss zu finden, was aber die Gastgeberinnen zunächst vereiteln konnten. Laura Hegen hielt im ersten Viertel den Bietigheimer Kasten sauber. Dabei ließen die Gäste drei Ecken ungenutzt.

Ausgleich per Siebenmeter

Das Team von Trainer Jürgen Fili versuchte, sich zunächst mit gefährlichen Kontern vom Druck zu befreien. Die erste Chance zum Tor hatte Ines Wanner in der elften Minute. Sie kam nach etwas Gewirr im Kreis frei zum Schuss, allerdings parierte die Rüsselsheimer Torhüterin den Ball. Nach dieser Aktion kam der BHTC besser ins Spiel und verteidigte nun schon weit vor dem eigenen Kreis. Doch am Spielstand änderte sich zunächst nichts.

Das zweite Viertel begann wie das Erste. Die Hessinnen machten direkt Druck. In der 16. Minute fingen sie einen Pass der Gastgeberinnen ab und drangen in deren Kreis ein. Celina Hocks nutzte die Gelegenheit zur Führung für die Hessinnen. Das Fili-Team fing sich schnell wieder und spielte nun munter mit. Noch in der gleichen Minute konnte Rüsselsheims Torhüterin Franka Wolf Bietigheims Luisa Knapp nur noch mit einem Foul stoppen. Den daraus resultierenden Siebenmeter verwandelte Wanner sicher zum 1:1. Kurz vor der Pause erzielte die Torschützenkönigin der Liga, Petra Ankenbrand, aber den Treffer zur 2:1-Halbzeitführung. Das Spiel wurde bis dahin immer ausgeglichener mit Chancen auf beiden Seiten.

Verpasster Ausgleich bestraft

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeberinnen die erste Chance. Jana Fili verpasste nur knapp einen Ableger von Melanie Senghaas. Dies hätte schon der Ausgleich sein können. Stattdessen nutze der Aufsteiger eine kleine Unachtsamkeit in der Bietigheimer Abwehr zum 1:3. Isabell Scherer hieß die Torschützin. Eine sehenswerte Kombination zeigten dann Daniela Bauer und Wanner. Bauer fing den Ball in der eigenen Hälfte ab. Mit einem Doppelpass mit Wanner arbeiteten sie sich bis in den gegnerischen Kreis vor, wo Melanie Senghaas bereit zum einlochen stand und auf 2:3 verkürzte.

Insgesamt hatte der BHTC im dritten Viertel ein leichtes Chancenplus, konnte die Überlegenheit aber nicht nutzen. Im letzten Viertel war es zunächst Lina Rönsch zu verdanken, die nach der Halbzeitpause den Bietigheimer Kasten hütete, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Petra Ankenbrand erhöhte in der 48. Minute allerdings auf 4:2. Auch am dritten Tor für die Bietigheimer war Youngster Bauer beteiligt. Sie eroberten den Ball, legte ihn auf Nina Traxler, die den Ball dann quer zu Greta Meissner weitergab. Meissner hatte keine Mühe, 3:4-Anschluss zu erzielen.

Der BHTC bündelte nochmals alle Kräfte, um doch noch den Ausgleich zu schaffen. Letztendlich aber gewann Rüsselsheim verdient. Stolz war Trainer Fili trotzdem auf sein Team. Keine andere Mannschaft brachte Rüsselsheim insgesamt sechs Gegentreffer bei. Im Hinspiel verlor der BHTC mit 3:6. Diesmal war nicht zu sehen, dass hier der Tabellenerste gegen den Vorletzten spielte. Spielerin des Tages war Dina Fili, die jüngste Tochter des Trainers. Sie lieferte trotz ihrer erst 17 Jahre ein herausragendes Spiel ab und kämpfte bis zum umfallen.

Nun geht die Mannschaft nach dem Bundesliga-Aufstieg in der Hallenrunde und dem Klassenerhalt auf dem Feld erst einmal in die verdiente Sommerpause. Anfang September geht die nächste Saison in der Zweiten Bundesliga los. Dann mit zehn Teams in der Südstaffel statt diesmal acht.

Bietigheimer HTC: Hegen, Rönsch, Schönamsgruber, Klösel, Lindenberger, Dina Fili, Hipp, Gschweng, Wanner, Meissner, Bauer, Jana Fili, Traxler, Merkle, Senghaas, Knapp.