Handball Viel Gegenwehr, aber wieder keine Punkte

Der Leipziger Niclas Pieczkowski behindert den Bietigheimer Links­außen Martin Marcec am Kreis beim Wurf.
Der Leipziger Niclas Pieczkowski behindert den Bietigheimer Links­außen Martin Marcec am Kreis beim Wurf. © Foto: Eibner
Leipzig / Uwe Köster, Andreas Eberle 05.09.2018

Böse Worte wie „Schicksalsspiel“, „Hoffentlich kein Fehlstart“ oder auch „Krise“ geisterten am Dienstagabend vor Beginn des Bundesliga-Spiels des DHfK Leipzig gegen die SG BBM Bietigheim in der Arena der Sachsen herum. Für die beiden mit 0:4 Punkten gestarteten Teams stand in der Tat viel auf dem Spiel, vor allem für den Gastgeber. Nach einem lange offenen Match, einer fulminanten Schlussphase und einem 31:24 (14:14) stand aus Leipziger Sicht fest: kein Fehlstart, keine Krise. Dafür Riesenerleichterung. Die Bietigheimer boten einmal mehr großen Widerstand, blieben am Ende aber auch nach dem dritten Saisonduell in der Eliteklasse ohne Punkt.

Bader sieht zwei Knackpunkte

„Am Ende war es sicher ein verdienter Leipziger Sieg. Das Spiel hatte zwei Knackpunkte: In der ersten Halbzeit haben wir in Unterzahl zweimal den Ball verloren und zwei Gegentore kassiert. Und nach dem 22:24 haben wir zu viele Chancen liegen lassen“, bilanzierte SG-Trainer Ralf Bader.

Es ging gut los für seine Mannschaft: Der Aufsteiger führte nach drei Minuten mit 3:0. Dänen-Import Patrick Wiesmach erlöste die traditionell bis zum ersten Leipziger Treffer stehenden 3503 Zuschauer mit seinem Tor, doch der Gegenstoß der Gäste saß schon wieder – 1:4. Es lief nicht gut für die Sachsen, schon nach fünfeinhalb Minuten nahm DHfK-Coach Michael Biegler die erste Auszeit. Ein Wachrüttler?

Wohl nicht, die Aufholjagd gestaltete sich schwierig. Vor allem Jonas Link machte den Gastgebern zu schaffen. Der aus Erlangen gekommene Rückraum-Shooter der SG BBM traf fast mit jedem Wurf. Die DHfK-Abwehr agierte zu zaghaft, offenbarte Lücken, auch Goalie Milos Putera erwischte zunächst nicht gerade einen Sahnetag. Lichtblicke waren die sicher verwandelten Siebenmeter von Patrick Wiesmach, einige präzise Würfe von Philipp Weber und die herausgekämpfte Tore von Alen Milosevic. 9:11 stand es nach 20 Minuten.

Es brauchte den berühmten Zündeffekt. Waren es die beiden Treffer von Keeper Putera ins leere Bietigheimer Tor (24./25.)? Nun stand es 2:12 – erstmals war der Ausgleich geschafft. Erstmals kam richtig Stimmung in der Halle auf. Die Führung gelang den favorisierten Sachsen bis zum Pausenpfiff aber nicht mehr – das schwer erarbeitete 14:14 ließ für sie freilich noch alle Optionen.

Durchgang zwei begann für das Biegler-Team hoffnungsvoll: Philipp Webers Treffer zum 15:14 brachte die erste Führung der Leipziger. Doch das Match blieb weiter umkämpft und spannend. Für den SC DHfK trafen Philipp Weber, Lukas Binder und endlich auch Franz Semper. Dazu parierte Putera wichtige Bälle. Aber der Aufsteiger ließ sich nicht abschütteln. 22:21 hieß es eine Viertelstunde vor Schluss. Klar schien: Das wird nichts für schwache Nerven.

Es kam anders. Putera verhinderte beim Stand von 24:22 mit einem gehalteten Siebenmeter (53.) den Anschluss der Gäste, dann erhöhte Leipzig mit einem Doppelschlag auf 26:22. Fünf Minuten vor Finito war das wohl die Vorentscheidung. Das ahnten auch die Gäste, denen in der Offensive nicht mehr viel gelang, beim SC DHfK saßen hingegen nun auch die Tempogegenstöße. Jetzt klappte vieles, was 55 Minuten nicht funktioniert hatte. Abpfiff, 31:24 – Jubel. Man hörte bei den Leipzigern Steine von Herzen plumpsen.

„Das Spiel hat sich so entwickelt, wie wir das besprochen haben. Die Bietigheimer haben schlaue Lösungen gewählt. Sie haben keinen Druck – und genau so spielen sie auch. Wir haben eine Zeit gebraucht, sie zu brechen“, sagte SC-Trainer Biegler und lobte seine Schützlinge: „Die Mannschaft hat nicht ihre Linie verloren, sondern konsequent weiter gespielt. Ich freue mich, dass die zwei Punkte hiergeblieben sind.“

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