Tischtennis Weggang der Talente reißt Lücken

Yasmin Dietrich nimmt nach dem Abschied der Schwestern Alexandra und Annett Kaufmann eine wichtige Rolle in der Bietigheimer Drittliga-Mannschaft ein.
Yasmin Dietrich nimmt nach dem Abschied der Schwestern Alexandra und Annett Kaufmann eine wichtige Rolle in der Bietigheimer Drittliga-Mannschaft ein. © Foto:  Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / ae 15.09.2018

Die Schocknachricht für die Verantwortlichen des TTC Bietigheim-Bissingen gab es bereits unmittelbar nach dem Sieg bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Mädchen U 18 in Goslar Ende Juni: Die Eltern der Toptalente Alexandra und Annett Kaufmann teilten dem Verein mit, dass ihre Töchter nicht mehr für den TTC aufschlagen würden.

Vorangegangen war laut TTC-Vorstand Matthias Grünenwald „ein Vorfall“ im Dezember 2017. Zeitweise sah es aber so aus, als ob sich beide Parteien noch einmal zusammenraufen würden. „Alles war klar. Wir hatten noch vor der deutschen Meisterschaft ein klärendes Gespräch, und ein für beide Seiten akzeptables Miteinander schien vereinbart“, berichtet Grünenwald. Doch bereits fünf Tage später sei es dann zum endgültigen Bruch gekommen.

Die Bietigheimer Drittliga-Frauen trifft der Verlust der Kaufmann-Schwestern hart. „Wir müssen nun mit der Situation zurechtkommen. Das wird eine ganz, ganz schwere Saison“, weiß Grünenwald. Die neue Spitzenspielerin ist Karolina Mynarova, die aus Tschechien nach Untermberg gewechselt ist. Hong Chen wird nur noch sporadisch für den TTC aufschlagen. Mit Natalia Mozler, Paloma Ballmann, Yasmin Dietrich und Ivonne Wagner gehen künftig die Frauen aus der zweiten Mannschaft – die zuletzt den Aufstieg in die Regionalliga geschafft haben – in der dritten Bundesliga an die Tische. Alle vier haben ihre Bereitschaft signalisiert, diese Mehrfachbelastung auf sich zu nehmen. „Wir sind ihnen sehr zum Dank verpflichtet, dass sie in dieser schwierigen Zeit dem TTC aus der Patsche helfen. Denn mit der Bekanntgabe von Familie Kaufmann war der Wechseltermin schon abgelaufen, so dass kurzfristig keine Ersatzspielerinnen verpflichtet werden konnten“, erklärt Grünenwald die Personalsituation.

Drei Gastspiele stehen an

Gleich am ersten Spielwochenende wird die Belastungsfähigkeit der TTC-Frauen auf das Äußerste ausgereizt. So stehen an diesem Samstag gleich zwei Spiele in Chemnitz gegen deren erste und zweite Vertretung an. Sonntags wartet dann mit der Damen II in Schönmünzach um 10.30 Uhr ein weiterer Auswärtsauftritt. „Das wird ein Horrorwochenende. Aber Gott sei Dank liegen die anderen Termine deutlich besser“, sagt Dietrich.

Gemeinsam mit Mynarova, Mozler und Wagner wird sie die beiden Gastspiele in Chemnitz absolvieren. „Wir werden irgendwann in den frühen Morgenstunden aus Chemnitz zurückkehren, dann ein bisschen schlafen und schon geht’s weiter in den Schwarzwald nach Schönmünzach“, beschreibt Wagner den Plan fürs Wochenende.

In Chemnitz treffen die Bietigheimer Frauen um 14 Uhr auf den Aufsteiger BSC Rapid Chemnitz II. Angeführt von Anelia Lupulesku aus Serbien bilden Marlene Scheibe, Emilia Kijok und Lara Neubert eine homogene Truppe. „Sie haben sich gut verstärkt, was relativ untypisch für eine zweite Vertretung ist. Lupulesku ist nominell die Nummer zwei in der ersten Damenvertretung“ analysiert Dietrich die Auftaktgegner.

Um 18.30 Uhr folgt das Duell gegen die erste Garde der Chemnitzerinnen. Nicole Delle, Hana Valentova, Franziska Lasch und Sophie Schädlich bilden einen der Aufstiegskandidaten dieser Saison. „Würde Lupulesku noch in dieser Mannschaft spielen, wäre sie wohl der Topfavorit“, sagt TTC-Coach Andreas Kienle, der aber betont: „Wir wollen trotz der ganzen Vorgeschichte nicht mit leeren Händen aus Sachsen heimfahren. Ich bin optimistisch, dass uns das gelingt.“

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