Eishockey Zitterpartie nach einer 3:0-Führung

Max Lukes erzielte in Weißwasser zwei Tore für die Steelers.
Max Lukes erzielte in Weißwasser zwei Tore für die Steelers.
Weißwasser / Andreas Eberle 02.10.2017

Die Bietigheim Steelers pirschen sich in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) immer näher an den Spitzenreiter Löwen Frankfurt heran. Nach dem hart erkämpften 3:2-Sieg am Sonntag bei den Lausitzer Füchsen beträgt der Rückstand des Tabellenzweiten aus dem Ellental nur noch ein Punkt. Denn die Hessen gewannen ihr Duell in Bayreuth erst im Penaltyschießen und mussten sich so diesmal mit zwei Zählern begnügen.

Die Souveränität eines Topteams demonstrierten die Steelers in Weißwasser aber nur in der Anfangsphase. Mit 3:0 lag die Mannschaft um Topscorer Matt McKnight zu diesem Zeitpunkt bereits in Führung. Die Tore erzielten zweimal Max Lukes (2./13.) und Justin Kelly (12.), jeweils im Spiel fünf gegen fünf – und jeweils stellte sich die Füchse-Verteidigung laienhaft an. Für die Sachsen, die gut und stürmisch begonnen hatten, bahnte sich ein weiteres Debakel an. Schon am Freitag hatten sie in Frankfurt eine 2:9-Pleite kassiert.

Mit einer Auszeit brachte Füchse-Trainer Hannu Järvenpää seine Schützlinge wieder auf den richtigen Weg. Wasser auf ihre Mühlen war der 1:3-Anschlusstreffer, den der Schwede Anders Eriks­son kurz darauf erzielte (14.). Das Team aus Weißwasser kämpfte sich zurück in die Partie und bot dem Vizemeister fortan erbittert Widerstand. In der 25. Minute gelang den Gastgebern das 2:3. Bietigheim war gerade im Spielaufbau, als die Scheibe von der Kufe eines Akteurs Richtung Steelers-Tor rutschte. Nutznießer war Marius Schmidt, der eigentlich zu spät den Rückwärtsgang eingelegt hatte und nun plötzlich allein vor Sinisa Martinovic stand – und den Gästegoalie dann auch überwand.

Im letzten Drittel hatten die Mannen in den weißen Trikots noch mehrere knifflige Situationen zu überstehen. Besonders brenzlig wurde es in Unterzahl, nachdem sich Shawn Weller seine bereits dritte Strafzeit an diesem Abend eingehandelt hatte (53.). „Füchse geben niemals auf“, sangen derweil die Fans der Heimmannschaft. Das taten ihre Lieblinge auch nicht. Doch ein drittes Mal konnte der Außenseiter den stark haltenden Martinovic nicht bezwingen. Auch als die Sachsen in letzter Verzweiflung ihren Schlussmann Maximilian Franzreb vom Eis nahmen und es in den letzten 102 Sekunden des Duells mit einem zusätzlichen Feldspieler versuchten, blieb ihnen der Ausgleich verwehrt – Bietigheim brachte den knappen Vorsprung mit Ach und Krach über die Zeit.

„Wir haben aus den ersten drei Chancen drei Tore gemacht. Da waren wir sehr effizient“, sagte SCB-Coach Kevin Gaudet und lobte den Verlierer für seine Moral: „Nach so einem Rückstand ist es nicht einfach, sich zurückzukämpfen, aber die Mannschaft von Weißwasser hat sich hervorragend zurückgekämpft. Sie hätte einen Punkt verdient gehabt.“ Robert Hoffmann sah es ähnlich. „Wir haben Charakter gezeigt“, meinte der Co-Trainer der Füchse und sprach von einem „Lernprozess“, den das junge Team durchlaufen müsse: „Wir haben Lehrgeld bezahlt. Bietigheim ist eine der cleversten Mannschaften der Liga. Da weiß jeder Spieler, was zu tun ist.“

So spielten sie

DEL 2, 6. Spieltag
Weißwasser – Bietigheim

2:3

Drittel: 1:3, 1:0, 0:0.
Tore: 0:1 Lukes (2.), 0:2 Kelly (12.), 0:3 Lukes (13.), 1:3 Eriksson (14.), 2:3 Schmidt (25.).
Strafminuten: 14 (7 Strafen) – 12 (6 Strafen); Schiedsrichter: Tony Engelmann (Ratingen), Nicole Hertrich (Hagen); Zuschauer: 2226.

Der ESV Kaufbeuren kommt ins Ellental

Bereits am Dienstag, dem Tag der Deutschen Einheit, sind die Bietigheim Steelers erneut in der DEL 2 im Einsatz. Um 18 Uhr beginnt in der EgeTrans-Arena die Heimpartie gegen den ESV Kaufbeuren. Das Team aus dem Allgäu geht ausgeruht in diese Begegnung, denn wegen des Stadionneubaus in Kaufbeuren hat der ESV bisher noch keine Heimpartie ausgetragen – und war darum auch am Sonntag spielfrei. Am kommenden Wochenende wird die neue Erdgas Schwaben-Arena eröffnet. Ihre Heimpremiere feiert die Mannschaft von Trainer Andreas Brockmann dann am Sonntag gegen Freiburg. Bis dahin muss der ESV fünfmal in Folge auswärts ran. Bisher ist Kaufbeuren dreimal in der Fremde angetreten. Zweimal setzten sich die Bayern durch – mit 5:3 in Heilbronn und mit 4:0 in Crimmitschau. Nur am zweiten Spieltag musste sich der Hauptrundenfünfte der Vorsaison geschlagen geben – mit 2:4 bei den Dresdner Eislöwen. Den goldenen Helm des Topscorers trägt aktuell Sami Blomqvist. Der finnische Außenstürmer hat bisher sechs Punkte erzielt – zwei Tore und vier Assists. ae