Rang acht – dieses Ziel hatten sich die deutschen Wasserball-Männer vor der Weltmeisterschaft in Südkorea im Juli gesetzt. Tatsächlich wurde es am Ende der angestrebte achte Platz. Doch es dauerte einige Tage, ehe die Nationalspieler mit dem Erreichen ihres selbst gesteckten Ziels wirklich zufrieden waren. „Es wäre mehr drin gewesen. Gegen die Topteams aus Serbien, Kroatien und den späteren Weltmeister Italien haben wir nur sehr knapp verloren. Ein Sieg aus diesen Spielen, und wir hätten eine noch bessere Platzierung erreicht“, sagt Center-Verteidiger Timo van der Bosch, der seit letztem Jahr für den SV 08 Ludwigsburg in der Deutschen Wasserball-Liga spielt. „Zunächst waren wir etwas enttäuscht, aber mit etwas Abstand sehen wir es doch als Erfolg“, betont er. Die WM begann vielversprechend für das deutsche Team. In der Vorrundengruppe D belegten die Deutschen Platz zwei hinter Italien. In der K.o.-Runde wurde Südafrika klar mit 25:5 geschlagen, doch folgten Niederlagen gegen Kroatien, Serbien und Griechenland.

Dabei hatte die Mannschaft während des Turniers immer besser zusammengefunden. „Zunächst hat es etwas gedauert, weil die Nationalspieler sonst in konkurrierenden Vereinen aktiv sind. Für mich als einzigen Spieler aus Süddeutschland war es noch mal besonders“, so der 25-Jährige. Die meisten Nationalspieler kommen von den Wasserfreunden Spandau und Waspo Hannover, die Meisterschaft und Pokal meist unter sich ausmachen. Timo van der Boschs nächstes großes Ziele mit der Nationalmannschaft sind die EM im März 2020 und dann natürlich die Olympischen Spiele im nächsten Jahr.

Auch mit seinem Verein, dem SV 08 Ludwigsburg, und für seine berufliche Laufbahn hat er sich viel vorgenommen. Die Ludwigsburger schafften in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Pro A. „Ziel ist es, die Klasse zu halten – und zwar, ohne in die Relegation zu müssen. Dafür müssen wir mindestens Platz sechs erreichen. Das halte ich für realistisch, denn der Verein ist dabei, sich zu verstärken. Platz fünf ist möglich, und auch gegen den Dritten und Vierten können wir zu Hause etwas holen“, so der Nationalspieler. Gegen die Teams aus Spandau und Hannover wird dagegen kaum etwas auszurichten sein. „Diese Mannschaften arbeiten unter Profibedingungen, während die Spieler der anderen Teams meist noch berufstätig sind.“

Studium nach Karriereende

Auch van der Bosch übt neben dem Wasserball einen Beruf aus. Der Polizist fühlt sich bei seinem Arbeitgeber sehr wohl. „Ich bekomme immer für das Training und die Spiele frei, da gibt es keine Probleme. Und meine Tätigkeit als Polizist macht mir sehr viel Spaß, weil sie sehr vielseitig ist. Mitunter muss ich Spät- und Nachtschichten leisten, was ich aber sehr interessant finde. Zudem ist es sehr abwechslungsreich, weil man mal mit einer Hunde-, mal mit einer Pferdestaffel unterwegs ist“, berichtet van der Bosch. „Polizist zu werden war schon früh mein Wunsch. Nach dem Ende meiner Karriere als Wasserballer möchte ich studieren, um eine höhere Laufbahn einzuschlagen, zum Beispiel bei der Kriminalpolizei.“

In seinem Beruf als Streifenpolizist kommt es ihm zugute, dass er des Sportes wegen viel trainiert – achtmal pro Woche im Wasser, viermal im Kraftraum. Ehrgeizig versucht der 1,95 Meter große und 105 Kilogramm schwere Sportler nun, sich mit dem SV Ludwigsburg in der Pro A zu etablieren und mit der Nationalmannschaft die Qualifikationen zur EM und den Olympischen Spielen zu schaffen. „Mindestens bis 30 kann man als Wasserballer aktiv sein, aber durchaus auch länger“, sagt van der Bosch.