Der Meister der 1. Regionalliga Süd und Erstliga-Aufsteiger Bietigheimer HTC hat das letzte Spiel der Hallensaison beim TSV Schott Mainz knapp mit 3:4 verloren. Den Gastgeberinnen brachte der Heimsieg aber nichts  mehr – sie stiegen trotzdem ab, während der BHTC den Meisterwimpel des Süddeutschen Hockey-Verbands erhielt.

Die Stimmung in der Mainzer Otto-Schott-Halle war aufgeheizt. Für den Vorletzten ging es um den Klassenerhalt. Für den Nicht­abstieg benötigten die Pfälzerinnen entweder einen deutlichen Sieg gegen Bietigheim – oder Schützenhilfe des TuS Obermenzing im Parallelspiel gegen Eintracht Frankfurt. Letztlich retteten sich aber die mit Mainz punktgleichen Frankfurterinnen trotz einer 0:4-Pleite in München.

Die Gäste aus Bietigheim gingen bereits nach zwei Minuten durch Ines Wanner in Führung. Eine Minute später vergab der TSV Schott bei einer Ecke die Chance zum Ausgleich – Greta Meissner rettete auf der Torlinie. Eine Ecke in der 14. Minute für den BHTC wurde von den Mainzerinnen entschärft. In der 17. Minute bekam der TSV eine weitere Ecke zugesprochen, die er diesmal zum 1:1 nutzte. Nach einer Auszeit von Mainz musste Sina Schönamsgruber erneut auf der Torlinie retten und bewahrte den BHTC so vor einem Rückstand.

Auch nach der Pause ging es munter weiter. Der TSV erhöhte den Druck. Das Team von Trainer Jürgen Fili konnte sich zunächst immer wieder vom Pressing des Gegners befreien. Die vielen Mainzer Fans machten ordentlich Stimmung in der Halle. Erstmals in dieser Saison stand das Publikum nicht auf der Seite des BHTC – so eine volle Halle kannten die Bietigheimer Frauen bisher eigentlich nur aus ihrem eigenen „Wohnzimmer“.

Meissners Solo in den Mainzer Kreis verhalf dem Aufsteiger zu einer Ecke – Wanner nutzte diese Gelegenheit zur 2:1-Führung der Gäste (34.). Auf dem Feld ging es immer hitziger zu. Mainz nahm nun 20 Minuten vor Schluss die Torhüterin zugunsten einer sechsten Feldspielerin heraus. In dieser Überzahlsituation gelang dem TSV Schott Mainz mit einer Ecke der 2:2-Ausgleich. Nun tobte die Halle, und die Emotionen kochten hoch. Jürgen Fili nahm ebenfalls seine Torhüterin vom Platz, um die Überzahlsituation zu egalisieren. Das Spiel war wahnsinnig schnell, und die Schiedsrichter hatten Schwierigkeiten, das Tempo mitzugehen. So gab es die eine oder andere strittige Entscheidung. Mainz agierte jetzt cleverer und ging mit zwei Treffern mit 4:2 in Führung. Im Nachhinein wäre dieser Spielstand die Rettung für die Gastgeberinnen gewesen. Vanessa Merkle markierte aber eineinhalb Minuten vor Schluss noch den Anschluss zum 3:4 – und schickte somit die Pfälzerinnen in die 2. Regionalliga.

Dritter Aufstieg in Folge

Für den Bietigheimer HTC  war es hingegen bereits der dritte Aufstieg in Folge. 2017 schaffte er den Sprung von der Oberliga in die 2. Regionalliga. Es folgte der Durchmarsch in die 1. Regionalliga und in der nächsten Saison sind die Bietigheimerinnen sogar erstklassig unterwegs. „Höher geht es nun erst einmal nicht mehr“, stellte Melanie Senghaas, die Teamälteste, fest. Bevor es aber in die deutsche Eliteklasse geht, steht noch die Rückrunde auf dem Feld an. Nach einer kurzen Pause steigen die BHTC-Frauen Mitte März in die Vorbereitung ein – mit dem Saisonziel, in der Zweiten Liga zu bleiben.

Bietigheimer HTC: Hegen, Rönsch, Schönamsgruber, Meissner, Wanner, Dina Fili, Senghaas, Neele Fili, Jana Fili, Merkle, Traxler, Lindenberger.